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Der provisorische Zebrastreifen auf der Altenbrückertorstraße ist für Autofahrer und Radfahrer noch ungewohnt und gefährdet so Fußgänger. Foto: be
Der provisorische Zebrastreifen auf der Altenbrückertorstraße ist für Autofahrer und Radfahrer noch ungewohnt und gefährdet so Fußgänger. Foto: be

Zebrastreifen entpuppt sich als Gefahr

mm Lüneburg. Schon einige Fast-Karambolagen hat Lara Marie Kaphengst beobachet. Gerade noch rechtzeitig konnten die Fahrer mit quietschenden Reifen eine Vollbremsung einleiten, Fußgänger entgingen dadurch beim Überqueren des Zebrastreifens nur um Haaresbreite einem Unfall.

Ort des mehrfachen Geschehens ist die Altenbrückertorstraße. Dort ist seit Montag, 17. August, vor der Arbeitsstelle der Auszubildenden ein gelber Ze­brastreifen auf die Straße geklebt. Er hat Bestand, solange die Erneuerung der Geh- und Radwege läuft, das soll nach der vagen Angabe der Stadt noch bis zum Herbst dauern. Währenddessen soll der provisorische und schiefe Zebrastreifen Fußgängern das Passieren der Straße erleichtern, nach Auffassung von Lara Marie Kaphengst ist jedoch das Gegenteil der Fall: Er sei eine Gefahr, sagt die 22-Jährige.

An der nahe gelegenen Scharff-Kreuzung ist derzeit der Übergang Willy-Brandt-Straße auf der westlichen Seite gesperrt, der Fahrrad- und Fußgängerverkehr bewegt sich deshalb größtenteils auf der anderen Seite, wo allerdings der Bürgersteig verengt ist, weil am Geh- und Radweg schon gearbeitet wird. Gefährlicher als die Enge scheint jedoch der Zebrastreifen in der Altenbrückertorstraße zu sein, „der wird regelmäßig missachtet“, sagt Lara Marie Kaphengst.

Insbesondere Bus- und Radfahrer würden nicht halten, Fußgänger müssten warten. Die ständige Beobachterin meint, die Beschilderung würde gar nicht wahrgenommen, „sie steht ja auch jeweils nur etwa 30 Zentimeter vor dem Zebrastreifen“. Auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h sei eher Makulatur, „zumal sie erst nach dem Zebrastreifen beginnt“. Zum Langsamfahren rege sie deshalb nicht an, vor allem Motorradfahrer würden vorher „nochmal richtig Gas geben“ — noch gab es keine verletzten Fußgänger.

Vielleicht auch deshalb ist das Problem der Stadtverwaltung bisher nicht bekannt: „Uns liegen bisher noch keine Beschwerden vor“, sagt Pressesprecher Daniel Gritz auf LZ-Nachfrage. Der Zebrastreifen sei angelegt worden, „damit Fußgänger rechtzeitig vor der Baustelle an der Scharff-Kreuzung die Altenbrückertorstraße überqueren können.“ Dass genau an dieser Stelle oft auch Autos parken, weil die Fahrer in den Waschsalon wollen, haben die Planer dabei wohl nicht bedacht. Einige Kfz stünden sogar schon auf dem Zebrastreifen, sie erschweren zusätzlich die Sicht: „Aufgeschrieben wird hier schon gar nicht mehr“, meint Lara Marie Kaphengst. Die Stadt verspricht zu reagieren: „Wenn es zu Problemen kommt, sind wir gesprächsbereit und werden beobachten“, sagt Daniel Gritz. Beobachtet hat Lara Marie Kaphengst schon genug.

11 Kommentare

  1. Dieter Rohschach

    Seit wann interessiert denn Radfahrer ein Zebrastreifen?Ebensowenig wie rote Ampeln.Wofür gibt es Bürgersteige und Rasenflächen, sowie die Gegenfarbahn? Damit der Radfahrer eben nicht bei Rot halten muss. Letzte Woche fuhr mich einer von 3(!) Radfahrern auf dem Bürgersteig von hinten an. Das ein breit ausgebauter Radweg vorhanden war, wurde ignoriert. Ich wurde angebrüllt, Patz zu machen und letzlich am Arm verletzt. Selbstverständlich flüchteten die 3 schnellstens. Die Polizei, die nach 30(!) Minuten erschien, war noch erbost, das man sie rief,da man der Radfahrer aufgrund fehlenden Kennzeichens, eh nicht habhaft werden kann. Dann die tolle Frage: Hätten SIE nicht zur Seite gehen können? Das ist Schland 2015!

    • Radfahrerbashing war hier nicht das Thema. Setzen, 6 !!

      • Klar, weil ich eine schlechte Erfahrung gemacht habe mit einer Person ist die gesamte Personengruppe dämlich.

        Aussagen wie Ihre, Herr Rohrschach, lassen mich vermuten (!) dass sie selbst kein Radfahrer sind.
        Am besten fährt und geht es sich, wenn man alle Blickwinkel kennt: Radfahrer, Fußgänger, Autofahrer. Nur dann lässt sich halbwegs abschätzen, wo Gefahren lauern und wer wann wo aus eventuellen Notgründen ein anderes Verhalten an den Tag legt als er sollte.

