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Nach Rosmarin, Orange oder Mokka schmecken die frischen Hühnereier, die Uta und Oliver Hübner in ihrer kleinen Manufaktur hinterm Elbdeich in Marschacht mit einem zusätzlichen Aroma versehen. Foto: bau
Nach Rosmarin, Orange oder Mokka schmecken die frischen Hühnereier, die Uta und Oliver Hübner in ihrer kleinen Manufaktur hinterm Elbdeich in Marschacht mit einem zusätzlichen Aroma versehen. Foto: bau

Marschacht: Ein Rausch in Mokka und Minze

bau Marschacht. Der Gedanke wirkt wie eine fixe Idee: Hühnereiern eine neue Geschmacksnote zu geben. Doch hinter dem exotischen Einfall verbirgt sich jahrtausendealtes Wissen über Hühner und Eier, sagen Uta und Oliver Hübner. In seiner kleinen Manufaktur hinterm Elbdeich in Marschacht aromatisiert das Ehepaar in Handarbeit frische Hühnereier. Die Geschmacksrichtungen sind vielfältig: fruchtige Orange, frische Zitrone, Mokka mit Aromen der Arabicabohne, sommerliche Minze oder lieber mediterran mit einem Hauch Rosmarin.

„Wir verwenden zu 100 Prozent natürliche Stoffe beim Aromatisieren“, sagt Uta Hübner. Die frischen Eier aus Freilandhaltung bezieht der Kleinbetrieb in der Winsener Elbmarsch von einem Bauernhof in Hanstedt in der Lüneburger Heide. „Wir lieben glückliche Hühner und leckere Eier“, sagen die beiden, die bislang als stellvertretender OP-Leiter und als Fachschwester für Anästhesie und Intensivpflege beruflich tätig sind.

Uta Hübner und ihr Mann Oliver haben ihre originelle Arbeit und ihr Unternehmen Ei-Rausch getauft. „Weil die aromatisierten Hühnereier für einen Rausch der Sinne sorgen mit einem harmonischen, runden und weichen Geschmack“, erklärt sie. Dieser lässt sich am besten mit frisch gekochten Eiern, als Rührei oder als Spiegelei zubereitet erleben. „Jedes Ei hat von Natur aus die Eigenschaft, unter bestimmten Umständen, den Geruch der Umgebung anzunehmen“, erklärt Oliver Hübner die Grundlagen ihrer Arbeit.
Der Grund dafür, dass Eier Gerüche annehmen können, ist in der Schale und der Ei-Haut zu finden. „Die Schale ist offenporig, besteht aus Tausenden von sehr kleinen Öffnungen. Und die dahinter liegende Ei-Haut ist von außen nach innen durchlässig. Das Ei kann atmen.“ Diese Anatomie des Hühnereis nutzen Uta und Oliver Hübner für das Aromatisieren.

„Den Geistesblitz für Ei-Rausch bekam ich eines Morgens beim Frühstück, nachdem ich mir schon mehr als 25 Jahre Wissen über Hühner und Eier angeeignet hatte, weil ich vor Jahren das Stadt- gegen das Landleben mit eigener Hühnerhaltung eingetauscht habe“, erzählt Oliver Hübner. Und so begannen er und seine Frau zu experimentieren, „mit allem, was wir bei uns in der Küche fanden wie zum Beispiel Gewürze und Kräuter“, sagt Uta Hübner.

Doch nicht jedes Aroma versetzte die Geschmacksnerven der beiden in einen Ei-Rausch. „Einiges, wie etwa Zwiebel, hat nicht geschmeckt und war ziemlich unappetitlich. Andere Aromen haben die Eier schlichtweg nicht angenommen“, berichtet sie.
Uta und Oliver Hübner probierten und testeten geduldig weiter, bis sie nach und nach Geschmäcker entwickelt hatten, die für ein angenehmes Gefühl auf Gaumen und Zunge sorgen. Die aromatisierten Eier boten die beiden unter anderem Kollegen im Unfallkrankenhaus Hamburg-Boberg an. Mit Erfolg, die Eier fanden großen Anklang. „Die positiven Rückmeldungen unserer Kollegen und bei weiteren Verkostungen haben uns ermutigt, mehr da­raus zu machen.“ Mit Erfolg.

Inzwischen sind die Produkte von Ei-Rausch von einem Labor für Lebensmittelanalytik in Geesthacht zertifiziert worden. Und zahlreiche Edeka-Supermärkte in den Landkreisen Lüneburg und Harburg bieten die aromatisierten Eier demnächst als regionale Feinkostprodukte an. „Einige Eier werden dann auch in einem Feinkostladen in Hamburg-Blankenese verkauft.“