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Das grüne Fahrrad ist eine Spezialanfertigung, genau zugeschnitten auf die 60 Kilogramm leichte und 1,64 Meter große Renée Rowland. Auf dem Weg von London in ihre Heimat Neuseeland macht die 31-Jährige einen Zwischenstopp bei Oma Käthe Hantel in Dahlenburg. Foto: sel
Das grüne Fahrrad ist eine Spezialanfertigung, genau zugeschnitten auf die 60 Kilogramm leichte und 1,64 Meter große Renée Rowland. Auf dem Weg von London in ihre Heimat Neuseeland macht die 31-Jährige einen Zwischenstopp bei Oma Käthe Hantel in Dahlenburg. Foto: sel

Rolling, rolling, rolling – Mit dem Rad von London nach Neuseeland

sel Dahlenburg. Drei-, viermal im Jahr besucht Renée Rowland ihre Oma Käthe Hantel in Dahlenburg und damit den Geburtsort ihrer Mutter. Dieses Mal ist die junge Frau mit dem Rad gekommen. Aus London. Ein nicht ganz alltäglicher Ausflug. Aber damit nicht genug. Denn Dahlenburg ist nur einer der zahlreichen Zwischenstopps auf Renées Weg nach Neuseeland. Rund 18000 Kilometer liegen vor der lebensfrohen, jungen Frau — 18000 Kilometer, die sie als „cyclist“ hinter sich bringen will, um in ihre Heimat zurückzukehren. Denn Renée wurde vor gut 31 Jahren in Neuseeland geboren, bevor sie vor acht Jahren zunächst nach Schottland, dann nach London zog. In der britischen Hauptstadt arbeitete sie in einer Bank und weiß seit deren Privatisierung: „Nie wieder in einer Großstadt leben. Nie wieder einen Bürojob machen.“

Die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin und Homöopathin liebt das Radfahren schon von jeher. Im September 2014 traf sie die Entscheidung, per Rad nach Neuseeland zu fahren. „First it was a joke“, erinnert sie sich lachend, auch ihre Freunde und die Familie dachten zunächst, Renée „was kidding“, machte sich über sie lustig. Aber die junge Frau bleibt bei ihrem Entschluss, lässt sich ein Spezialrad anfertigen, das auf ihre Körpergröße (1,64 Meter) und ihr Gewicht (60 Kilogramm) zugeschnitten ist, kleine Räder hat und viel Gewicht tragen kann. Ungefähr 50 Kilo schwer ist das Gepäck, das mit auf die Weltreise kommt. Renée hat sich lange und gründlich auf diese Reise vorbereitet, hat Muskeln aufgebaut und sich an acht Stunden täglich im Sattel gewöhnt. „Nach rund 1000 Kilometern hast du dich an den harten Ledersattel gewöhnt“, sagt sie. Am 5. September wird sie Dahlenburg verlassen, um zunächst einmal — immer der Elbe entlang — nach Dresden zu radeln, wo sie ihre Cousins besuchen will. Danach gehts weiter zu Verwandten nach Bayern, dann nach Salzburg, Klagenfurt, Kroatien. „Am 13. November will ich Freunde in Istanbul treffen“, kündigt sie an und weiß selbst: Das ist ein ehrgeiziges Ziel. Denn zwischen Dahlenburg und Istanbul liegen unter anderem die Alpen und weitere Hürden, Klippen und Berge.

Was ist das Schwerste, was das Schwierigste an ihrer Reise? „Die tägliche Verpflegung. Und die Visa, die ich für viele Länder brauche“, antwortet sie ohne zu zögern. Wo wird sie nach einem langen Tag im Sattel für die Nacht unterkommen? Es gebe eine weltweite “ community“ der Radfahrer, eine Art weltweiten Geheimclub, verrät sie lächelnd: „Viele Leute sind mit dem Fahrrad unterwegs und radeln um die Welt.“ Und passend dazu gibt es einen lockeren Verbund, der sich „warm showers“ nennt, wo die Radler des Nachts unterkommen, ihr Zelt aufschlagen und warm duschen können. „In London war ich selbst Gastgeberin bei warm showers, jetzt bin ich als Gast unterwegs.“

Und — hat die junge, hübsche Frau mit dem strahlenden Lächeln keine Angst, allein unterwegs zu sein? Renée überlegt eine Weile, sagt: „Angst nicht unbedingt. Man muss immer vorsichtig und aufmerksam sein. Und man hat viel, viel Zeit nachzudenken, wenn man acht Stunden täglich auf dem Rad ist.“ So sei ihre Weltumradlung auch eine Art Pilgerfahrt. Aber in erster Linie sei sie „happy“ und „excited“. Menschen in ihrem Umfeld kennenzulernen, nicht nur in Büchern über fremde Kulturen zu lesen, das reizt die gebürtige Neuseeländerin mit Dahlenburger Wurzeln an ihrem Abenteuer. Sie weiß, dass die Tour hart wird, aber ebenso spannend, jeden Tag aufs Neue. „Und ich möchte andere ermutigen, sich mit dem Rad auf den Weg in und um die Welt zu machen“, sagt sie. Wenn sie in zwei, drei Jahren back to Dahlenburg ist, wird sie viel von ihrem Abenteuer auf zwei Rädern zu erzählen haben.

Wer Interesse hat, kann Renées Weg durch die Welt auf ihrem Blog verfolgen unter: www.rollingrowland.com. Unter www.warmshowers.com gibt es Adressen für die Nacht für „cyclists“, auch als Gastgeber kann man sich dort registrieren.

One comment

  1. man sollte sich mühe geben, es gibt viele sprachen. wer diese reise verfolgen will, muss leider englisch können. gibt es keine freiwilligen übersetzer?