        Das was Ihnen widerfahren ist, ist schlimm. Natürlich. Aber dass Radfahrer sich grundsätzlich nicht an Verkehrsregeln halten stimmt ungefähr so genau wie dass alel Autofahrer Radfahrer als Freiwild ansehen. Zum Glück.

        Ich schließe mich meinem Vorredner an: Setzen, 6. SO können sie ihre Message nicht transportieren.

      • Artikel bitte mal genauer lesen: „Insbesondere Bus- und Radfahrer würden nicht halten, …“

        Ist halt so, Verkehrsregeln gelten nur für andere, aber nicht für mich Das Foto spricht Bände.

      • Hermann Brakelmann

        Ganz genau! Es ist immer wieder drollig zu lesen, wie manche frustrierte poster alle möglichen Artikel, in denen es entfernt um Straßenverkehr geht, zur persönlichen Traumabewältigung gegen Radfahrende zu nutzen wissen. Hatte der Therapeut keinen Termin mehr frei?

        • @Brakelmann:

          Nein, die Radfahrer sind es nur die tagtäglich die StVO „vorsätzlich“ missachten. Wenn sie dann in Gefahr geraten, nachdem sie bei Rot über die Lichtzeichenanlage gefahren sind, wird gedroht und die Schuld bei den Fussgängern und Kfz Führeren gesucht, die die Lichzeichenanlage korrekt beachtet haben.
          Ebenso die Aggro- Reaktion mit Androhung von Gewalt , wenn man einen Radfahrer im Stockdunkeln mit dunkler Kleidung und selbstverständlich ohne eingeschaltete Lichtanlage am Rad in einer nicht für Radfahrer freigegebenen Einbahnstrasse übersieht ( wie kann das nur passieren, das man ihn nicht wahrnimmt-unglaublich?).

          WER da wohl den „Therapeuten“ nötig hat, Herr Dr. Prof. Brakelmann!?

          • Hermann Brakelmann

            Liebe Frau Remagen,

            danke, daß Sie meinen Kommentar auf so wunderbare Weise bestätigen. Oder sollte ich in dem Artikel, um den es hier geht, die Passagen, auf die Sie sich beziehen, überlesen haben?

      • @heidjer:

        „Insbesondere Bus- und Radfahrer würden nicht halten, …“ Ihre oberlehrerhafte Art wird mit dem Zusatz „Setzen6“ , nicht wahrer oder der Gehalt an Fakten nicht grösser!

        Wenn diese Art von Spezies das Problem darstellen, ist Kritik doch wohl erlaubt. Da man nicht von einer Sehschwäche ausgehen kann,wenn man riesige Balken mit gelber Kennzeichnung auf der Fahrbahn nicht sieht (sehen will) da der Fahrer dann nicht am Strassenverkehr teilnehmen dürfte, ist ein „vorsätzliches Verhalten“ die Ursache.

  2. Zitat: Die Stadt verspricht zu reagieren: „Wenn es zu Problemen kommt, sind wir gesprächsbereit und werden beobachten“, sagt Daniel Gritz.

    Es muss erst einmal etwas passieren, und dann wird vielleicht angemessen verschlimmbessert.

  3. Als Radfahrerin muss ich zugeben, das ich mich oft nicht an die sogenannten Verkehrsregeln halte und zwar aus dem Grund meine und die Gefährdung anderer zu reduzieren. Beispiel: ich trete aus dem Haus, breiter Bürgersteig plus ca. 1m Radweg und müsste 100m links rum und dann wieder links 50 m zum Ziel, keine Querstrassen auf dieser Seite. Ich schaue, wenig los auf Fuss und Radweg und fahre kurz 2 mal links zum Ziel. Richtig Wäre die vielbefahrene Staße überqueren, auf der gegenüberliegenden Seite den Radweg auf der Fahrspur nutzen, 2 Querstrassen passieren, eine Große Kreuzung, dort links über die Strasse, dann 50 m wieder links über die Strasse. Dem setze ich mich nicht aus. hierzu gibt es viele Beispiele. Ein weiteres, an der Ampel verschaffe ich mir einen kleinen Vorsprung um beim Anfahren und Grün für die Autos nicht ins trudeln zu geraten.
    Ich denke Rücksichtsnahme und Verständnis ist im Strassenverkehr besonders zwischen Radfahrern und Fußgängern am wichtigsten. Die Verkehrsregeln passen für beide Personengruppen nicht optimal und sind Schilder und Ausbautechnisch im Stadtverkehr auch nicht optimal zu lösen sind.

    • @Petra:
      Ihr Kommentar ist ebenso absurd , wie eine Aufforderung zum Nichtbeachten der StVO.Wenn jeder seinen eigenen Vorteil ausnutzen und sich über die StVO hinwegsetzen würde, hätte man das totale Chaos. Ihr Kommentar zum Übertreten der STVO enthält eine klare Botschaft: Vorsätzlich und egoistisch ist im Eigeninteresse erlaubt-natürlich NUR für MICH.