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Schmückendes Weiß-blau ist für das Rathaus farblich keine gute Verbindung, aber Maiden im Dirndl sind gern gesehen. Foto/Montage: nh
Schmückendes Weiß-blau ist für das Rathaus farblich keine gute Verbindung, aber Maiden im Dirndl sind gern gesehen. Foto/Montage: nh

Bayerische Farben passen nicht

ca Lüneburg. Seit 30 Jahren feiert Lüneburg sein Oktoberfest auf den Sülzwiesen, in diesem Jahr schwappt es sozusagen schon im vorhinein in die Stadt: Mit einem verkaufsoffenen Sonntag am 6. September soll die Gaudi beginnen. Von da bis zum Wiesnfest, das Freitag, 11. September, startet, wollen sich Handel und Lokale an der Schröderstraße in bayerischer Stimmung präsentieren. Allerdings klappt nicht alles so wie gewünscht. Denn die Marketinggesellschaft wollte in der Innenstadt eigentlich weiß-blaue Wimpel aufhängen. Dazu sagt die Stadt laut ihrem Sprecher Daniel Girtz: „Nein.“

Gritz nennt drei Gründe: Die Stadtbildsatzung, die der Rat beschlossen habe, lasse diesen Schmuck nicht zu. Zum anderen könne man nicht einfach Wimpel an Privathäusern anbringen, dazu bedürfe es eines Einverständnisses der Besitzer. Und: Am Sonntag, 13. September, feiert auch Lüneburg wieder mit beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals. Da sollen keine weiß-blauen Stoffe von der Schönheit der stolzen Giebel ablenken.

Heiko Meyer, Vorsitzender der Handelsorganisation LCM, bedauert die Entscheidung der Stadt. Die Geschäftsleute möchten in Zusammenarbeit mit den Schaustellern mit der Aktion Besucher in die Stadt locken. Schließlich feiere Lüneburg eins der größten Oktoberfeste im Norden. Meyer und seine Kollegen verstehen das bayerische Flair auch als eine Idee für die Zukunft: Wenn Lüneburg irgendwann einmal nicht mehr von der ARD-Serie Rote Rosen profitiere, müsse es andere Attraktionen geben.

Meyer sagt, die städtische Satzung lasse seines Wissens nach auch Ausnahmen zu, eben um flexibel zu reagieren, wenn man feiern wolle. Am Tag des offenen Denkmals könne man die Wimpel abnehmen. Auch sei es nicht nötig, „Haken in Häuser zu schrauben“, denn an vielen Gebäude gebe es die bereits. „Als ich Kind war, wurden zum Schützenfest Fahnen und Wimpel rausgehängt“, sagt der LCM-Chef. Er wünscht sich für die Zukunft mehr Entgegenkommen, neue Konzepte und Ideen.

Am verkaufsoffenen Sonntag sollen Spiele und kulinarische Angebote Spaß machen. So werden etwa die Wochenmarktbeschicker Schmankerl anbieten. In Geschäften können Kunden Gewinne einheimsen, mit Hinblick auf die Sülfmeistertage Anfang Oktober lost die Marketinggesellschaft die Paarungen der teilnehmenden Wettkampf-Mannschaften aus. Zudem soll es Stände im Bereich Sand, Bäckerstraße geben, auch dort sollen bayerische Vorlieben Vorbild sein. Einige Wirte der Schröderstraße wollen in diesen Tagen dann Bierspezialitäten etwa aus Franken anbieten.

Fazit: München eröffnet zwar eine temporäre Botschaft an der Ilmenau, aber die Möblierung fällt ein wenig sparsamer aus.

Gaudi auf den Sülzwiesen

Der Weißwurst-Äquator verschiebt sich wieder ein ganzes Stück in den Norden: Von Freitag bis Montag, 11. bis 14. September, feiert Lüneburg Oktoberfest. 56 Fahrgeschäfte, Wurststände, Los- und Schießbuden warten auf den Sülz­wiesen auf Kunden. Mit dabei sind neben Klassikern wie dem Autoscooter das „Propeller-Karussell Van Helsing“ und ein „Fliegender Teppich“. Größte Attraktion ist aber wieder das Festzelt von Wiesen-Wirt Benno Fabricius mit 2000 Sitzplätzen drinnen sowie 600 im Biergarten. Erwartungsgemäß dürften ausgelassene Gäste wieder auf den Bänken tanzen, wenn Andreas Autengruber und sein original Enzian Sextett und die Golden City Band Gas geben. Am Freitag eröffnet Bürgermeister Eduard Kolle das Fest um 17 Uhr offiziell mit dem traditionellen Fassanstich. Geöffnet hat der Markt täglich von 15 bis 24 Uhr, am Sonntag geht es bereits um 14 Uhr los. Zudem beginnt am Sonntag um 12 Uhr ein Frühschoppen. Am Montag lockt der Aktionstag mit vergünstigten Preisen. Es gibt eine Änderung: Das Feuerwerk soll in diesem Jahr statt am Montag bereits am Freitagabend gegen 22 Uhr abgebrannt werden.