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Besuchten das TZH Lüneburg: (v.l.) Werner Ritter vom Kultusministerium Niedersachsen und Sano Yoshiyuki, Vorsitzender des Bildungsausschusses in Tokushima, mit Matthias Steffen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Foto: nh
Besuchten das TZH Lüneburg: (v.l.) Werner Ritter vom Kultusministerium Niedersachsen und Sano Yoshiyuki, Vorsitzender des Bildungsausschusses in Tokushima, mit Matthias Steffen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Foto: nh

Internationaler Schub für Handwerker

mm Lüneburg. Das Werben um fähige Nachwuchsmitarbeiter hat längst begonnen, Fachkräftesicherung lautet das Stichwort. Auch für Betriebe in der Lüneburger Region. Dafür will sich das Technologiezentrum der Handwerkskammer (TZH) noch internationaler aufstellen.

Bis jetzt war es für Lehrlinge über das Niedersächsische Zentrum für internationale Bildung möglich, während ihrer Ausbildung an Austauschprogrammen im europäischen Ausland teilzunehmen. Das ist auch in Zukunft so. Dann aber soll es auch Austauschprogramme über die europäischen Grenzen hinaus geben, genauer mit Fernasien.

Vor kurzem besuchte eine japanische Bildungsdelegation aus der Präfektur Tokushima, in der auch die Lüneburger Partnerstadt Naruto liegt, das TZH. Nicht ohne Hintergedanken. Denn die Japaner interessieren sich für eine Zusammenarbeit zwischen TZH und Technoschool Tokushima. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, Matthias Steffen, skizziert, wie diese aussehen könnte: „Es soll zuerst einen Austausch zwischen Ausbildungsmeistern geben, der dann auf die Auszubildenden ausgedehnt werden könnte“, sagt er. Ziel sei es, eine Kooperationsvereinbarung noch in diesem Jahr abzuschließen.

Insbesondere in den Gewerken Kfz, Metall, Holzbearbeitung sowie Friseur und Kosmetik sehen die Beteiligten Potenzial für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. „Die Bedingungen sind großartig, wir freuen uns bereits auf eine Zusammenarbeit“, sagte Sano Yoshiyuki, Vorsitzender des japanischen Bildungsausschusses.

Es gebe auch Kontakte zum koreanischen Bildungsministerium, das ein hohes Interesse an der dualen Ausbildung habe, sich den deutschen Weg zum Vorbild nehmen wollte. Sowohl mit Japan als auch Korea könnte man sich am TZH eine nähere Zusammenarbeit vorstellen: „Wir nennen das Bildungsexport“, sagt Steffen. Und weiter: „Andere können von uns lernen und wir von ihnen.“

Berufsorientierungsprogramm
Seit vier Jahren bestehen Kooperationen zwischen dem Technologiezentrum der Handwerkskammer (TZH) im Rahmen eines Berufsorientierungsprogramms mit der Oberschule am Wasserturm und der Oberschule Scharnebeck. Schon mehr als 200 Schüler haben davon profitiert. In der siebten Klasse nehmen sie an einem zweitägigen Assessment-Center zur „Potentialanalyse“ teil. Daran schließt in der achten Klasse eine zweiwöchige handwerkliche Praxisphase in den auszubildenden Gewerken am WerkstattzentrumI des TZH an, als eine Art Schnupperpraktikum. Das Programm wird gefördert vom Bundesinstitut für berufliche Bildung.