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Lauenburgs Altstadt ist ein anerkanntes Denkmal. Doch jetzt sollen auch zahlreiche Häuser in der Oberstadt in die Denkmalliste aufgenommen werden. Foto: tja
Lauenburgs Altstadt ist ein anerkanntes Denkmal. Doch jetzt sollen auch zahlreiche Häuser in der Oberstadt in die Denkmalliste aufgenommen werden. Foto: tja

Neue Denkmalliste für Lauenburg

tja Lauenburg. Erstmals hat das Landesamt für Denkmalpflege in Schleswig-Holstein mit Lauenburg eine Stadt komplett mit Blick auf ihre Denkmäler erfasst. Dass Lauenburgs Altstadt als eines der bedeutendsten Denkmäler des Landes gilt, ist bekannt. Doch als 2014 auch Gebäude, die viele Einwohner nicht als Denkmal ansehen, in den Fokus der Denkmalschutzbehörden gerieten, war die Aufregung groß. Zumal Bauten wie das Post-Gebäude am Büchener Weg und andere Immobilien in der Oberstadt plötzlich als erhaltenswert eingestuft wurden. Das Problem: Eine Liste der betroffenen Gebäude hat die Stadtverwaltung nicht, Anfragen von Bürgern liefen ins Leere.

Das soll sich jetzt ändern: Anfang September bietet die Behörde eine öffentliche Bürgersprechstunde in Lauenburg an, um betroffene Eigentümer zu informieren. Das Landesamt hat zudem bereits mit der schriftlichen Information der Betroffenen begonnen. Auch bei der Stadt atmen die Verantwortlichen auf: „Es ist gut, dass es für die Betroffenen nun endlich eine Information aus erster Hand geben soll“, sagt Lauenburgs Bauamtsleiter Reinhard Nieberg. Doch ist er auch sicher: „In der Oberstadt wird es sicher den ein oder anderen Eigentümer überraschen.“

Rechts- und Planungssicherheit verspricht Landeskonservator Dr. Michael Paarmann allen Beteiligten. „Mit der neuen Denkmalliste für Lauenburg gehören bisherige Verunsicherungen der Vergangenheit an“, sagt der Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege. Denn statt zwei Denkmalkategorien wird es künftig nur noch eine geben. Im Zuge der schriftlichen Benachrichtungen erhalten Denkmaleigentümer ein Datenblatt des Landesamtes mit detaillierten Informationen über ihr Denkmal und dessen Schutzumfang, dazu eine Broschüre, die die gesetzlichen Grundlagen sowie die Rechte und Pflichten der Betroffenen erläutert.

Mit einer neuen Denkmaldefinition in Schleswig-Holstein entfällt die Unterscheidung zwischen einfachen und besonderen Kulturdenkmalen. Die bisher ins Denkmalbuch eingetragenen Kulturdenkmale werden automatisch in die neue Denkmalliste eingetragen, doch nach Jahrzehnten, in denen kaum neue Objekte erfasst wurden, wird das jetzt im großen Stil nachgeholt. Damit passt sich Schleswig-Holstein den Denkmalschutzgesetzen der anderen Bundesländer an, die ebenfalls nur eine Denkmalkategorie kennen.

Neben der schriftlichen Information plant das Landesamt eine Sprechstunde für Mittwoch, 2. September, von 17 bis 19 Uhr in der Heinrich-Osterwold-Halle an der Elbstraße. Dann haben Betroffene die Gelegenheit, Fragen zu stellen.