Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Produktionsleiter Thorsten Kiehn hat die Anlage im Blick, in der bis zu 40.000 Flaschen pro Stunde abgefüllt werden können. Allein für die Abfüllung der Limonade wurden in Lüneburg 20 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Foto: t&w
Produktionsleiter Thorsten Kiehn hat die Anlage im Blick, in der bis zu 40.000 Flaschen pro Stunde abgefüllt werden können. Allein für die Abfüllung der Limonade wurden in Lüneburg 20 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Foto: t&w

Bio-Limo made in Lüneburg

cec Lüneburg. Kaum regnet es mal wieder, ist vielerseits Murren zu hören. Einen weiteren guten Grund, sich den Regen schönzureden, lieferte jetzt Ulrik Nehammer, Vorstandsvorsitzender der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG: Bio-Limonade, und zwar Lüneburger Bio-Limonade. Jetzt nahm Nehammer am Lüneburger Standort des Konzerns an der Goseburgstraße eine neue Abfüll-Linie in Betrieb, auf der künftig Vio Bio-Limonade vom Band laufen wird in zwei Geschmacksrichtungen: Orange und Zitrone.

Beim Startschuss in der stickig-heißen Produktionshalle sprachen Nehammer und Bürgermeister Eduard Kolle vor der Belegschaft und geladenen Gästen mit einem Mikrofon gegen die laut ratternden Abfüll-Maschinen an. Dabei verdeutlichte Nehammer zeitliche Dimensionen, die einem beim Wassertrinken nicht unbedingt immer präsent sind: „Das Wasser aus dem Regen, der heute fällt, wird dann irgendwann in 3000 Jahren von jemandem getrunken.“

Neben stillem und medium sprudelndem Wasser ist die Brause das dritte Vio-Produkt, das in der Salzstadt hergestellt wird. Eine Erfolgsgeschichte: Seit der Markteinführung des Lüneburger Wassers verzeichnet die Apollinaris Brands GmbH konstant kräftigen Zuwachs. „Vio ist die am schnellsten wachsende Wassermarke in Deutschland. Allein im vergangenen Jahr sind wir um fast 50 Prozent gewachsen“, sagte Nehammer. Rund 27 Millionen Liter Getränke wurden 2014 abgefüllt. Mit 65 Mitarbeitern startete die neue Marke im Jahr 2007, mittlerweile sind 154 beschäftigt. Allein für die neue Limonaden-Produktion wurden 20 weitere Beschäftigte eingestellt. Wie wichtig der Standort dem Konzern ist, zeigt auch eine andere Zahl: „30 Millionen Euro haben wir in den vergangenen Jahren in Lüneburg investiert“, verdeutlichte Nehammer, unter anderem in einen neuen Füller, mit dem bis zu 40000 Flaschen Limonade in der Stunde abgefüllt werden können.

Über diese positive Entwicklung zeigte sich auch Bürgermeister Eduard Kolle froh. Erfreulich sei nicht nur, dass mit jeder neuen Flasche Vio Arbeitsplätze vor Ort gesichert würden, er lobte obendrein die Wirkung als Aushängeschild für die Ilmenaustadt im ganzen Bundesgebiet. „Neben den Roten Rosen können wir uns kaum einen besseren Werbeträger als Vio vorstellen.“ Kolle ging kurz auf die gute Wasserqualität Lüneburgs ein, die der Einbettung in eine intakte Natur zu danken sei, ein Schatz, den es zu hüten gelte. „Darum haben sich hier so viele Lebensmittelbetriebe angesiedelt und gab es hier im Mittelalter 80 Brauereien“, sagte der Bürgermeister, dem aber angesichts seines hohen Blutdruckes geraten worden sei, doch künftig öfter mal zur neuen Bio-Limonade zu greifen.

Auch zum Sachstand bezüglich der wasserrechtlichen Erlaubnis für den zweiten Brunnen nahm Kolle vor Ort Stellung. Wie berichtet nutzt die Apollinaris seit Juni neben der Quelle in der Goseburg einen zweiten Brunnen im Lüner Holz — dies zunächst aber nur mit einer vorläufigen Erlaubnis. Da es dem Unternehmen eilig war, es nicht auf die endgültige wasserrechtliche Erlaubnis warten wollte, beantragte es einen sogenannten vorzeitigen Maßnahmenbeginn, der Ende des Jahres ausläuft. Aber laut Kolle ist eine dauerhafte Genehmigung in Aussicht, die mit Obergrenzen belegt ist — 40 Kubikmeter Wasser in der Stunde dürfen aus dem Brunnen in der Goseburg, 42,5 Kubikmeter aus dem Brunnen im Lüner Holz gefördert werden.

One comment

  1. Wie sieht es mit unserem Grundwasserpegel aus? Sollten wir uns wirklich darüber freuen, dass ein internationaler Konzern unsere Wasservorräte plündert und bundesweit verkauft?