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Angrenzend an das Stadtviertel Ebensberg soll Richtung Erbstorf ein Neubaugebiet entstehen. Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Am Raderbach“ wird nun neu eingeleitet. Foto: t&w
Angrenzend an das Stadtviertel Ebensberg soll Richtung Erbstorf ein Neubaugebiet entstehen. Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Am Raderbach“ wird nun neu eingeleitet. Foto: t&w

Stadt soll im Osten wachsen

as Lüneburg. Ein neues Baugebiet soll im Osten der Stadt zwischen Ebensberg und Erbstorf entstehen. Bereits vor einem Jahr hatten Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Heiko Dörbaum (SPD), Ortsvorsteher vom Ebensberg und Vorsitzender des Bauausschusses, erste Planungen bei einer Bürgerversammlung vorgestellt. Nun nehmen diese Formen an: Der Bebauungsplan „Am Raderbach“ soll aufgestellt werden inklusive frühzeitiger Öffentlichkeitsbeteiligung. Der Bauausschuss berät dazu am Donnerstag, 17. September, von 15 Uhr an im Traubensaal des Rathauses.

Überlegungen für ein Neubaugebiet, das sich an den Stadtteil Ebensberg anschließt, hatte es schon vor 20 Jahren gegeben. Doch damals gab es noch die offizielle Bahnstrecke zwischen Lüneburg und Bleckede. Deshalb hätte ein Tunnel oder eine Brücke gebaut werden müssen. Zu teuer. Die Planungen und der damalige Aufstellungsbeschluss ruhten. Nun soll der alte aufgehoben und ein neuer Aufstellungsbeschluss für den B-Plan eingeleitet werden.

Rund 32 Hektar groß ist der Geltungsbereich des aktuellen B-Planes „Am Raderbach“, der im Westen von der Erbstorfer Landstraße, im Süden vom Stadtteil Ebensberg und im Norden vom Grünberger Weg begrenzt wird. Laut Auskunft der Stadt sollen 13 Hektar bebaut werden, entlang des Raderbaches soll ein Grünzug entstehen. Geplant sind Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser sowie Geschossbau. Mädge hatte bei der Bürgerversammlung vor einem Jahr erklärt, dass eventuell 250 bis 300 Wohneinheiten entstehen könnten. Bürger äußerten die Sorge, dass durch das Neubaugebiet erheblich mehr Verkehr entstehen könne, der dann womöglich über die Straße Am Ebensberg fließen werde. Mädge machte deutlich, dass parallel zum B-Plan ein Verkehrskonzept erarbeitet werden solle, das die Straße Am Ebensberg nicht zur Hauptzufahrtsstraße fürs Neubaugebiet mache. Auf Nachfrage bei der Stadt hieß es jetzt: Wie die Erschließung erfolgen solle, werde noch geprüft.

Kritisch sieht der Verein Aktion Lebensberg die Pläne. Sprecher Friedhelm Feldhaus: „Ein neues Baugebiet östlich des Ebensberges erweitert Lüneburg noch einmal an der Peripherie fern der Innenstadt.“ Das könne kaum die Zielstellung der rot-grünen Gruppe im Rathaus sein. „Nachhaltiger, wenngleich mühsamer, ist eine kleinteilige und sensible Nachverdichtung in bestehenden Siedlungs- oder Gewerbestrukturen wie etwa im Lucia-Quartier oder in der Goseburg“, erklärt Feldhaus. „Zudem favorisieren wir weiter den stadtnahen, westlichen Teil der Theodor-Körner-Kaserne, auch wenn hier vor 2018 nichts passieren kann. Die Unterkünfte der Soldaten können nachgenutzt und durch Neubauten ergänzt werden.“

Das hatte der Verein auch schon bei einer Info-Veranstaltung im vergangenen Februar deutlich gemacht, zu der Heiko Dörbaum und Andreas Meih­sies, Fraktionschef der Grünen, eingeladen waren. Dörbaum hatte daraufhin erklärt, dass das Aufklärungslehrbataillon 3 am Standort bleiben und die Gebäude weiter nutzen werde.

Außerdem hatten SPD und Grüne in ihrer Halbzeitbilanz im vergangenen Oktober unterstrichen: Es bestehe die Notwendigkeit, weitere Flächen zu entwickeln, denn die Nachfrage nach Bauland und Wohnungen in Lüneburg sei groß. Unter anderem böten sich Flächen am Ebensberg an. Gleichzeitig bekenne man sich aber zu Naturschutz und Naherholung, so Andreas Meihsies. Deshalb hatte sich die Gruppe für den Grüngürtel West ausgesprochen. Das allerdings hatte für Kritik bei Bewohnern im Osten gesorgt.

2 Kommentare

  1. Schade…
    Wie war das nochmal mit der Versiegelung von Grünflachen – alles Schall und Rauch wenn’s nicht in’s Konzept passt!!!

  2. Kann denn in Hagen und Kaltenmoor nicht noch aufgestockt werden?