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Eine Birnbaumallee im Amt Neuhaus: In den kommenden Wochen wollen Freunde alter Obstsorten herausfinden, wie groß die Vielfalt in der Region ist. Damit das gelingt, sind der Verein Konau 11  Natur und der Lüneburger Streuobstwiesenverein auf Hilfe angewiesen. Foto: nh
Eine Birnbaumallee im Amt Neuhaus: In den kommenden Wochen wollen Freunde alter Obstsorten herausfinden, wie groß die Vielfalt in der Region ist. Damit das gelingt, sind der Verein Konau 11 Natur und der Lüneburger Streuobstwiesenverein auf Hilfe angewiesen. Foto: nh

Nur was man kennt, kann man schützen

emi Lüneburg/Konau. Heinrich, Richard und Friedrich sind wieder in aller Munde. Nicht als alte Namen, die eine Renaissance erleben, sondern als alte Obstsorten, die zu erhalten sich lohnt. Diesem Ziel verschrieben haben sich Vereine wie „Konau 11 — Natur“ in Amt Neuhaus und der Lüneburger Streuobstwiesenverein. Doch noch ist unklar, wie groß die Vielfalt alter Apfel- und Birnensorten tatsächlich ist.

Deshalb gehen die beiden Vereine in den kommenden Wochen zusammen mit dem Pomologen Jan Bade auf Entdeckungsreise — nach dem Grundsatz: „Nur was man kennt, kann man auch schützen.“ Dabei setzen die Obstfreunde auch auf die Hilfe und Neugier der Einwohner im Landkreis Lüneburg.

Der Lüneburger Streuobstwiesenverein wird am 2., 3. und 5. Oktober aktiv werden und konzentriert sich bei der Bestimmung auf alte Obstbaumbestände und Einzelbäume, die älter als 25 Jahre alt sind und die auf privaten Grundstücken, Hofstellen und in Klein- oder Pfarrgärten stehen. Für Interessierte, die einen solchen Baum im Garten haben oder von Orten wissen, an denen Obstbäume alter Sorten stehen, gibt es ein Vorbereitungs- und Informationstreffen. Es findet statt am Sonnabend, 29. August, ab 10 Uhr im Haus des Gastes in Neuhaus. Wer an diesem Tag keine Zeit hat, aber Standorte kennt, wird gebeten, sich dennoch bei Sabine Wittkopf zu melden.

Der Verein „Konau 11 — Natur“ wird die Sortenbestimmung in der Zeit vom 28. bis 30. September durchführen. Er konzentriert sich dabei auf die Obstbäume, die an öffentlichen Strecken oder auf Streuobstwiesen stehen, für die er im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen oder Pachtverträgen die Verantwortung für die Pflege übernommen hat.

Hintergrund für die Aktivitäten ist, dass viele Obstsorten vom Aussterben bedroht und viele Obstbäume schon sehr alt sind. Die systematische Erfassung der Bestände dient dazu, bisher verloren geglaubte Sorten doch noch aufzuspüren und seltene Sorten zu retten.

Das Kalkül der beiden Vereine: Sind die Standorte erst einmal bekannt, können gezielt Schutzempfehlungen ausgesprochen, Pflegemaßnahmen eingeleitet und gegebenenfalls Vermehrungskampagnen gestartet werden.

Wer mehr über die von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderten Projekte wissen möchte, kann sich zum einen bei Sabine Wittkopf melden unter Tel. 038841/61377 oder Mail an sabinewittkopf@web.de. Sie ist Ansprechpartnerin für das Projekt „Streuobstwiesenkartierung des Lüneburger Streuobstwiesen e. V. in Amt Neuhaus“ und dort zuständig für das „Vorbereitungs- und Informationstreffen“ am Wochenende in Neuhaus.

Ansprechpartnerin für das Projekt „Obstbaumalleen entdecken und erleben — Sortenerfassung und Sortenpräsentation auf der rechtselbischen Seite des Landkreises Lüneburg“ des Vereins „Konau 11 — Natur“ ist Cornelia Bretz. Sie ist zu erreichen unter Tel. 038841/220027 oder per E-Mail unter cornelia.bretz@konau11.de.

Ergebnisse werden veröffentlicht

Die gewonnenen Erkenntnisse über die alten Apfel- und Birnensorten werden abschließend in einem Bericht veröffentlicht, die Standorte der Sorten im Geoportal des Landkreises Lüneburgs sowie im Streuobstwiesenkataster des BUND Niedersachsen präsentiert, sofern die Besitzer zustimmen.

Die Sorten selbst können sich Interessierte am Sonntag, 4. Oktober, von 11 bis 17 Uhr auf dem Apfelfest des Lüneburger Streuobstwiesenvereins im Biosphaerium in Bleckede sowie am Sonntag, 11. Oktober, um die gleiche Uhrzeit auf dem ersten Hoffest des Vereins „Konau 11“ in Konau ansehen.

Der Pomologe Jan Bade wird sowohl auf dem Apfelfest in Bleckede als auch am 30. September in der Zeit von 15 bis 17.30 Uhr auf dem Hof Konau 11 Äpfel und Birnen bestimmen. Wer Interesse hat, möge von jeder Sorte fünf möglichst schadfreie Früchte mitbringen. Für jede bestimmte Sorte fallen Kosten in der Höhe von 2,50 Euro an.