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Dort hätte die Elbbrücke verlaufen können: Bei seinem Besuch im Amt Neuhaus informierte sich Landtagspräsident Bernd Busemann bei der Landtagsabgeordneten Karin Bertholdes-Sandrock auch über das gescheiterte Großprojekt. Foto: t&w
Dort hätte die Elbbrücke verlaufen können: Bei seinem Besuch im Amt Neuhaus informierte sich Landtagspräsident Bernd Busemann bei der Landtagsabgeordneten Karin Bertholdes-Sandrock auch über das gescheiterte Großprojekt. Foto: t&w

Elbbrücke: Busemann schürt Hoffnung

emi Darchau. Der Beschluss des Lüneburger Kreistags vom 20. Juli steht fest, die Planungen für den Bau der Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau werden eingestellt. Doch ein Bündnis rund um den Förderverein „Brücken bauen“ kämpft weiter für das Millionenprojekt. Am Montag erhielten die Brücken-Befürworter Zuspruch vom Präsidenten des niedersächsischen Landtags. Bernd Busemann (CDU) besuchte auf Einladung seiner Parteifreundin und Landtagsabgeordneten Karin Bertholdes-Sandrock das Amt Neuhaus. Im Gepäck hatte er „drei gute Gründe, die dafür sprechen, den Bau weiterzuverfolgen“.

Rund 20 geladene Gäste — Politiker sowie Vertreter aus Wirtschaft und Landwirtschaft — waren zu dem Gespräch über das Vorgehen in Sachen Brücke nach Darchau ins Café „Zur Elbe“ gekommen. Jörg Sohst, 2. Vorsitzender des Fördervereins, warb für das Projekt mit den bekannten Argumenten: Die feste Querung fördere die wirtschaftliche Entwicklung im Ostteil des Landkreises Lüneburg, entlaste Einwohner, Touristen und Arbeitnehmer von den Fährkosten, fördere die sozialen und kulturellen Kontakte beidseits der Elbe und schaffe Einheit.

Ausschlaggebend für die Entscheidung des Kreistags war letztlich jedoch nur eines gewesen: das Geld. Bei einem Eigenanteil von mehr als zehn Millionen Euro zog die rot-grüne Mehrheit die Reißleine. Zu früh, so das Argument der Befürworter. Sie sind überzeugt: Es hätte weitere, alternative Finanzierungsmöglichkeiten gegeben. In Busemann haben sie einen weiteren, prominenten Unterstützer gefunden.

„Die Brücke über die Elbe spielt eine besondere Rolle“, sagte der Landtagspräsident. Abseits aller Beschlüsse von Land- und Kreistag gebe es drei gute Gründe für den Bau. Erstens: das nationale, politische Thema — die deutsche Einheit. Zweitens: Glaubwürdigkeit. „Politiker aller Couleur haben den Menschen über 20 Jahre gesagt, die Brücke sei wichtig, sie würden ihnen helfen. Das Ergebnis ist, es gibt keine Brücke.“ Drittens: die wirtschaftliche Entwicklung. „Die Erfahrung lehrt: Wenn Strukturen geschaffen werden, kann die Wirtschaft sich daran entwickeln. Nicht umgekehrt.“

Seine Idee: Durch eine alternative Bauform der Brücke könnten die Kosten gesenkt, parallel weitere Geldquellen, beispielsweise des Bundes, erschlossen werden. „So könnte insgesamt eine Kostensituation entstehen, die die ursprünglichen Partner, insbesondere die Landkreise, mittragen wollen“. Der Landtagspräsident versprach, bei der Bundesregierung für das Millionenprojekt zu werben — und weckte so bei den Befürwortern Hoffnung, dass die Elbbrücke doch noch nicht beerdigt ist.

Längst haben die Brückenbefürworter konkrete Finanzierungsvorschläge parat. Sohst und seine Mitstreiter hoffen etwa auf den Solidarpakt II, das Mauergrundstücksgesetz des Bundes, Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und die Ausschöpfung von Mitteln aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG).

Lüneburgs CDU-Kreisvorsitzender Günter Dubber appellierte an alle Befürworter: „Wir müssen Aufbruchstimmung schaffen. Wir müssen Wege aufzeigen, wie wir die Finanzierung und Planung wieder aufnehmen können.“ Dass das Projekt zu groß sei, um es dem Landkreis Lüneburg allein zu überlassen, gab Bleckedes Bürgermeister Jens Böther zu bedenken. Er forderte: „Wir müssen die Maßnahme auf nationale Ebene heben.“

One comment

  1. Büsemann will dieses leidige brückenthema gern für die nächste wahl ausschlachten. sehr durchsichtig das ganze. er wird der cdu damit keinen gefallen tun. sie müsste dann nämlich verraten, wer die brücke bezahlen soll. von deren folgekosten ganz zu schweigen.