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Leuphana Universität: Frauen werden zu selten Professorinnen

uni Lüneburg. Seit 25 Jahren verfolgen niedersächsische Universitäten und Fachhochschulen das Ziel der Geschlechtergleichstellung und beruflichen Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Aus diesem Anlass hat das Gleichstellungsbüro der Leuphana Universität Lüneburg jetzt eine Broschüre mit Porträts von Professorinnen veröffentlicht. Sie waren während der vergangenen 25 Jahre an der Universität tätig und berichten darin über ihre Erfahrungen.

Demnach habe es Anfang der 1990er Jahre mit einem Anteil von rund vier Prozent nur sehr wenige Frauen, die als Professorinnen an der Lüneburger Universität tätig waren, gegeben. Ihr Anteil sei nur langsam auf heute rund ein Drittel gestiegen, heißt es in einer Pressemitteilung der Uni. Dr. Kathrin van Riesen, Gleichstellungsbeauftragte der Leuphana, wertet das vor allem als Ergebnis einer erfolgreichen Gleichstellungsarbeit. Auch die bundesweite Einführung von Juniorprofessuren im Jahr 2002 habe dazu einen wichtigen Beitrag geleistet. Der Anteil von Frauen bei den Juniorprofessuren liegt in Lüneburg mit rund 40 Prozent im Bundesdurchschnitt und ist damit deutlich höher als bei den Lebenszeit-Professuren.

Dass viele Frauen dem Wissenschaftssystem schon nach ihrer Promotion verloren gehen, zeigt auch der Blick auf die Situation an der Leuphana. „Im Studium sind Frauen an unserer Universität überproportional vertreten, bei den Promotionen ist der Frauenanteil mit rund 50 Prozent noch ausgeglichen. Danach sinkt der Frauenanteil stetig“, berichtet van Riesen. „Wir versuchen deshalb mit Hilfe von Mentoring-Programmen, gezielter Personalentwicklung und Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Gleichstellung von Frauen und Männern an der Leuphana zu verbessern.“

Die jetzt erschienene Broschüre „Professorinnen gestalten Wissenschaft, Hochschulkultur und Lebenszeit“ gibt Einblicke in die Lebenswege von Lüneburger Professorinnen. In Interviews berichten sie über ihren beruflichen Werdegang, ihre Motivation für die Tätigkeit als Professorin und ihre  Schwerpunkte in Forschung, Lehre und Transfer. Das soll vor allem auch Nachwuchswissenschaftlerinnen dabei helfen, sich mit Blick auf eine akademische Karriere zu orientieren.