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In die Zange genommen haben die Fraktionschefs im Samtgemeinderat, Dominik Wehling (CDU, l.) und Detlev Schulz-Hendel (Grüne, M.), Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker. Die Politiker wollen, dass Völker die Geschäfte als Leiter des Eigenbetriebs Tourismus bei der Neuausrichtung ruhen lässt. Fotos: A/t&w (2), nh
In die Zange genommen haben die Fraktionschefs im Samtgemeinderat, Dominik Wehling (CDU, l.) und Detlev Schulz-Hendel (Grüne, M.), Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker. Die Politiker wollen, dass Völker die Geschäfte als Leiter des Eigenbetriebs Tourismus bei der Neuausrichtung ruhen lässt. Fotos: A/t&w (2), nh

Tourismus: Konfrontationskurs in Amelinghausen

dth Amelinghausen. Sie wollten das Votum des Fachausschusses korrigieren und sind jetzt offenbar bei der nichtöffentlichen Sitzung des Amelinghhausener Samtgemeindeausschusses (SGA) gescheitert. Doch Detlev Schulz-Hendel (Grüne) und Dominik Wehling (CDU), Fraktionschefs im Samtgemeinderat, befinden sich weiter auf Konfrontationskurs zu Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker (parteilos). Es geht um die Zukunft des kommunalen Eigenbetriebs „Tourismus, Marketing und Wirtschaftsförderung“. Schulz-Hendel, Vorsitzender des Fremdenverkehrsausschusses, sagte: „Wir glauben an einen Neuanfang des Eigenbetriebs. Allerdings sollte sich der Betriebsleiter bei der strategischen Neuausrichtung heraushalten.“ Damit ist Völker gemeint. Der sagte nach einem Treffen des SGA: „Wir haben Einvernehmen erzielt, dass sich Kommunalpolitik und Betriebsleiter aus der Erarbeitung des Entwicklungskonzeptes heraushalten.“ Das muss erstmal sacken.

Schulz-Hendel vertritt die Meinung: „Es ist offensichtlich, dass der Betriebsleiter große Vorbehalte gegenüber den Partnerbetrieben pflegt.“ Und Wehling sagt: „Wir haben ein Problem mit dem Betriebsleiter. Im Gegensatz zu ihm hat die Teamleiterin aber einen guten Draht zu den Partnern. Sie ist die entscheidende Schnittstelle und sollte den Prozess leiten und die Entwicklung eines ersten Konzeptentwurfs vorantreiben.“

Dazu sagt Völker auf LZ-Nachfrage: „Das sind subjektive Einschätzungen. Herr Schulz-Hendel und Herr Wehling können ja unterstellen, was sie wollen, aber ich habe kein Problem mit den Partnerbetrieben. Vielleicht haben einzelne ein Problem mit mir. Aber mit einem Budget von 57000 Euro für den Eigenbetrieb kann ich die Aufgaben nicht im gewünschten Maße erfüllen. Und wenn das der Wirtschaft nicht ausreicht, dann soll sie im weiteren Prozess ihre Wege gehen, sich bitte inhaltlich mit Engagement und Geld einbringen.“

Wehling will das „Schwarze-Peter-Spiel“ zwischen Politik und Partnerbetrieben beenden. „Ich sehe 2016 noch Potenzial im Samtgemeindehaushalt, auch wenn wir das an anderer Stelle wieder einsparen müssen. Aber wenn die Partnerbetriebe sich bereit erklären, mehr Geld in den Eigenbetrieb zu stecken, dann wird bestimmt auch die Samtgemeinde ihren Beitrag leisten.“ Dazu sagt Völker: „Wir haben einen Beschluss im Haushalt die schwarze Null zu schaffen. Da können wir nicht nur an den Stellschrauben von Kita und Feuerwehr drehen. Dann sollen sie Vorschläge machen, in welche Kassen wir greifen sollen. Der Eigenbetrieb ist nur eine wichtige Aufgabe von vielen: von Breitbandversorgung, Kfz-Zulassungs-Wesen bis zur kommunalen Sozialraumarbeit, die im Gegensatz zu anderen Samtgemeinden bei uns erfüllt werden.“

Den Ausgang der nichtöffentlichen SGA-Sitzung haben beide Seiten offenbar in unterschiedlicher Erinnerung behalten. Schulz-Hendel sagte: „Wir können nicht mehr als eine Empfehlung geben und wenn Herr Völker auf seine rechtliche Stellung als Betriebsleiter pocht, liegt es auch in seiner Verantwortung, wenn dieser Prozess scheitert.“ Hingegen sagte Völker zur LZ, auf die Frage, wann die ersten Workshops stattfinden sollen: „Ich bin doch in diesen Prozess nicht eingebunden. Ich hoffe, die Politik hält sich auch an dieses Einvernehmen. Aber ich bin optimistisch, dass da etwas Tolles herauskommt.“

Hintergrund
Ende Juli hatte sich der Fachausschuss auf eine kurzfristige Minimallösung verständigt, um unter anderem während der Tourismus-Saison die Tourist-Info personell länger besetzen zu können. Die erhoffte Entlastung für Teamleiterin Sonja von Reden, die als Maketing-Fachfrau eigentlich die strategische Neuausrichtung der Tourismus-Region Amelinghausen begleiten sollte, war das aber offenbar nicht.
Nichtsdestotrotz sollen Workshops mit den Partnerbetrieben stattfinden. Dabei schwingt auch die Frage mit, ob die freiwillige Marketing-Umlage noch sinnvoll ist, oder, wie von Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker angestoßen, nicht eher eine verpflichtende Abgabe her müsse.
Bei der Neuausrichtung geht es ferner um den Marketing-Auftritt des Feriengebiets Amelinghausen unter dem Dach des Tourismusverbandes Lüneburger Heide GmbH.

One comment

  1. Ich saß neulich im Heideradbus auf dem Weg von Lüneburg nach Amelinghausen. Mir viel auf, das viele Touristen die den Heideradbus nutzen in die Heide wollten. Sie wollten in Amelinghausen in die Heide und zeigten mir den Fahrplan, dort war Amelinghausen zwar als Haltestelle aufgeführt, aber einen Hinweis das es dort den Kronsberg gibt der in der Heide liegt war nicht vorhanden. Andere Heidegebiete in anderen Landkreisen hingegen waren eingezeichnet und mit extra Buslinien zu erreichen. Wenn Amelinghausen den Tourismus fördern will, wäre eine Haltestelle am Kronsberg oder ein Hinweis darauf in der Broschüre sehr angebracht. Die Verantwortlichen sollten eher mit anderen Gemeinden zusammenarbeiten als den Egotrip zu gehen. Vor allem wenn man sich als „Krone der Heide “ bezeichnet. Die Touristen im Bus hätten sich über mehr Infos sehr gefreut, Sie wären gerne nach Amelinghausen in die Heide gefahren, doch ohne Informationen war ihn dies zu heikel, Sie fuhren lieber in andere Landkreise.