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Nach gut zwei Jahren Bauzeit freuen sich alle Beteiligten, dass es an die Ernte geht (v.l.): Oberbürgermeister Ulrich Mädge, CEO Jim Owens, Technologie- und Innovationsdirektor Hassan Rmaile, Personalleiter Stefan Schumann und Nick Lehman, Leiter des neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums. Foto: t&w
Nach gut zwei Jahren Bauzeit freuen sich alle Beteiligten, dass es an die Ernte geht (v.l.): Oberbürgermeister Ulrich Mädge, CEO Jim Owens, Technologie- und Innovationsdirektor Hassan Rmaile, Personalleiter Stefan Schumann und Nick Lehman, Leiter des neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums. Foto: t&w

Knotenpunkt für Europa–Markt

cec Lüneburg. Ob in Windeln, Eiskonfektverpackungen oder Flaschenetiketten — in ungeahnt vielen Dingen des täglichen Bedarfs stecken Heißschmelzklebstoffe. Auch beim weltweit aufgestellten Unternehmen H.B. Fuller dreht sich alles um die so genannten „Hot melts“, ohne die in der Verpackungs– und Holzverarbeitungsindustrie, in der technischen und hygienischen Industrie kaum etwas zusammenhält. Um am Weltmarkt bei den Großen mitzuspielen, bedarf es konstanter Weiterentwicklung der Produkte. Damit die Klebstoff–Spezialisten bei H.B. Fuller schneller und effektiver auf Anforderungen des Marktes reagieren können, wurde Lüneburg zum Standort für das neue technische Exzellenzzentrum, die „Adhesive Academy“, ausgewählt. Hier, An der Roten Bleiche, werden sämtliche Produkte entwickelt und getestet, die in Europa, Indien, Afrika und im Mittleren Osten verkauft werden. Jetzt wurde es von Spitzenvertretern des Konzerns und Oberbürgermeister Ulrich Mädge eröffnet.

Mit 200 Arbeitsplätzen sei H.B. Fuller ein wichtiger Pfeiler des hiesigen Mittelstands, betonte der Oberbürgermeister, 13 neue Stellen wurden mit dem Forschungs– und Entwicklungszentrum geschaffen, 2016 sollen noch einmal fünf hinzukommen. Die Stärkung des Standortes Lüneburg sei ein Glücksfall für die Stadt, so Mädge: „Auf lange Sicht wird die Abteilung Wissenschaftler aus der ganzen Welt anziehen.“

Jim Owens, Präsident und Vorstandsvorsitzender der globalen H.B. Fuller Company, unterstrich die Bedeutung Lüneburgs als Knotenpunkt für den europäischen Markt. Vor rund 40 Jahren übernahm H.B. Fuller die ehemalige Lüneburger Wachsbleiche. „Es ist einer unserer größten Standorte und zudem seit langer Zeit Exzellenz–Zentrum für die Produktion und Entwicklung von Schmelzklebestoffen.“

Man habe zu Lüneburg eine ganz besondere Beziehung, sagte Hassan Rmaile, Direktor für Technologie und Innovation: „Unsere Investitionen in die Klebstoff–Akademie sind klares Bekenntnis, sich weiterhin für die wirtschaftliche Entwicklung der Region zu engagieren.“

Der rund 2300 Quadratmeter große dreiteilige Backstein–Neubau bietet Platz für Entwicklungslabore, Büros, Kantine, und Räume, in denen die Produkte getestet und Lösungen demonstriert werden. Jede Maschine, die von der verarbeitenden Industrie genutzt wird, findet sich auch hier, um Testläufe vorzunehmen und die Kleber zu perfektionieren, was die Fuller–Mitarbeiter den Gästen bei einem Rundgang durch die neuen Hallen veranschaulichten. Weil beispielsweise selbst Windelhersteller unter enormem Innovationsdruck stehen, Windeln immer dünner werden müssen, um Rohstoffkosten zu sparen, steigen, wie in allen anderen Bereichen des Unternehmens, die Anforderungen an den Klebstoff. Die Kleber dürfen nicht durch das zarte Material sickern und die Maschinen verschmutzen. Sie müssen immer schneller laufende Maschinen aushalten, ebenso wie heißes Wasser, gleichzeitig aber abwaschbar bleiben.

H.B. Fuller

… ist seit mehr als 125 Jahren als weltweit führendes Unternehmen in der Klebstoffindustrie tätig. Nettoumsatz 2014: 2,1 Mrd. Dollar.
Der Fokus liegt auf der Optimierung von Klebstoffen, Dichtstoffen und anderen Spezialchemie–Produkten. Bedient werden weltweit Industrie–Kunden aus den Bereichen: Verpackungswesen, Hygieneartikel, Montage, Elektro, Papierverarbeitung, Holzverarbeitung, Bauwesen, Automobil und Gebrauchsgüter.