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Noch 15 Tage bis zur Eröffnung der Bardowicker Samtgemeindebücherei im Nikolaihof: Leiterin Ursula Schwanitz-Roth (M.), Kollegin Silke Wiecher (l.) und die ehrenamtliche Helferin Fanny Eberhardt haben alle Hände voll zu tun. Foto: t&w
Noch 15 Tage bis zur Eröffnung der Bardowicker Samtgemeindebücherei im Nikolaihof: Leiterin Ursula Schwanitz-Roth (M.), Kollegin Silke Wiecher (l.) und die ehrenamtliche Helferin Fanny Eberhardt haben alle Hände voll zu tun. Foto: t&w

„Wir haben hier etwas Besonderes“

pet Bardowick. „Sachbücher, Rätsel in Raum B02“, „Fantasy DAU-HEI in Raum A03“, „Deutsche Geschichte in Raum A10“. Eine komplette Bücherei mit ihren 15000 Medien, verpackt in mehreren hundert Umzugskartons, war in dieser Woche auf der Reise. Die Bardowicker Samtgemeindebücherei zieht von den bisherigen Räumen über der Sparkasse in der Großen Straße um in den Nikolaihof im Südwesten des Fleckens. Aber bis zur feierlichen Einweihung, die für Sonntag, 27. September, geplant ist, bleibt noch jede Menge zu tun.

Das Alte und das Neue Männerhaus des historischen Nikolaihofs sind die künftige Anlaufstelle für Leseratten aus Bardowick und Umgebung. Dort, wo die Hansestadt Lüneburg schon Anfang des 14. Jahrhunderts ihre Leprakranken unterbrachte, wo später ein Altenheim entstand und das noch bis vor wenigen Jahren bewohnt war, stehen bald Bücher und andere Medien im Mittelpunkt. Seit zwei Jahren laufen die Sanierungsarbeiten für die beiden Männerhäuser, von denen das ältere wohl von 1316 und das jüngere aus dem 18. Jahrhundert stammt Kostenpunkt: 3,3 Millionen Euro.

Büchereileiterin Ursula Schwanitz-Roth ist gespannt, wie der neue „Look“ der Bardowicker Samtgemeindebücherei bei ihren Kunden ankommt. Denn längst nicht alle waren begeistert, als die Entscheidung fiel, den übersichtlichen Raum im Zentrum der Gemeinde nach zehn Jahren zu verlassen und ein neues Domizil in den historischen Räumen des Nikolaihofs zu finden. Dort sind Bücher, CDs, DVDs, Hörbücher und Zeitschriften in insgesamt 15 Räumen untergebracht, die von langen Fluren abgehen.

„Der kleinste davon ist gerade einmal acht Quadratmeter groß“, so Schwanitz-Roth. „Aber viele unserer Leser freuen sich auch schon auf die besondere Atmosphäre in unseren mittelalterlichen neuen Räumlichkeiten. Und ich glaube, es wird spannend hier zu arbeiten.“ Viele Ideen, wie die neue Bücherei, ihre historischen Räume, der „Wintergarten“, der altes und neues Männerhaus verbindet, und das Außengelände zu neuem Leben erweckt werden können, hat die Büchereileiterin schon.

„Was wir hier haben, ist schon etwas ganz Besonderes, das hat wohl kaum eine andere Bücherei“, erklärt Ursula Schwanitz-Roth, die nicht nur mit Tonnen von Büchern, sondern in den letzten Wochen auch mit Denkmalschutzauflagen und schiefen Wänden zu kämpfen hatte.

Und während ein Transporter mit den Bücherkartons zwischen alter und neuer Bücherei hin und her pendelt und Schwanitz-Roth und ihre haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter im Inneren der historischen Gebäude Bücher in die Regale verteilen, herrscht auch im Außengelände vor den beiden Männerhäusern Hochbetrieb, schieben Bagger Boden ab, markieren Arbeiter Wegverläufe, dröhnt der Rüttler, wird Kopfsteinpflaster geklopft.

So manche Überstunde machen Ursula Schwanitz-Roth und ihre Mitstreiterinnen in diesen Tagen, damit bis zum 27. September alles rechtzeitig fertig wird. An diesem Sonntag soll es ab 14 Uhr bei einem Tag der offenen Tür auch Kaffee und Kuchen, ein Festzelt, eine Hüpfburg, Bastel- und andere Kinderaktionen und Führungen geben. Obwohl die Bardowicker Samtgemeindebücherei traditionell an Montagen geschlossen ist, ist am 28. September dann aber außer der Reihe von 9 bis 17 Uhr geöffnet. „Da erwarten wir großen Andrang, weil viele unserer Kunden sich vor der Schließung gut mit Büchern eingedeckt haben und diese dann sicherlich zurückbringen wollen.“

Telefonisch ist die Samtgemeindebücherei Bardowick unter04131/921522 zu erreichen. Eine Internetverbindung zu den neuen Räumlichkeiten im Nikolaihof besteht allerdings noch nicht. „Wir hoffen sehr, dass wir bis kommende Woche eine Verbindung haben“, sagt Ursula Schwanitz-Roth.