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Die Chefs der Leitstelle, für die Feuerwehr Mirko Dannenfeld (l.) und Hans-Jürgen Orth (Mitte), sind zufrieden: Am Arbeitsplatz von Martin Langer läuft die Technik. Foto: be
Die Chefs der Leitstelle, für die Feuerwehr Mirko Dannenfeld (l.) und Hans-Jürgen Orth (Mitte), sind zufrieden: Am Arbeitsplatz von Martin Langer läuft die Technik. Foto: be

Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst nehmen gemeinsame Leitstelle in Betrieb

ca Lüneburg. Verschieben, wechselnde politische Mehrheiten, ausufernde Kosten, dann eine Bremse und schlussendlich reichte die veranschlagte Summe dann doch nicht — die Geschichte der gemeinsamen Leitstelle von Polizei und Feuerwehr ist gelinde gesagt bewegt. Doch am kommenden Montag soll das neue Lagezen­trum nun seinen Betrieb aufnehmen. Am Mittwoch feierten Polizei und Landkreis gemeinsam im Behördenzentrum den Start. Rund 100 Polizisten und Feuerwehrleute werden künftig rund um die Uhr Notrufe entgegennehmen. Doch auch hier geht es in Etappen voran.

Acht Landkreise zählen zur Polizeidirektion. Aktuell landen Anrufe unter 110 aus Lüneburg, Uelzen, Lüchow-Dannenberg und dem Kreis Harburg Auf der Hude. In zwei Schritten kommen Rotenburg und der Heidekreis sowie Stade und Celle hinzu. Bei der Feuerwehr läuft es anders. Da ziehen nur die Lüneburger mit unters gemeinsame Dach. Ein Dutzend Kollegen um Leiter Mirko Dannenfeld wechselt vom Springintgut an die Ilme­nau, um Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst zu koordinieren. Die anderen Landkreise pochen bei Rettungsdiensten und Feuerwehren auf ihre Eigenständigkeit.

Zu den Kosten von 7,1 Millionen Euro steuert der Kreis Lüneburg 900000 Euro bei, um Umbau und Technik zu finanzieren. 17 Arbeitsplätze stehen zur Verfügung, davon drei für die Feuerwehr. Dazu besteht eine Reserve für Katastrophenfälle. Rechtlich bleiben Polizei und Feuerwehr pro forma getrennt, Stichwort Datenschutz. Allerdings betonen beide Seiten, dass man auf Zuruf reagieren kann, wenn zum Beispiel Krankenwagen an Einsatzorten benötigt werden. Das sei ebenso von Vorteil wie das gemeinsame Nutzen von Karten und Technik.

Telefone sucht man im ersten Stock der Leitstelle Luna fast vergebens: Über Computerbildschirme und Headsets arbeiten die Männer und Frauen Einsätze ab. Wenn alle Landkreise mit einer Fläche von 12000 Quadratkilometern mit 1,25 Millionen Einwohnern angeschlossen sind, rechnen die Verantwortlichen mit bis zu 800 Notrufen täglich. Zum Vergleich: Aus vier Landkreisen gingen vergangenes Jahr täglich durchschnittlich 356 Notrufe ein.

Landespolizeipräsident Uwe Binias, Landrat Manfred Nahrstedt, der Chef des Staatlichen Baumanagements, Wilhelm Wickbold, und Polizeipräsident Robert Kruse umrissen die Stationen des Umbaus und die Hoffnungen für die Zukunft. Gekommen war auch Kruses Vorgänger, Friedrich Niehörster, der dem lahmenden Projekt immer wieder Schwung gegeben hatte. Niehörster sieht die Leitstelle als Service-Einheit für die Beamten vor Ort: Zentral könnten Informationen an Streifenwagen geschickt und deren Einsatz viel genauer koordiniert werden.

Für die Polizei leitet Hans-Jürgen Orth die Leitstelle. Und seine Geschichte zeigt, wie viel Zeit verstrich. Von der Wache in Uelzen hatte sich der 57-Jährige vor mehr als zehn Jahren für den Chefposten der neuen Leitstelle beworben. Die damalige CDU/FDP-Landesregierung wollte alles zügig umsetzen. Doch die Kosten kletterten auf neun Millionen Euro. Es knirschte im politischen Gebälk, die Ausgaben müssten sinken. 5,9 Millionen Euro sollten reichen. Nun sinds sieben. Und wenn nun alles gut läuft, können alle acht Landkreise von 2017 an aus Lüneburg betreut werden.