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Gemeinsam mit dem ehemaligen Gasthaus Fehlhaber hat Marco Rybarczyk auch das Schützenhaus Wittorf erworben. Den Pachtvertrag habe er bis Ende 2017 gekündigt, um ihn neu zu verhandeln: Unter Wittorfern finden wir bestimmt eine Lösung. Foto: dth
Gemeinsam mit dem ehemaligen Gasthaus Fehlhaber hat Marco Rybarczyk auch das Schützenhaus Wittorf erworben. Den Pachtvertrag habe er bis Ende 2017 gekündigt, um ihn neu zu verhandeln: Unter Wittorfern finden wir bestimmt eine Lösung. Foto: dth

Schluss mit lustig? Wittorfer Schützenvorstand hadert mit neuen Pachtbedingungen

dth Wittorf. Einen Rechtsanwalt und Mediator eingeschaltet hat mittlerweile der Vorstand des Schützenvereins Wittorf. Die Schützenkameraden bangen nach dem Eigentümerwechsel ihres Vereinshauses um ihre Zukunft. Kürzlich hatte Wittorfs Schützenpräsident Wilfried Backeberg öffentlich gemacht, dass der neue Eigentümer den Pachtvertrag nicht mehr akzeptieren wolle. Etwas anders klingt das aus dem Mund von Marco Rybarczyk, ein Mediator scheint eher überflüssig: „Ich habe keine Lust auf Streit.“ Der Wittorfer Maurermeister hatte im Frühjahr das alte Gasthaus Fehlhaber mit allen Nebengebäuden inklusive des Schießstands erworben, will im Gasthaus Wohnungen einrichten. Mit den Schützen müsse er nun über eine neue Pacht sprechen. Rybarczyk sagt: „Früher haben die Schützen weniger Pacht bezahlt und dafür für einen Mindestumsatz im Gasthaus gesorgt. Doch da es keinen Ausschank mehr gibt, müssen wir eine andere Grundlage finden.“

Derzeit bereitet der Sparclub „Up de Heid“ auf dem angrenzenden Festplatz das Wittorfer Heideblütenfest vor, das am Wochenende 60-jähriges Jubiläum feiert. Den Auftakt bereitet am Freitag ab 21 Uhr die große Zeltdisco. Rybarczyk sagt: „Der Sparclub kann für seine Feier auch noch die Toiletten im alten Gasthaus nutzen. Immerhin haben sie gefragt.“ Marlene Blesse vom Sparclub „Up de Heid“ bestätigt: „Wir kommen mit dem neuen Eigentümer wunderbar aus.“ Aber die Kommunikation mit dem Schützenvorstand scheint problematisch zu sein. Auf Nachfrage wollte sich Schützenpräsident Wilfried Backeberg nicht weiter äußern, er wolle zunächst das Ergebnis der Rechtsberatung abwarten.

„Schluss mit lustig“ steht auf dem Plakat, das Rybarczyk beim LZ-Gespräch demonstrativ auf die Tür des Schützenhauses klebt. Es ist aber keine Ansage an den Schützenverein, sondern eine Werbung für das Sechs-Stunden-Mofarennen des „Wittorfer Astra Clubs“ (WAC), das am Sonnabend, 12. September, zum zehnten Mal startet. Rybarczyk, der sich im WAC engagiert, sagt in Richtung Schützen: „Unter Wittorfern finden wir bestimmt eine Lösung.“

Unabhängig davon, wie sich der neue Eigentümer und die Führung des Schützenvereins einigen, sieht Wittorfs Bürgermeister Michael Herbst Handlungsbedarf: „Wir wissen, dass wir nach der Schließung des Gasthauses etwas für unsere Vereine tun müssen, nicht nur für den Schützenverein.“ Auch das bestehende Dorfgemeinschaftshaus könne den Platzbedarf der Vereine nicht mehr decken. Es gäbe bereits erste Überlegungen in der Gemeinde eine neue Versammlungsstätte zu bauen, mit zusätzlichem Platz für ein Gemeindebüro. Vielleicht sei auch eine kleine Sporthalle drin, sagt der Bürgermeister.

Herbst sagt: „Wir sind gerade dabei, die finanziellen Spielräume der Gemeinde zu prüfen.“ Zudem müssten Samtgemeinde, Landkreis und Kreissportbund mit ins Boot geholt werden. Als Standort käme das Areal neben dem Sportplatz in der Straße Im Rehr in Frage, wo ursprünglich die Samtgemeinde Bardowick eine Halle hatte errichten wollen.

Bekanntlich ist der lang gehegte Traum geplatzt, dass die Samtgemeinde den Wittorfern in absehbarer Zeit eine Dreifeld-Sporthalle baut als Entschädigung für den nicht vorhandenen Grundschulstandort. Mit der Schließung des Gasthauses Fehlhaber und mit der Auseinandersetzung um den Pachtvertrag für das Schützenhaus hat das Thema neue Fahrt aufgenommen.