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Nachdem der Eigentümer der Anfang Juli abgebrannten Scheune in St. Dionys von einem Wiederaufbau nichts wissen will, lässt sich nun Projektentwickler Udo Barth die erhaltenswerten Reste der Brandruine sichern. Foto: t&w
Nachdem der Eigentümer der Anfang Juli abgebrannten Scheune in St. Dionys von einem Wiederaufbau nichts wissen will, lässt sich nun Projektentwickler Udo Barth die erhaltenswerten Reste der Brandruine sichern. Foto: t&w

Planer Udo Barth aus St. Dionys will Reste der abgebrannten Scheune retten

dth St. Dionys. Wider Erwarten könnte der vor zwei Monaten abgebrannten, rund 100 Jahre alten Scheune in St. Dionys doch noch ein neues Leben bevorstehen. Zwar hält Eigentümer Fritz Fehlhaber an der Formel „Abreißen und weg“ fest, doch Planer Udo Barth hat nicht locker gelassen und sich nun mit dem Abbruchunternehmen geeinigt. Barth: „Ich habe die Firma beauftragt, die erhaltenswerten Außenwände und das Fachwerk der Brandruine nicht auf den Schutt zu werfen, sondern für mich abzutragen.“ Die Arbeiten sollen am Montag beginnen. Selbst sämtliche Ziegelsteine will Barth für einen möglichen Wiederaufbau oder Neubau sichern. Zunächst aber solle das Material im Gotenweg zwischengelagert werden. Für den Bau mit altem Material schweben dem St. Dionyser drei Alternativen vor.

Barth stapft in kurzen Hosen durch die verkohlten Trümmer und nimmt Maß. „Die Außenwände sind noch gut erhalten“, sagt er. Auch das hölzerne Fachwerk könnte wieder verwandt werden. Zur Demonstration kratzt er an einer Stelle die verkohlte Schicht vom Holz. Er klopft kräftig dagegen. „Sehen Sie? Darunter ist knallhartes Eichenholz. Dann haben die Balken eben kein Maß mehr von 17 mal 17 Zentimeter, sondern nur noch 16 mal 17 …“

Nach wie vor hat Barth auch ein Auge auf das ehemalige, seit Jahren leer stehende Gasthaus Fehlhaber geworfen, das auf dem Nachbargrundstück steht. Mit der Realisierung eigener Pläne sind die bisherigen Eigentümer nicht sichtbar vorangekommen. Deshalb rechnet sich Barth noch Chancen auf das Gebäude aus. Die historische Scheune, die zwischenzeitlich ein Raub der Flammen geworden ist, hatte Barth nicht erwerben können. Er hofft nun, sollte er Zugriff auf das benachbarte Gasthaus erhalten, daneben die Scheune wieder aufbauen zu können, „in neun Metern Abstand und um 90 Grad gedreht“. Das Gebäude solle dann als Hofscheune genutzt werden, unter anderem mit Käserei und Eventgastronomie.

Eine weitere Variante wäre laut Barth die Errichtung der Scheune auf dem Dorfplatz. „Da müsste aber die Gemeinde mitspielen.“ Und sollte auch das nicht klappen, habe Barth noch eine dritte Alternative. In seinem Besitz ist bereits das denkmalgeschützte Gut St. Dionys im Gotenweg 1. Die dortigen Gebäude wolle er sanieren und teilweise die historischen Fassaden wiederherstellen.

Zu dem Ensemble würde auch die alte, wiederaufzubauende Scheune passen. „Dann kommen da aber Wohnungen rein“, sagt Barth. Auch damit ließe sich das niedergebrannte Hofgebäude weiterhin in Barths „Vision 2020“ von der Entwicklung eines Golfresorts St. Dionys integrieren, das aus mehreren Modulen besteht.

Wie berichtet, hat Barth im April mit seiner Projektentwicklungsgesellschaft „Pdi Project Development International Holding GmbH“ ein insgesamt sechs Module umfassendes Konzept vorgestellt. Kernanliegen der Vision ist es, brachliegende Baudenkmäler und alte Gastronomiebetriebe in St. Dionys mit neuem Leben zu erfüllen. In den verschiedenen Objekten sieht er Potenzial für 100 bis 120 Gästebetten, um aus St. Dionys im Konzert mit dem Golfplatz im Dorf ein Freizeit-Resort zu schaffen. Ein Element ist etwa auch das Haupthaus im „Heidedorf“, das einst als Hotel mit 50 Betten geplant war. Doch auch dort liefen laut Barth noch die Verhandlungen.