Aktuell
Home | Lokales | lokale Wirtschaft | IHK startet Kampagne pro A39
Diskutierten die IHK-Marketingkampagne und die Bedeutung der A 39 für die Region (v.l.) Markus Mews, Felix-Benjamin Manzke, Eckhard Pols und Hiltrud Lotze. Foto: Wege
Diskutierten die IHK-Marketingkampagne und die Bedeutung der A 39 für die Region (v.l.) Markus Mews, Felix-Benjamin Manzke, Eckhard Pols und Hiltrud Lotze. Foto: Wege

IHK startet Kampagne pro A39

lz Lüneburg. Die Autobahn 39 war das zentrale Thema bei einem Treffen von Vertretern der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg und Bundestagsmitgliedern in Volkstorf. Auf dem Gelände der Manzke Beton GmbH haben Geschäftsführer und IHK-Vollversammlungsmitglied Felix-Benjamin Manzke und Markus Mews, Leiter des A-39-Projektbüros der IHK, die wirtschaftliche Bedeutung des Lückenschlusses zwischen Lüneburg und Wolfsburg erörtert mit den Bundestagsabgeordneten Hiltrud Lotze (SPD) und Eckhard Pols (CDU). Mews stellte die IHK-Marketingkampagne vor, die die breite Unterstützung in der Bevölkerung für das Vorhaben sichtbar machen soll.

„Für den Autobahn-Lückenschluss sprechen nicht nur sachliche oder wirtschaftliche Gründe“, sagte Mews: „In der Kampagne ‚Unsere A39’ bringen Menschen aus der Region ihre ganz persönlichen Gründe für den Autobahnbau zum Ausdruck.“ So erzählt eine Familie, dass der schnellere Arbeitsweg des Vaters mehr gemeinsame Zeit bedeutet. Fmilienzeit, Fchkrfte, Wohlstnd – das fehlende A in den Schlagworten der neuen Kampagne signalisiert die Lücke der A39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg. „Ohne A39 fehlt uns was“, lautet die Botschaft. „Wir wollen die Menschen ermutigen und ihnen eine Plattform geben, sich für die A39 zu bekennen“, sagte Mews. Der Lückenschluss sei eine Grundvoraussetzung für Wachstum von Industrie und Handel in der Region, erläuterte der IHK-Projektleiter: „Das bedeutet auch höhere kommunale Steuereinnahmen, die wiederum Investitionen in Kindergärten, Schwimmbäder und Krankenhäuser ermöglichen. Kurzum: Die Autobahn 39 ist die Lebensader unserer Region.“

Die IHK setzt sich dafür ein, dass die A39 im neuen Bundesverkehrswegeplan mit höchster Priorität eingestuft wird. Rückenwind gibt es von Eckhard Pols: „Ich habe immer wieder deutlich gemacht, dass die A39 ein unverzichtbares, immens wichtiges und in meinen Augen alternativloses Verkehrsinfrastrukturprojekt für unsere Region ist.“ Ebenso stehe die SPD in der Region zur A39, betonte Hiltrud Lotze: „Mindestens ein Teilabschnitt muss im Bundesverkehrswegeplan in den ‚Vordringlichen Bedarf plus‘ aufgenommen werden, damit wir der Realisierung näher kommen.“ Damit greift Lotze die Idee des niedersächsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies (SPD) auf, die A39 Abschnittweise in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen – die bei Pols auf wenig Gegenliebe stößt: „Die A39 muss als Ganzes aufgenommen werden, denn sonst würde sich das Projekt nur auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben.“

Wie wichtig das Projekt für die regionale Wirtschaft ist, führte Felix-Benjamin Manzke den Bundestagsabgeordneten bei einem Rundgang durch sein Unternehmen hautnah vor Augen. Manzke Beton befördert jährlich rund 500.000 Tonnen Kies und Sand sowie Recyclingbaustoffe zwischen Magdeburg und Hamburg. „Unser Absatzgebiet rund um Lüneburg, Uelzen, Wesendorf und Salzwedel würde durch die A39 erheblich einfacher zu erreichen sein. Werksverkehre und Logistik würden um 20 Prozent schneller und kostengünstiger ablaufen.“ Und davon würde nicht nur das Unternehmen profitieren, sondern auch die aktuell rund 180 Mitarbeiter: „Die Arbeitsplätze würden durch die A39 gesichert und erweitert, da wir Fachkräfte auch aus weiter entfernten Regionen akquirieren könnten“, sagte Manzke. Ohne die Autobahnanbindung würde der Aufschwung, „den wir aktuell in Lüneburg erleben“, stark gedämpft, sagte der Unternehmer: „Die Folgen für unseren Betrieb wären erst in mehreren Jahren zu spüren, wenn andere, besser angebundene Regionen sich wirtschaftlich dynamischer entwickeln.“

Tatsache ist, dass der größte autobahnfreie Raum landesweit zwischen Hamburg, Hannover und Berlin liegt. Gleichzeitig werden 47 Prozent des Hamburger Hafenhinterlandverkehrs über Lkw abgewickelt. Die bessere Anbindung des Hafens würde die Wettbewerbsfähigkeit der Region positiv beeinflussen. Auch die Erreichbarkeit der Orte würde sich durch den Lückenschluss der A39 verbessern, wovon wiederum auch Pendler profitieren würden. Außerdem würde die A39 die Bewohner entlang der unfallträchtigen Bundesstraße 4 von Lüneburg über Uelzen nach Braunschweig entlasten.

