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Auf einer Fläche von 17,5 Hektar lässt die Gemeinde Tespe derzeit bei Avendorf eine ökologische Ausgleichsfläche anlegen, die den Weißstörchen in der Region künftig die Futtersuche erleichtern soll. Foto: fw
Auf einer Fläche von 17,5 Hektar lässt die Gemeinde Tespe derzeit bei Avendorf eine ökologische Ausgleichsfläche anlegen, die den Weißstörchen in der Region künftig die Futtersuche erleichtern soll. Foto: fw

Neue Futterquelle für Störche

fw Avendorf. Seit zwei Monaten arbeiten in der Feldmark bei Avendorf Trecker und Bagger. Kein Wunder, dass sich so mancher Avendorfer fragt, was da auf einer ehemaligen Ackerfläche entsteht. Die Spekulationen, berichtet Tespes Bürgermeister Jörg Werner, reichten von einer Mülldeponie bis hin zu den Fundamenten für eine Windkraftanlage. Was dort tatsächlich entsteht, stellte Werner jetzt der Öffentlichkeit vor.

Gearbeitet wird noch voraussichtlich bis Ende des Monats an einer Ausgleichsfläche für diverse Bauprojekte, die die Gemeinde in den vergangenen Jahren und in Zukunft realisiert. Zwischen Avendorf, Bütlingen und Tespe entsteht ein Nahrungshabitat für den Weißstorch. Die Maßnahme stößt allerdings auch auf Kritik. Die Bürgerwind KG, die auf der Fläche eigentlich ein Windrad bauen wollte, hält den Acker für ungeeignet, um den geplanten Zweck zu realisieren.

Bereits vor einigen Jahren hatte die Gemeinde die Fläche mit einer Größe von rund 150000 Quadratmetern und eine zusätzliche Fläche von 25000 Quadratmetern angekauft, um dort Ausgleichsflächen zu schaffen. Die sind vorgeschrieben, wenn Wohnbaugebiete in naturnahen Bereichen geschaffen werden. Die jetzt präsentierte Fläche dient als Ausgleich für zwei Bebauungspläne in Bütlingen, das große Baugebiet „Untere Osterstücke“ in Tespe und den Bau des Edeka-Marktes an der Lüneburger Straße. Um nun neue Nahrungsflächen im Aktionsradius der Weißstörche von Bütlingen, Tespe, Avendorf und Eichholz anzulegen sowie Laichplätze für den Moorfrosch wieder herzustellen, entstehen naturnah gestaltete Gräben mit flachen Böschungen und Feuchtbermen sowie Blänken, die im Frühjahr zeitweise unter Wasser stehen. Auf den übrigen Flächen soll extensiv genutztes Grünland entwickelt werden, wo vorher Mais angepflanzt wurde. Investiert wurde, so Werner, inklusive der Ankaufkosten für die Flächen, ein hoher sechsstelliger Betrag. Einen Teil der Investitionen übernimmt dabei Uwe Gerner als zukünftiger Erschließungsträger des südlichen Teilbereiches der Unteren Osterstücke.

„Dort, wo die Maßnahme beendet ist, sieht man eigentlich nichts“, beschreibt Werner die Fläche. Die um 40 Zentimeter abgesenkten Bereiche fallen kaum ins Auge, vor allem da der Sandboden nach dem trockenen Sommer derzeit keine feuchten Flächen aufweist.

Hier setzt die Kritik der Bürgerwind KG an. Da etwa 600 Meter weiter westlich der Wasserspiegel in den Teichen der Tonentnahmestelle etwa zweieinhalb bis drei Meter unterhalb des Niveaus der Ausgleichsfläche liege, würden die Blänken nur bei Starkregenereignissen kurzfristig feucht, solange das Wasser nicht durch den Sandboden versickert sei. Auf Nachfrage der Naturschutzorganisationen BUND und Nabu, die zur Präsentation der Fläche zu Gast waren, bestätigte Planer Lothar Steffen allerdings, dass ihm von dem Landwirt, der die Flächen bislang bearbeitet hat, versichert worden sei, dass die Fläche in den Frühlingsmonaten überflutet sei. In diesem Fall sei durchaus vorbildlich, was die Gemeinde schaffe, vor allem im Hinblick auf die Größe der Fläche, waren sich Storchenvater Hans Steinert und Dietrich Westphal vom BUND einig.