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Hafenbahn-Chef Lars Strehse (r.) und Thomas Strache von einer der Baufirmen begutachten die Arbeiten an der Eisenbahnbrücke über die Ilmenau. Foto: t&w
Hafenbahn-Chef Lars Strehse (r.) und Thomas Strache von einer der Baufirmen begutachten die Arbeiten an der Eisenbahnbrücke über die Ilmenau. Foto: t&w

Neue Gleise für Industriebahnen

ca Lüneburg. Mit Millionenaufwand lässt die Hafen Lüneburg GmbH derzeit ihre Bahnstrecken an die Lüner Rennbahn, in die Goseburg und im Bereich des Hafens erneuern und erweitern. Das hat Auswirkungen für Betriebe, die an die Industriebahn angeschlossen sind. Größter Kunde ist der Automobilzulieferer Yanfeng, ehemals Johnson Controls, an der Lüner Rennbahn. Werksleiter Werner Pertek berichtet, dass man Instrumententafeln für ein polnisches Opel-Werk nun im Hafen statt direkt neben der Fertigung verlädt: Sieben Lastwagentouren steuern dafür täglich den Gleisanschluss im Hafen an. Die Kosten trage die Hafenbahn.

Deren Geschäftsführer Lars Strehse berichtet, dass aktuell der Anschluss, der von der Goseburg zur Lüner Rennbahn führt, saniert werde. So muss auch die 1971 errichtete Brücke über die Ilmenau instand gesetzt werden. Arbeiter dichten den Trog sowie die Widerlager ab. Aber auch das Gleis selber und der Bahnübergang an der Christian-Herbst-Straße werden erneuert. „Wir planen, die Arbeiten bis Ende November abzuschließen“, sagt Strehse. „Der Bahnbetrieb soll so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden.“ Rund 800000 Euro sind für die Kosten veranschlagt, 480000 Euro kommen als Zuschuss von der Landesnahverkehrsgesellschaft.

Weitere gut 1,4 Millionen Euro investiert die Gesellschaft im Hafen. Strehse: „Die Anlagen der Hafenbahn werden in Teilen, inklusive der Bahnübergänge, komplett grunderneuert, sodass die vorhandenen Anlagen wieder vollumfänglich nutzbar sind. Damit wird dann eine sogenannte Vorstaugruppe nutzbar sein.“ Künftig sollen am östlichen Hafenbecken zwei Gleise für 400 Meter lange Züge, sowie zwei Gleise am westlichen Becken für 750 Meter lange Züge, in Betrieb gehen: „So können Umschlagsaktivitäten entzerrt werden.“

Auch hier fließen laut Strehse Fördermittel: Das Eisenbahnbundesamt schieße 600000 Euro dazu, 530000 die LNVG. Diese Arbeiten sollen im Frühjahr kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Kurzer, aber verbotener Weg

Die Eisenbahnbrücke zwischen Lüner Rennbahn und Goseburg ist eine beliebte Abkürzung: Fußgänger und Radler nutzen die Querung über die Ilmenau seit Jahren, das zeigen Trampelpfade. Allerdings ist das Ganze nicht erlaubt. Hafenbahn-Geschäftsführer Lars Strehse sagt: „Auch die derzeitige Baustellenabsicherung mit Bauzäunen wird ignoriert und Bauzäune werden einfach geöffnet. Wir mussten sogar schon einen aus Paletten ‚gebastelten‘ Bahnübergang, um offensichtlich die Schienen mit dem Fahrrad besser queren zu können, entfernen. Die Eisenbahnbrücke ist kein öffentlicher Geh- und Radweg und das Betreten der Anlagen, wie auch bei allen anderen Eisenbahnanlagen, ist verboten und nur Betriebspersonal gestattet.“