Auf diese Gründe baut die IHK auch mit ihrer Kampagne „Unsere A39“ – mit Plakaten, Anzeigen, der Internetseite www.unsere-a39.de und dem Kinotrailer, der am 3. September im Filmpalast Lüneburg sowie den Kinos in Uelzen und Wolfsburg anläuft. Neben dem Termin in Volkstorf suchten IHK-Vertreter am Dienstag auch in Uelzen das Gespräch mit der Politik.

8 Kommentare

  1. Da gehen sie hin, die IHK-Zwangsmitgliedsbeiträge der hiesigen Unternehmen: 400.000 Euro für die Verbreitung eines Rechtschreibfehlers.

    Dazu noch die Belästigung Erholung suchender Kinogänger mit unernst behandelten ernsten politischen Themen. Familien, die einen entspannten Abend verbringen wollen, werden sich bedanken.

    Es muß sehr schlecht stehen um die Aufnahme der A 39 in den neuen Bundesverkehrswegeplan, wenn die IHK zu solchen Panikmassnahmen greift. Als IHK-Beitragszahler kann ich nur hoffen, dass dieser bald fertiggestellt sein wird. Denn die IHK hat offensichtlich immer noch nicht verstanden, dass für die Erstellung des Bundesverkehrswegeplans tatsächliche Verkehrsbedarfe herangezogen werden. Werbespots haben auf deren Ermittlung keinen Einfluss.

    Das Geld für diese IHK-Kampagne wäre für die Förderung unstrittiger und notwendiger Verkehrsprojekte wie den Schleusenausbau in Scharnebeck sicher besser angelegt. Aber bitte nicht im Kino.

    • Sehr geehrter Herr Sost, ich weiß nicht wie alt Sie sind. Aber in meinen Jahrgängen hätte man sich nie vorstellen können dass die gute alte Post mit ihren Uniformträgern und die Bundesbahn privatisiert werden oder kommunale Energieversorger an Wirtschaftsunternehmen verkauft würden. Auch die Abschaffung der Wehrpflicht galt als ein „no go“. Und quasi über Nacht Ausstieg aus der Atomenergie. Unglaublich!
      Aber ich bin guter Hoffnung, dass es irgendwann auch eine Aufhebung der IHK-Zwangsmitgliedschaft aus Kaisers Zeiten geben wird und sich diese selbstverliebten Kammern einem Wettbewerb stellen müssen. Dann wird es auch vorbei sein mit den überzogenen Gehältern und zusätzlichen, mehr als großzügigen betrieblichen Alterversorgungen. Es wird Zeit! Die Zeit schreit danach verknöcherte Strukturen weiter auf zu brechen. Lassen Sie uns guten Mutes bleiben.

  2. kann man die verantwortlichen von der ihk auch wegen groben unfugs verhaften? ob frau lotze sie wieder freikaufen wird?

  3. Liebe LZ-Redakteure,
    dieser Artikel ist leider kein Ruhmesblatt für eine sonst unabhängig berichtende Zeitung wie die Landeszeitung. Was ich hier lese ist meiner Meinung nach purer Verlautbarungs-Journalismus, da die Thesen der IHK 1:1 abgedruckt wurden (siehe z. B. vorletzter Absatz des Artikels). Leider wird im gesamten Text nicht mit einem einzigen Wort auf den Widerstand in der Bevölkerung gegen dieses unsinnige Autowahn-Projekt hingewiesen. Es dürfte jedem klar sein, warum z. B. die Firma Manzke für dieses Projekt ist. Oder was meinen Sie, wer den Beton und Schotter für die Versiegelung der letzten naturnahen Wälder zwischen Bad Bevensen und Lüneburg liefern wird und sich damit eine goldene Nase verdient? (Auf eine aus solchen Geldern finanzierte „Friedensstiftung“ kann ich persönlich gerne verzichten.) Autobahnprojekte zerstören Natur und Lebensräume. Und gerade Lüneburg, das von seinem Ruf als „Heide und Touristikstadt“ lebt, sollte andere Wege gehen und die Wälder und Natur in seiner Umgebung erhalten! Ich empfehle Frau Lotze und Herrn Pols einen Herbst-Spaziergang durch den Wald bei Wulffstorf, vielleicht kommen Sie dann zur Besinnung. Denn ja, es gibt sie wirklich immernoch, die alten Indianerweisheiten, dass man Geld und Beton nicht essen kann! Als skandalös empfinde ich es , dass die IHK Lüneburg dermaßen einseitig für seine Spediteure und Bauunternehmer Partei ergreift und mit den Geldern aller Beitragszahler eine Pro-A39 Kampagnge finanziert. Diese Aktion geht nach hinten los,- denn das Bild der IHK als überparteiliche Interessenvertetung von Gewerbetreibenden und Bürgern wird sich damit erledigen. Meine Hoffnung wäre, dass die LZ sich auf Dauer nicht zum Büttel der Profit-Interessen der Autobahn-Lobby machen lässt, sondern weiterhin auch kritisch berichtet.

