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Die Leute hatten ihren Spaß an den alten Autos  wie hier auf dem Marktplatz an dem Mercedes 190 SL von 1962, den der Lüneburger Rüdiger Schmidt steuerte. Foto: be
Die Leute hatten ihren Spaß an den alten Autos wie hier auf dem Marktplatz an dem Mercedes 190 SL von 1962, den der Lüneburger Rüdiger Schmidt steuerte. Foto: be

Grand Prix für ganz sensible Gasfüße + + + Mit Fotogalerie und LZplay-Video

cst Lüneburg. Drei Stunden lang ging es rund ums Rathaus rund: 65 historische Automobile drehten beim 2. ADAC Altstadt Grand Prix ihre Runden und sorgten bei den 2500 bis 3000 Zuschauern am Marktplatz und den vielen Oldie-Fans hinter den Absperrgittern am 1,3 Kilometer langen Rundkurs für Begeisterung.

Es galt dabei, in den zwölf Durchgängen das vorgeschriebene Durchschnittstempo von 25 bis 30 km/h möglichst genau einzuhalten. Der sensibelste Gasfuß trug den Sieg davon, an zwei Lichtschranken wurde die Zeit pro Runde bis auf die 1000stel Sekunde genau gemessen. Trotz der maßvollen Geschwindigkeit kamen die Freunde des Motorensounds voll auf ihre Kosten, ob es das Gebrüll des 1955er Jaguar war, das Achtzylinder-Blubbern der Corvette oder die heiseren Auspufftöne des Ferrari. Und das Boxer-Singen der diversen VW Käfer beziehungsweise Käfer Cabrios und der 356er Porsche machten ebenfalls viel Freude.

Das seltenste Stück hatten Wolfgang und Anke Schmidt aus Handorf mitgebracht: Von ihrem 1938er Daimler-Benz 230-6 W gibt es auf der Welt nicht mehr als gerade vier Exemplare. Die imposante Limousine mit Sechszylindermotor hat noch einen Holzrahmen und eine elektrische Bosch-Heizung als besonderes Ausstattungsdetail. Den größten Brocken im Feld steuerte der Artlenburger Peter Thiele mit Beifahrer Gerd Schlüschen. Die servolose Lenkung des Chevrolet-Feuerwehrwagens (Baujahr 1938) erforderte in den engsten Kurven des Kurses die Muskelkraft des Mannes am Volant.

Fachmännisch begleitet wurde das Spektakel von Streckensprecher Gerd Rodewald, der jeden Fahrzeugtyp sozusagen „mit Vornamen“ kennt. Das perfekte Sommerwetter tat ein übriges, um den sehr gut organisierten Grand Prix zum Erfolg werden zu lassen. Etwa 40 freiwillige Helfer sicherten die Strecke und passten auf, dass kein Zuschauer eines der insgesamt 1400 Absperrgitter überwand. „Sicherheit ging uns über alles“, sagte Cheforganisator Rolf Moormann. Er ehrte gegen 18 Uhr die Klassen- und den Gesamtsieger — dazu hatten sich die 65 Oldtimer-Teams, Sponsoren, Helfer und Ehrengäste im Zelt auf dem Marktplatz versammelt. Die Resonanz bei den Teilnehmern war positiv. Die meisten wollen 2017 beim Grand Prix Nummer drei wieder dabei sein. Im kommenden Jahr — am ersten Juli-Wochenende — ist aber wieder die tradtionelle Hansa Veteran Rallye dran.

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