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Der Straßenkreuzer Edsel, 1958 von Ford produziert. Der Oldtimer war ein Hingucker beim Treffen in Kirchgellersen. Foto: ina
Der Straßenkreuzer Edsel, 1958 von Ford produziert. Der Oldtimer war ein Hingucker beim Treffen in Kirchgellersen. Foto: ina

Kirchgellersen: Zeitreise auf Straße und Acker

ina Kirchgellersen. „Seht euch bloß das Prachtwetter an“, rief Jens Böttcher, während er mit erhobenem Daumen hoch in Richtung des strahlend blauen Himmels deutete. Tatsächlich schien fast den ganzen Tag die Sonne, was für das Gelingen des umfangreichen Programms der Oldtimerfreunde Kirchgellersen und daher auch für ihren Vorsitzenden Böttcher von ausschlaggebender Bedeutung war.

Alte Fahrzeuge mit Seltenheitswert — vom Jaguar XJS V 12 bis zum Stock-Diesel-Schlepper — es war auf dem Ausstellungsgelände alles vorhanden, was das Liebhaberherz begehrt. „Mir persönlich gefiel der Trabant Cabriolet mit dem kleinen, knuffigen Anhänger aus DDR-Zeiten am besten“, erklärte Mitorganisator Karl Rosenke, der am Vereinsstand für die Flyerverteilung und die Werbung neuer Mitglieder zuständig war.

Oldtimer-Sammler Jörg Manzke präsentierte in diesem Rahmen seinen MG Cabriolet von 1979. Da er ihn nicht nur vorzeigen, sondern auch verkaufen möchte, gab es für seinen dunkelblauen Wagen mit dem Preisangebot von 6000 Euro zahlreiche Interessenten. Laut Besitzer wäre der Sportwagen „der optimale Wagen für Oldtimer-Anfänger“. Denn für die Reparatur bräuchte man statt komplexer Elek­tronik nur „einen Hammer und einen Schraubenzieher“.

Ähnlich rustikal ging es 200 Meter weiter auf der Festwiese und dem angrenzenden Acker zu. Denn hier wurde parallel der traditionelle Wettbewerb im Kreisleistungspflügen entschieden. Da die diesjährige Veranstaltung unter dem Motto „Kartoffel und Rübe“ stand, galt es bei der Aufgabenstellung, seine jeweiligen Furchen besonders sauber zwischen Kartoffelbepflanzungen zu setzen. Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Godtknecht prüfte die Ergebnisse akribisch nach einem komplexen Vorgabenkatalog. Insgesamt zehn Bewertungskategorien beeinflussten das Endergebnis. Dabei spielte unter anderem die Schönheit der „Spaltfurche“, die Sauberkeit der „Furchendämme“ und der „Gesamteindruck am fertigen Beet“ eine sehr entscheidende Rolle.

„Das Pflügen ist echt zu kompliziert, als dass ich die Technik mit zwei, drei Sätzen erklären könnte.“ Teilnehmer Jan-Hendrik Busche war extra aus Schweimke im Landkreis Gifhorn angereist, um sich im Pflügen mit 14 Konkurrenten auf insgesamt 2500 Quadratmetern Ackerfläche zu messen. „Seit meinem sechsten Lebensjahr kann ich einen Traktor lenken, aber wie das Pflügen geht, das lerne ich immer noch.“ Seine Erklärungsversuche unterstreichen den Eindruck einer handwerklichen Komplexität: „Der Pflug muss in Breite und Tiefe richtig eingestellt werden. Hinzu kommen die Beschaffenheit des Bodens und die Gleichmäßigkeit von Tempo und Fahrlinie.“
Umso mehr beeindruckten die Sieger des Wettbewerbs: Günther Witte aus Radbruch gewann in der Kategorie Drehpflug, Sven Stelter aus Bardowick im Drehpflügen und Manfred Backenköhler in der Kategorie Anhängerpflug.