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Mit der beginnenden Zugzeit sind Schwarzstörche auch in der Elbtalaue zu sehen. Kreisweit gibt es zwar weniger als fünf Brutpaare, doch viele Tiere rasten auf ihrem Zug an der Elbe. Bleckedes Biberbeauftragter Dieter Schmidt hat jetzt sieben der scheuen Vögel auf Nahrungssuche gefilmt. Quelle: Videoausschnitt
Mit der beginnenden Zugzeit sind Schwarzstörche auch in der Elbtalaue zu sehen. Kreisweit gibt es zwar weniger als fünf Brutpaare, doch viele Tiere rasten auf ihrem Zug an der Elbe. Bleckedes Biberbeauftragter Dieter Schmidt hat jetzt sieben der scheuen Vögel auf Nahrungssuche gefilmt. Quelle: Videoausschnitt

Seltene Schwarzstörche bei Nahrungssuche gefilmt

ml Bleckede. Der Schwarzstorch ist ein seltener, scheuer Vogel und während der Brutzeit in der Elbtalaue so gut wie nicht zu sehen. Doch mit der jetzt beginnenden Zeit des Vogelzuges steigen die Chancen, das störungsanfällige Tier an oder nahe der Elbe zu beobachten.

Dieses Glück hatte Anfang der Woche bereits Bleckedes Biberbeauftragter Dieter Schmidt. Zunächst entdeckte und filmte er am Dienstagmorgen zwei Schwarzstörche in der alten Röthekuhle am Bleckeder Schloss. Als ein Hundebesitzer mit seinem Vierbeiner die Vögel aufscheuchte, folgte Schmidt ihnen auf dem Landweg bis zum Altarm der Elbe hinter der Bleckeder Werft. Dort fand der Biberbeauftragte fünf Schwarz- und zwei Weißstörche und zehn Graureiher einträchtig auf Nahrungssuche. Kurz darauf bekam er bei seiner morgendlichen Tour nur wenige Hundert Meter weiter nahe der Alt Wendisch­thuner Badestraße eine Gruppe von gleich sieben Schwarzstörchen vor die Kamera. „Es war schon beeindruckend, in welch affenartigem Tempo die Schwarzstörche nach Nahrung suchen“, sagt Schmidt.

Der Vogelkundler Heinz Georg Düllberg vom Nabu-Kreisverband Lüneburg vermutet, dass es sich um Tiere handelt, die noch nicht geschlechtsreif sind, oder um eine Zuggemeinschaft, die in der Elbtalaue gerastet hat. „Nur in diesen Fällen bilden Schwarzstörche so große Gruppen“, sagt Düllberg. Normalerweise trage der Vogel den Namen Waldbrüter, denn ihre Horste bauen Schwarzstörche in abgelegenen Wäldern. Während ein Elterntier den Nachwuchs bewache, suche das andere nach Nahrung. „Deshalb sind Schwarzstörche während der Brutzeit nur allein zu beobachten“, erklärt Vogelkundler.

Auf unter fünf schätzt Düllberg die Brutpaare im Landkreis Lüneburg, landesweit seien es kaum 50. „Die Brutplätze sind oft nicht bekannt, oder wenn nur den örtlichen Förstern.“ Diese würden das Geheimnis aber hüten, damit die Tiere bei der Brut nicht gestört würden.

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Schwarzstorch-Infos

Der Schwarzstorch ist mit einer Länge von knapp einem Meter etwas kleiner als der Weißstorch. Ein erwachsener Vogel wiegt rund drei Kilogramm und kommt auf eine Spannweite von fast zwei Metern. Das Gefieder an der Oberseite, Kopf, Hals und vorderer Brust ist schwarz und glänzt metallisch. Brust und Bauch hingegen sind weiß. Der Schnabel wird bis zu 20 Zentimeter lang und in der Brutzeit leuchtend rot, ebenso wie die Beine. Im Gegensatz zum Weiß- lebt der Schwarzstorch im Verborgenen. Vorzugsweise nistet der Vogel in alten, strukturreichen, aber nicht zu dichten Wäldern, in deren Nähe sich Seen, Teiche und Tümpel oder auch Fließgewässer befinden. In Mittel- und Nordeuropa kommt der Schwarzstorch regelmäßig, aber auch sehr lückenhaft vor. Von Norddeutschland aus schiebt sich ein Ausbreitungskeil in Richtung Südwesten über die Ardennen bis ins französische Perigord an der spanischen Grenze. Eine sogenannte residente Population findet sich auf der iberischen Halbinsel. Das heißt: Die Tiere überwintern vor Ort und nicht in Afrika. Während sich das Populationsgebiet von Norddeutschland weiter über Polen und das Baltikum bis an die Pazifikküste erstreckt, kommt der Schwarzstorch in Skandinavien nicht vor.