Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Das Land muss endlich mehr tun, als wohlwollend abzuwarten, sagt Björn Thümler (3.v.r.), Chef der CDU-Landtagsfraktion, hier flankiert von MdL Adrian Mohr (v.l.), Christoph Meinecke vom UVN, MdL Andre Bock, Landrat Rainer Rempe und MdL Heiner Schönecke. Foto: t&w
Das Land muss endlich mehr tun, als wohlwollend abzuwarten, sagt Björn Thümler (3.v.r.), Chef der CDU-Landtagsfraktion, hier flankiert von MdL Adrian Mohr (v.l.), Christoph Meinecke vom UVN, MdL Andre Bock, Landrat Rainer Rempe und MdL Heiner Schönecke. Foto: t&w

Olympia: „Nicht nur Zaungast sein“

dth Luhmühlen/Westergellersen. „Wir wollen bei der Hamburger Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 mit am Tisch sitzen“, sagt Harburgs Landrat Rainer Rempe (CDU) und spricht dabei auch für den Landkreis Lüneburg. Unterstützung kommt jetzt von der CDU-Landtagsfraktion. Sie stellte jetzt auf dem Reitturniergelände in der Westergellerser Heide ein Positionspapier vor. Flankiert von den Unternehmerverbänden Niedersachsen (UVN) fordert die CDU ein stärkeres Engagement der Niedersächsischen Landesregierung bei der Olympia-Bewerbung Hamburgs. „Die Region ist Feuer und Flamme, die Landesregierung ist eher Asche und Glut“, sagte Adrian Mohr, sportpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

Die 54-köpfige CDU-Fraktion mit Gästen besichtigte jetzt das Reit-Turniergelände in der Westergellerser Heide sowie die Schießsportanlage in Garlstorf. Beide Sportstätten haben sich bereits als olympische Austragungsorte in Stellung gebracht, sollte die Hamburger Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 von Erfolg gekrönt sein. MdL Andre Bock aus Winsen/Luhe sagte, dass auch die Winsener Golfanlage „Green Eagle“ als ein möglicher Austragungsort gehandelt werde. Bock: „Wenn wir den Dreiklang von Golf, Reiterei und Schießsport hinbekämen, wäre das großartig.“ Für Harburgs Landrat Rempe (CDU) ist das noch mehr Ansporn, „bei der Bewerbungsgesellschaft nicht nur Zaungast“ zu sein. Laut Rempe fordert der Harburger Kreisausschuss in einem Beschluss das Land auf, sich an der Olympia-Bewerbungsgesellschaft zu beteiligen.

An der vom Deutschen Olympischen Sportbund geführten Gesellschaft hat Hamburg Anteile sowie Schleswig-Holstein, die Stadt Kiel, die Handelskammer Hamburg sowie der Bund. Nur Niedersachsen nicht. In die Kerbe schlägt auch die CDU.

„Die Landesregierung muss endlich runter vom Sofa“, sagte Fraktionschef Björn Thümler bei der Pressekonferenz im „Callunaris Cross Country Center“. Thümler: „Der Norden hat die große Chance, sich über die Ländergrenzen hinaus als attraktiver Wirtschaftsstandort zu profilieren. Dafür müssen die großen norddeutschen Verkehrsinfrastrukturprojekte endlich vorangebracht und konkurrenzfähig werden.“ Darüber hinaus solle das Land ein „zusätzliches Sportstätten­sanierungsprogramm“ auflegen.

Christoph Meinecke, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der UVN, sagt: „Olympia 2024 setzt auch in Niedersachsen wichtige Impulse für Tourismus, Hotel- und Gaststättengewerbe und die Bauwirtschaft.“ Vor allem Infrastrukturprojekte wie die A20 oder A39 könnten beschleunigt werden. Und Heiner Schönecke (CDU), MdL und stellvertretender Harburger Landrat, träumt weiterhin von einer S-Bahn-Verbindung von Hamburg in die südliche Metropolregion.

Thümler wünscht sich zudem die Bildung eines Olympia-Ausschusses der norddeutschen Bundesländer. Zudem biete solch eine länderübergreifende Kooperation eine gute Gelegenheit, die Metropolregion Hamburg durch Staatsverträge auf eine breitere Basis zu stellen.

Auf LZ-Nachfrage nimmt Nadine Bunzler Stellung. Laut der Sprecherin des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport gebe es keine Zweifel, dass die Spiele in Hamburg „hervorragende Chancen auch für die Metropolregion und das Land Niedersachsen“ eröffnen. „Es gibt insbesondere auf der Ebene der Sportministerien und innerhalb der Metropolregion bereits jetzt einen engen und vertrauensvollen Austausch.“ Jedoch: „Die Unterstützung Hamburgs durch das Land Niedersachsen hängt nicht von einer Beteiligung des Landes an der Bewerbungsgesellschaft ab.“ Denn die konzentriere sich aktuell auf das Bürgerreferendum am 29. November.

Unterdessen sieht auch die Geschäftsführung des Bus-Unternehmens KVG in der Olympia-Bewerbung eine Chance für die Region. Daher tragen nun die 330 Fahrzeuge des Betriebes das Logo „Feuer und Flamme für Spiele in Hamburg“.