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Landgericht weist nach Mord an Schülerin Schmerzensgeldforderung ab

ca Lüneburg. Der Mord an der damals 17-jährigen Frederike von Möhlmann bleibt ungesühnt. Erwartungsgemäß hat die 2. Zivilkammer des Landgerichts die Klage des Vaters abgewiesen. Hans von Möhlmann hatte auf ein Schmerzensgeld gegen den mutmaßlichen Täter geklagt, um so wenigstens ein Stück Gerechtigkeit zu erfahren. Denn hinter dem nüchternen Verfahren steckt eine Tragödie. Eine, die die Rechtssprechung aktuell wohl nicht lösen kann.

Mehr dazu am Donnerstag in der LZ.

 

Pressemitteilung des Landgerichts Lüneburg (vom 9. September):

Urteil im Zivilverfahren nach Tötung der 17-jährigen Frederike von M.

Die 2. Zivilkammer des Landgerichts Lüneburg hat mit am 09.09.2015 verkündeten Urteil die Klage des Vaters der im Jahr 1981 getöteten Frederike von M. abgewiesen, weil ein etwaiger Anspruch nach Auffassung der Kammer jedenfalls verjährt wäre. Die nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch gesetzliche Höchstfrist von 30 Jahren zur Geltendmachung von Ansprüchen sei insoweit verstrichen.

In dem heute entschiedenen Zivilverfahren hat der Kläger den Beklagten auf Zahlung von Schmerzensgeld wegen der durch die Tötung der Tochter des Klägers erlittenen psychischen Beeinträchtigungen in Anspruch genommen. Der Beklagte war im Jahr 1982 durch das Landgericht Lüneburg wegen Vergewaltigung und Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nachdem der Bundesgerichtshof das Urteil auf die Revision des Beklagten aufgehoben hatte, wurde dieser im Jahr 1983 vom Tatvorwurf rechtskräftig freigesprochen.

Gegen die Entscheidung der 2. Zivilkammer kann der Kläger binnen eines Monats nach Zustellung des Urteils Berufung einlegen.

§ 199 Abs. 2 BGB lautet insoweit wie folgt:

„Schadensersatzansprüche, die auf der Verletzung des Lebens, des Körpers, der Gesundheit oder der Freiheit beruhen, verjähren ohne Rücksicht auf ihre Entstehung und die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis in 30 Jahren von der Begehung der Handlung, der Pflichtverletzung oder dem sonstigen, den Schaden auslösenden Ereignis an.“