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Linkes Bild: Die Studienrätin Elisabeth Maske lebte von 1860-1937. Nach der Lüneburgerin, die sich um den Frauensport verdient machte, soll nun eine Straße im Hanseviertel benannt werden. Rechtes Bild:
Die berühmte Krankenschwester Florence Nightingale, die eine einflussreiche Reformerin des Gesundheitswesens war. Fotos: nh
Linkes Bild: Die Studienrätin Elisabeth Maske lebte von 1860-1937. Nach der Lüneburgerin, die sich um den Frauensport verdient machte, soll nun eine Straße im Hanseviertel benannt werden. Rechtes Bild: Die berühmte Krankenschwester Florence Nightingale, die eine einflussreiche Reformerin des Gesundheitswesens war. Fotos: nh

Ehre für ungewöhnliche Frauen

as Lüneburg. Mut, Wissbegierde, Selbstbewusstsein und beachtlicher Erfolg in einer Männergesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts zeichnete die Studienrätin Elisabeth Maske aus. Ihr zu Ehren möchte die Stadt nun eine Straße im nördlichen Teil der ehemaligen Standortverwaltung, dem heutigen Speicherquartier, benennen. Diskutiert wird dies im Kultur- und Partnerschaftsausschuss am Mittwoch, 9. September, ab 16 Uhr im Glockenhaus. Auch im Neubaugebiet Hanseviertel sollen drei weitere Straßen Namen bekommen.

Elisabeth Maske wurde am 12. Mai 1860 als Tochter des Lüneburger Stadtbaumeisters August Maske geboren. Nach dem Besuch der Höheren Töchterschule, der heutigen Johannes-Rabeler-Schule, ging sie zur Lehrerausbildung nach Wolfenbüttel. 1889 kehrte sie nach Lüneburg zurück, um an der Höheren Töchterschule als Lehrerin tätig zu sein. Ungewöhnlich für jene Zeit, in der Frauen eher ein Wirken am heimischen Herd beschieden war. So war sie auch die einzige weibliche Studentin, als sie sich für eine Fortbildung an der Augusta-Universität Göttingen immatrikulierte. Außerdem machte sie sich für den Frauensport stark. Nachdem der Männerturnverein Lüneburg (MTV) eine Damenabteilung gründete, wurde Elisabeth Maske dort 1890 Mitglied und engagierte sich auch für die Vereinsarbeit und die Belange von Frauen. Für ihr vorbildliches Engagement wurde sie bereits vielfältig geehrt, nun soll eine Straße ihren Namen tragen.

Im Neubaugebiet Hanseviertel, in dem schon mehrere Straßenzüge an verdienstvolle Männer wie Alfred Trebchen und Heinz Schlawatzky erinnern, soll nun der Name Carl Gottlieb Scharff (1902-1968) wegweisend werden. Laut Vorschlag der Verwaltung habe Scharff das gleichnamige Familienunternehmen nach dem Krieg nicht nur ausgebaut, sondern sich auch im besonderen Maße ehrenamtlich betätigt. Im August 1945 wurde er von der britischen Militärregierung in einen Kreis berufen, „um die für erforderlich gehaltene enge Fühlung der Administration mit der Einwohnerschaft herstellen zu können“. Dem Kreis gehörten auf Wunsch der Militärregierung 20 namhafte und unbescholtene Persönlichkeiten an, darunter auch Pastor Oskar Meyer, Pfarrer Josef Sprenger und Ernst Riggert, Chefredakteur der Lüneburger Landeszeitung. Scharff wurde später Mitglied der ersten Stadtverordnetenversammlung, war Mitglied verschiedener Ausschüsse. 1954 wurde er zum Ehrenbeamten ernannt, als Ratsherr in den Vorstand der Sparkasse entsandt. Er gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern der Industrie- und Handelskammer.

Von der Horst-Nickel-Straße abzweigend könnte künftig die Wismarer-Straße führen. Damit würde eine weitere Hansestadt Einzug halten. Des Weiteren schlägt die Verwaltung vor, eine Straße nach Florence Nightingale (1820-1910) zu benennen. Die Tochter einer wohlhabenden britischen Familie gilt als Begründerin der modernen westlichen Krankenpflege und einflussreiche Reformerin des Sanitätswesens und der Gesundheitsfürsorge in Großbritannien und Britisch-Indien. Sie trug auch dazu bei, dass Krankenpflege zu einem gesellschaftlich anerkannten Berufsweg für Frauen wurde. Ihrer Leistung ist zudem die Gründung des Internationalen Roten Kreuzes mit zu verdanken.

Eine eigene postalische Anschrift wünscht sich die Wohnpark Wasserturm GmbH für den fertig gestellten Wohnkomplex, der anstelle der Nordlandhalle entstanden ist. Ein Teil der Straße „Bei der Ratsmühle“ soll in Höhe des Komplexes „Am Wasserturm“ heißen.