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Die Pferdeplastik wurde zum Restaurieren von ihrem Sockel gelöst und nach Kiel gebracht. Foto: Hansestadt Lüneburg
Die Pferdeplastik wurde zum Restaurieren von ihrem Sockel gelöst und nach Kiel gebracht. Foto: Hansestadt Lüneburg

Pferdeplastik im Wandrahmpark zum Restaurieren abgebaut

sp Lüneburg. Das Niedersachsenpferd vor dem Museum Lüneburg ist am Mittwoch, 9. September, aus dem Wandrahmpark abtransportiert worden um es zu restaurieren. Eine Fachfirma aus Kiel nahm es mit um die Risse an Huf und Bein des Pferdes in den nächsten Monaten zu reparieren. Die Hansestadt hatte das Vorhaben im April 2015 im Kultur- und Partnerschaftsausschuss vorgestellt, wo es zustimmend zur Kenntnis genommen wurde. Bereits im Frühjahr musste die Stadt die Statue einzäunen lassen, weil die Standfestigkeit nicht mehr gewährleistet war.

Was genau auf die Restauratoren zukommt, wird sich erst im Laufe der Arbeiten zeigen, wie Jürgen Landmann, Fachbereichsleiter Kultur bei der Hansestadt Lüneburg, weiß. „Die Bronzehülle des Pferdes muss erst einmal geöffnet werden, um genau zu sehen, was es im Innenleben an Schäden gibt. Oft treten Materialmängel zu Tage, die von außen gar nicht sichtbar sind.“ Das ist auch der Grund dafür, dass die Kosten bisher nur geschätzt werden können – kalkuliert sind zurzeit 52.000 Euro – und dass auch noch nicht klar ist, wann die Plastik wieder auf ihrem Sockel im Wandrahmpark stehen wird. Ziel ist es aber das Pferd noch dieses Jahr wieder an seinen Standort zurückzubringen.

Um das geschichtsträchtige Pferd kümmern sich sowohl das Land Niedersachsen als auch die Hansestadt und das Museum Lüneburg. Der Hannoveraner Bildhauer Hans Kröger hat die Plastik 1923 mit dem Titel „Beweglichkeit“ geschaffen. Im Jahr 1952 nahm die Hansestadt Lüneburg sie für das Land Niedersachsen in ihre Obhut. Das Land beteiligt sich jetzt mit 20.000 Euro an der Restaurierung. Das Museum Lüneburg hat die Plastik als Außenexponat in seine Sammlung mitaufgenommen. Die Herkunft und Geschichte des Pferdes soll nach der Rückkehr auf einer Dokumentationstafel erläutert werden.

Museumsleiterin Dr. Heike Düselder hatte zuletzt bei der Einweihung des historischen Eisenbahnwaggons, der ebenfalls im Wandrahmpark steht, die fachliche Sicht auf das Pferd erklärt: „Die Plastik ist Ergebnis eines Wettbewerbs in Hannover und stand zunächst in Bremerhaven. Später brachte der Lüneburger Gauleiter Otto Telschow das Pferd in seinen Besitz. 1945 beschlagnahmte die britische Militärregierung seinen Nachlass, und 1952 übergab das Land Niedersachsen es dem Museum für das Fürstentum Lüneburg. Seitdem steht das Denkmal unkommentiert an seinem Standort, aus unserer heutigen Sicht ein Objekt, das seiner ursprünglichen Funktion enthoben und wie viele andere Dinge auch von den Nationalsozialisten auf perfide Weise umfunktioniert, instrumentalisiert und mit einer neuen Bedeutung versehen wurde. Diese Fakten müssen dargestellt werden, sie sind wichtige Aussagen für den Prozess der Auseinandersetzung mit der Geschichte.“