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Das Kernkraftwerk Krümmel war einmal der leistungsstärkste Siedewasserreaktor weltweit. Seit 2007 steht es still, jetzt stellte der Energiekonzern Vattenfall überraschend den Rückbauantrag. Foto: tja
Das Kernkraftwerk Krümmel war einmal der leistungsstärkste Siedewasserreaktor weltweit. Seit 2007 steht es still, jetzt stellte der Energiekonzern Vattenfall überraschend den Rückbauantrag. Foto: tja

Krümmel: Energiekonzern Vattenfall stellt überraschend Rückbauantrag

tja Geesthacht. Der Energiekonzern Vattenfall Europe Nuclear Energy hat völlig überraschend einen Rückbauantrag für das Kernkraftwerk Krümmel am Elbufer bei Geesthacht gestellt. Das teilte Sandra Kühberger, die Sprecherin von Vattenfall in Berlin, mit. Sie betont: „Der Antrag beinhaltet keinen Verzicht auf bestehende Genehmigungen.“ Das war lange Zeit der Knackpunkt in der Geschichte, denn Vattenfall hat die Bundesrepublik Deutschland vor einem Washingtoner Gericht auf Schadensersatz verklagt, nachdem die Bundesregierung den Atomausstieg beschlossen und Krümmel damit früher als geplant vom Netz genommen hatte.

Zuständig für das weitere Verfahren ist die Atomaufsichtsbehörde des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) in Kiel. „Der Verlauf des Genehmigungsverfahrens in Brunsbüttel dient uns als Erfahrungsbasis. Die Erfahrungen, die wir bereits gesammelt haben, fließen in Krümmel mit ein. Deshalb gehen wir davon aus, dass wir den Sicherheitsbericht für Krümmel schon in den kommenden Monaten einreichen können“, erklärte Pieter Wasmuth, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy. Der Sicherheitsbericht ist ein wesentliches Element während des umfangreichen Genehmigungsverfahrens zur Stilllegung und zum Abbau des Kernkraftwerks und beschreibt den Gesamtprozess des rund 15 bis 20 Jahre dauernden Rückbaus. „Der Bericht ist öffentlich und informiert auch Dritte, zum Beispiel betroffene Anwohner, ob und wie sie durch das Vorhaben berührt sein könnten“, so Wasmuth.

Selbst nach dem Rückbau bleibt Geesthacht unterdessen Atomstandort, denn es ist unklar, wo der radioaktive Abfall bleiben soll. Ein geeignetes Endlager gibt es bisher nicht, sodass der Strahlenmüll in einem Standortzwischenlager untergebracht werden muss.

Mehr dazu am Mittwoch in der LZ.