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Martin Boeing, hauptamtlicher Koordinator für Ehrenamtliche im Asylbereich, wird in der kommenden Woche sein Büro im Klosterhof beziehen. Foto: t&w
Martin Boeing, hauptamtlicher Koordinator für Ehrenamtliche im Asylbereich, wird in der kommenden Woche sein Büro im Klosterhof beziehen. Foto: t&w

Lüneburgs Netzwerker

as Lüneburg. Groß ist die Hilfsbereitschaft und das ehrenamtliche Engagement vieler Lüneburger, die Flüchtlinge unterstützen und begleiten. Um die Anbieter und Hilfesuchenden noch besser vernetzen zu können, hat die Stadt jetzt die Stelle eines hauptamtlichen Koordinators für Ehrenamtliche im Asylbereich eingerichtet. Martin Boeing nimmt in der kommenden Woche seine Arbeit auf.

Derzeit sind rund 600 Flüchtlinge in Lüneburg untergebracht, unter anderem in sieben Gemeinschaftsunterkünften. Ehrenamtliche, die zum Beispiel zur Willkommens­initiative, zu Kirchen oder zur Nachbarschaft gehören, sowie einzelne Personen begleiten sie unter anderem bei Behördengängen und Arztbesuchen, zeigen ihnen, wo es in der Stadt zum Beispiel Einkaufsmöglichkeiten oder Bushaltestellen gibt. „Andere unterstützen die Flüchtlinge dabei, ergänzend zu den Angeboten in Schulen und bei der Volkshochschule die deutsche Sprache zu lernen oder begleiten Kinder auch punktuell in die Schule“, erläutert Pia Steinrücke, Sozialdezernentin bei der Hansestadt Lüneburg.

Doch manchem, der gerne helfen möchte, ist nicht klar, wo Hilfe notwendig ist oder welche Sachspenden gebraucht werden. Ansprechpartner dafür soll nun Martin Boeing sein. Er wird gleichzeitig auch den Draht zum Beispiel zu den Fachkräften in den Unterkünften halten sowie zu Kitas und Schulen, um zu ermitteln, wie die Bedarfe sind. Auch für Sportvereine und kulturelle Einrichtungen, die Angebote zur Integration von Flüchtlingen machen, wird er der Ansprechpartner sein. Pia Steinrücke bringt es so auf den Punkt: „Seine Aufgabe ist es zu gucken, welches ehrenamtliche Engagement ist da und wer passt zu wem.“ Zu Boeings ersten Aufgaben wird gehören, alle Ehrenamtsstrukturen zu erfassen, denn die sind in Lüneburg sehr ausgeprägt. So ist unter anderem auch die Freiwilligen-Agentur des Paritätischen eine Börse für ehrenamtliche Tätigkeit.

Martin Boeing ist sich bewusst, dass auf ihn ein großes Aufgabenfeld zukommt, auf das er sich freut. Bisher war der 60-Jährige als Leiter der Arbeitstherapie in der Psy­chiatrischen Klinik tätig. Daneben hat er sich ehrenamtlich in den Bereichen Inklusion und Schule engagiert, ist unter anderem Mitglied des Landeselternrates. Der Bereich Integration von Flüchtlingen habe ihn seit langem interessiert, als Koordinator für Ehrenamtliche zu wirken, sieht er als schöne Herausforderung. Pia Steinrücke sagt mit Blick darauf, das laut Zuweisungsquote bis Ende 2016 voraussichtlich noch weitere 1000 Flüchtlinge ins Stadtgebiet kommen: „Für uns ist es wichtig, dass ehrenamtliche Engagement zu erhalten und zu fördern. Denn Ehrenamtliche sind Multiplikatoren dafür, dass Integration funktioniert.“

Direkt zur Seite gestellt bekommt Boeing einen Ehrenamtlichen, um den Blick derer, die helfen wollen, in die Koordinierungsstelle einzubringen, umschreibt Pia Steinrücke. Er soll den Mitstreitern auch erklären, wie zum Beispiel die Unterbringung funktioniert, welche Ansprechpartner es gibt und welche Sachspenden besonders vonnöten sind.

Sein Büro wird Boeing in der kommenden Woche im Klosterhof beziehen. Telefonnumer und E-Mail-Adresse gibt die Stadt noch bekannt.