  4. PS: Der auf den ersten Blick unverfängliche Slogan „Wachstum und Beschäftigung“, mit dem sogar die SPD in einer Anwandlung von Irrsinn noch heute wirbt, gehört übrigens zurecht in die Mottenkiste der 1950er Jahre und hat im 21. Jahrhundert nichts mehr zu suchen. Die Grenzen des Wachstums sind längst erreicht, und es geht heute um Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und, last not least, neue Mobilitätskonzepte! Mehr dazu veilleicht bei den Experten der Leuphana-Universität (?) …

  5. Dr. Dennis Spotz

    Mein Glückwunsch geht zunächst an die IHK Lüneburg-Wolfsburg und die Macher dieser großartigen, authentischen und emotional involvierenden Pro-A39-Kampagne, die zeigt, was den Lüneburgern heute wirklich unter den Fingern brennt! Auch das späte, aber richtige Bekenntnis zur A39 von Frau Hiltrud Lotze vernehme ich mit großer Genugtuung. Denn die A39 ist die Lebensader unserer Region und eine Investition in die Zukunft. Mit den Maut-und Gewerbesteuereinnahmen können wir Kitas, Altenpflegeheime und Krankenhäuser bauen. Und der Lüneburger Familienvater, als verdienter Leistungsträger unserer Gesellschaft, muss abends endlich nicht länger im Stau stehen, sondern kann sich der Erziehung des Nachwuchses widmen. Meine Anregung: ein Spendenkonto für alle Bürger, deren Herz schon heute für diese A39 schlägt! Mit den Einnahmen ließe sich vielleicht von Anfang an der achtspurige Ausbau bewerkstelligen, der mir im Sinne einer flächendeckenden Konjunkturbelebung unabdingbar erscheint. Denn ich bin überzeugt: diese Autobahn wird auch auf europäischer Ebene ein Konjunkturmotor erster Güte. Die A39 wird Speditionen, Caravan-Urlauber und Schwerlast-Transporter aus allen Teilen Europas magnetisch anziehen, und diese werden ein Loblied auf die weitsichtige Politik der IHK Lüneburg-Wolfsburg anstimmen. Darüber hinaus stehen wir heute ja auch in anderen Branchen, wie etwa im Energiebereich, vor ganz neuen Herausforderungen, die wir nur mit zusätzlichen Autobahnen wie der A39 meistern können!
    So ist z.B. absehbar, dass sich auch Lüneburg und sein Umland den zahlreichen Vorteilen der Öl- und Schiefergasgewinnung (dem sogenannten „Fracking“) auf Dauer nicht verschließen kann. Um die großen, auch in Niedersachsen schlummernden Potenziale heben zu können, wird der Transport von Chemikalien unumgänglich sein, mit denen das wertvolle Gas aus den Gesteinsschichten gepresst werden kann. Auch in diesem Zusammenhang eröffnet die A39 der lokalen Wirtschaft meines Erachtens wertvolle Horizonte und alternativ-lose Zukunftsperspektiven. Um unnötige Ängste und Vorbehalte in der Bevölkerung gegen das Fracking auszuräumen, wäre eine weitere, entsprechende Kampagne der IHK wünschenswert. Vielleicht unter dem konsistenten Arbeitstitel „Ohne Fracking fehlt mir was“?
    Die Pro-A39-Kampagne ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung und trägt nachhaltig zum wirtschaftlichen Aufschwung bei. Und nicht zuletzt wird durch die A39 auch die Verbreitung des gemeingefährlichen Wolfes eingedämmt. Ein wichtiger Teilaspekt, der in der Diskussion bislang leider nur wenig Berücksichtigung findet. Denn die erschreckenden Wanderungsbewegungen der heute bereits vielköpfigen Populationen im Südosten von Lüneburg könnten auf diesem Wege wirkungsvoll unterbunden werden. (So lautet, dem Vernehmen nach, zumindest die einhellige Meinung eines geheim tagenden Expertengremiums.)

    • Dr. h.c. Friedhelm Kausa

      Entlich mal ein vernünftiger, zukunftsweisender und sachlicher Kommentar 😉

    • Wie Olaf Scholz, der erste aus HH schon sagte: Wir brauchen jetzt dringend Wirtschaftswachstum um den ganzen Flüchtlingen in Deutschland eine Perspektive zu geben. Unser jetziges Pensum reicht für die Herausforderungen nicht mehr.