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Das historische Bild zeigt, wie hoch der Pfeiler am Eingang der Saline einst war. Die Abdeckung fehlt. Der ALA möchte Teile des alten Tores rekons­truieren. Doch von dem Pfeiler ist nur ein Rest geblieben. Fotos: ALA + A/ca
Das historische Bild zeigt, wie hoch der Pfeiler am Eingang der Saline einst war. Die Abdeckung fehlt. Der ALA möchte Teile des alten Tores rekons­truieren. Doch von dem Pfeiler ist nur ein Rest geblieben. Fotos: ALA + A/ca

Steinige Geschichte – Verwirrung um ehemaliges Tor der Saline

ca Lüneburg. Der Rest steht da wie ein abgebrochener Zahn. Dass die Steine einst zum Tor der Saline gehörten, ist kaum noch zu erahnen. Trotzdem waren sich Stadt und Arbeitskreis Lüneburger Altstadt einig, das Relikt zu erhalten. Nun gibt es im Rathaus eine Kehrtwende: Die Überreste sollen weg, die Steine bekomme der ALA. Der reagiert überrascht. Vorstand Christian Burgdorff sagt: „Davon wissen wir nichts, wir sind bereit. den Pfeiler zu erhalten.“ Möglicherweise liege ein Missverständnis vor.

Denn zu einem Tor gehören naturgemäß zwei Pfosten. Doch einer ist inzwischen gänzlich verschwunden. Zudem steht in diesem Bereich am Lambertiplatz inzwischen ein Kassenautomat einer Bank. Dort könne wohl kein Pfeiler mehr aufgemauert werden, sagt Burgdorff. Doch um den noch erhaltenen Sockel wolle der Verein sich kümmern.

Der ALA geht davon aus, dass das Tor aus der Zeit um 1900 stammt und damals eine Zufahrt für die Saline war. Tausend Jahre lang bauten die Lüneburger Salz ab, das weiße Gold war Motor der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt. 1980 stellte das Unternehmen seinen Betrieb ein. Burgdorff und ALA-Schatzmeister Hans-Herbert Sellen verweisen auf die Bedeutung des Solequells und damit auch auf das Tor. Grundsätzliche Linie des Vereins sei es ja, auch Details der Stadtgeschichte zu erhalten, da sie sich zu einem Gesamtbild zusammenfügen.

In der Verwaltung sind die Mitarbeiter inzwischen aber zu einer anderen Einschätzung gekommen, obwohl sie in der Vergangenheit mit dem Verein und Grundstückseigentümern zusammensaßen, um eine Konzeption zu entwickeln. Nun heißt es: „Die Überprüfung der Denkmaleigenschaft durch das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege hat ergeben, dass kein Denkmalwert besteht. Der historische Zusammenhang zur ehemaligen Saline ist bereits zu stark aufgelöst. Da ein Bezug zur ehemaligen Saline nicht nachweisbar ist und daher kein öffentliches Interesse am Erhalt beziehungsweise der Wiederherstellung des Pfeilers besteht, wird der Pfeilerrest in absehbarer Zeit komplett abgetragen. Das historische Material wird dem ALA zur Wiederverwendung übergeben.“

Auch wenn man im Rathaus sagt, die Linie habe man mit dem ehemaligen ALA-Vorsitzenden Curt Pomp abgestimmt, wollen seine Nachfolger an der Restaurierung festhalten: „Auch wenn es auf einmal kein Denkmal ist.“ Pomp sei derzeit nicht zu erreichen, er habe aber so gar einen Entwurf gezeichnet.

Schatzmeister Sellen und Burgdorff haben in den vergangenen Wochen Unternehmen beauftragt, Kostenvoranschläge für einen Wiederaufbau zu entwickeln. Die Idee: Der Rest des Pfeilers wird wieder hochgemauert und als Abschluss kommt quasi ein Hut aus Sandstein auf die Säule. Der Verein rechnet mit Kosten von einigen tausend Euro und ist bereit, die Summe zu tragen.

2 Kommentare

  1. Joachim Fischer

    Da werden Millionen für ein neues Museum und den Ausbau des Ostpreussischen Landesmuseums ausgegeben und für die Restaurierung des historischen Tores zur Saline fehlt es an ein paar Tausendern?? Die Saline und das Salz sowie damit das Salzmuseum ist der „Unique Selling Point“ unserer schönen Hansestadt! Und dieses Alleinstellungsmerkmal sollte man pflegen und mit aller Priorität herausstellen!
    Und sich nicht verzetteln in Museen, die sich schon bald als teure Fehlinvestitionen oder gar (politische) Provokationen herausstellen können.

    • Protzen… äh … klotzen statt kleckern scheint die Devise im Rathaus. Was interessieren da ein Pfeiler oder vernünftig sanierte Straßen. Mit einem Pfeiler weckt man keine Neugier und erhält auch keine Anerkennung. Und marode Straßen werden billiger mit Kaltasphalt (?) Teer und jede Menge Split geflickt. Über die Verwendung von Steuergeldern dürfen die Steuerzahler leider nicht mit entscheiden. Sie dürfen nur zahlen. Für mich ein eklatanter Fehler im System.