Aktuell
Home | Lokales | 300000 Helfer für den Kurpark — Bienenlehrstand besteht seit einem Jahr
Sechs Bienenstöcke sind am Bienenlehrstand im Kurpark aufgestellt. Um die fleißigen Arbeiter und Sammler kümmert sich Imker Martin Quade. Foto: t&w
Sechs Bienenstöcke sind am Bienenlehrstand im Kurpark aufgestellt. Um die fleißigen Arbeiter und Sammler kümmert sich Imker Martin Quade. Foto: t&w

300000 Helfer für den Kurpark — Bienenlehrstand besteht seit einem Jahr

us Lüneburg. Auf der kleinen Kurparkwiese zwischen dem Pfarrer-Kneipp-Weg und dem Fußweg zur Hasenburger Schule herrscht Hochbetrieb. Unzählige Bienen umschwirren das lilafarbene Blütenmeer, von dem köstlichen Nektar der verlockend duftenden Berührmeinnicht-Pflanze können sie einfach nicht genug bekommen. Die Blüten und deren lebensspendender Nektar sind bei den fleißigen Sammlerinnen heiß begehrt, schließlich gilt es, ausreichend Nahrung für den Nachwuchs ihres 60000-köpfigen Volks nach Hause zu bringen. So viele etwa leben in einem der fünf Bienenstöcke, die der Kreisimkerverein zusammen mit der Abwasser, Grün und Lüneburger Service GmbH (AGL) dort aufgestellt hat. Dass hier der Lüneburger Bienenlehrstand ist, darauf macht ein schlichtes Schild auf der Wiese aufmerksam.

„Wir wollen die Bienen bewusst ins Lüneburger Stadtgrün bringen“, erklärt AGL-Chef Lars Strehse das gemeinsame Engagement. Vor zwei Jahren wurde die Idee geboren, im vergangenen Jahr dann umgesetzt, gemeinsam suchte man einen geeigneten Platz. Dass es die Wiese am Kurparkrand geworden ist, lag auch an dem großen Apfelbaum, der den Platz beherrscht.

„Wenn aus den Blüten im Herbst Äpfel werden sollen, brauchen wir die Bienen“, sagt Martin Quade. Denn die hilfreichen Insekten sorgen nicht nur für den köstlichen Honig, ohne ihre Mithilfe bei der Bestäubung unzähliger Blüten gäbe es auch keine Früchte, erläutert der Vorsitzende des Kreisimkervereins Lüneburg. „Die Tiere sind ein wichtiges Glied in der Nahrungskette.“

Aus diesem Grund hatte sich auch die AGL entschlossen, sich an dem Projekt zu beteiligen. „Wir wollen die Biodiversität optimieren“, erklärt Strehse und meint damit die Verbesserung der biologischen Vielfalt vor allem im Kurpark.

Die AGL brachte sich mit Sachleistungen ein, sorgte für die Umzäunung des kleinen Bereichs, in dem die Bienenstöcke stehen, und stellte das Info-Schild auf. Die Bienenvölker wurden vom Kreisimkerverein bereitgestellt.

Beide — AGL wie Imkerverein — ziehen nach einem Jahr Bienenlehrstand positive Bilanz: „Es ist eine Win-Win-Situation.“ Denn während sich der Kurpark bei den umhersummenden Bienen mit einer noch üppigeren Blütenpracht bedankt, freut sich der Kreis­imkerverein, endlich einen öffentlichen Platz für seine Imker-Ausbildung gefunden zu haben.

Und beide Partner wollen die Zusammenarbeit fortsetzen. Die AGL will dazu weitere Kurparkflächen als Wiese ausweisen, um den Sammel-Radius der Bienen von rund drei Kilometern voll nutzen zu können. „Es sollte ja auch keine Eintags-Biene werden“, scherzt Strehse. Auf die 300000 freiwilligen Helfer würde er ohnehin nur ungern wieder verzichten wollen.