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Till Rotermundt und Simon Meyer (hinten v. l.) sind die Ausbildungspaten der Avacon, berichten Zehntklässlern der Oberschule am Katzenberg in Adendorf über ihre Ausbildung, dabei erklären sie Soraya, Sehriba, Rica und Madlien (im Vordergrund, v. l.) auch eine Ausschaltverdrahtung. Foto: be
Till Rotermundt und Simon Meyer (hinten v. l.) sind die Ausbildungspaten der Avacon, berichten Zehntklässlern der Oberschule am Katzenberg in Adendorf über ihre Ausbildung, dabei erklären sie Soraya, Sehriba, Rica und Madlien (im Vordergrund, v. l.) auch eine Ausschaltverdrahtung. Foto: be

Ausbildung aus erster Hand

pet Adendorf. „Die können ja viel erzählen“, mag so mancher Jugendliche sich denken, wenn ihm Eltern, Lehrer oder Ausbilder etwas über Ausbildung und Beruf berichten. Dieser Gedanke steht hinter der Aktion „Ausbildungsbotschafter“ der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, die jetzt für das neue Schuljahr in der Oberschule am Katzenberg in Adendorf gestartet ist. Auszubildende aus den unterschiedlichsten Berufen kommen dabei in die Schulen und berichten über ihre Ausbildung, über die Inhalte, Einstellungsvoraussetzungen, Chancen und auch Bezahlung.

Im Landkreis Lüneburg sind Ausbildungspaten an der Integrierten Gesamtschule Lüneburg, an den Berufsbildenden Schulen I, an der Oberschule am Schiffshebewerk Scharnebeck, am Johanneum, am Gymnasium Oedeme und in der Oberschule am Katzenberg in Adendorf unterwegs. Zehn Ausbildungspaten aus sechs Unternehmen waren am Montag zum Start des Projekts in Adendorf dabei, wo sie in den 10. Klassen ihre persönlichen Erfahrungen schilderten und so authentische Einblicke in den Berufsalltag gaben.

Simon Meyer und Till Rotermundt lernen bei der Avacon den Beruf des Elektonikers für Betriebstechnik, sind beide im 2. Ausbildungsjahr. Der erweiterte Realschulabschluss sei für diese Ausbildung Voraussetzung, sagte Simon Meyer, er berichtete über die ordentliche Bezahlung, die 37,5-Stunden-Woche, den Mix aus schulischer und betrieblicher Ausbildung.

Und er erzählte davon, dass es bei der „Freileitungskontrolle“ auch schon mal in luftige Höhen geht. „Viele hatten da am Anfang noch Höhenangst, aber man gewöhnt sich eigentlich schnell daran.“ Zum Abschluss durften die Oberschüler vom Katzenberg auch noch praktisch Hand anlegen — unter der Anleitung von Simon Meyer und Till Rotermundt arbeiteten sie an einer „Ausschaltverdrahtung“. Sichtbarer Erfolg: Bei allen Gruppen ging am Ende das Licht auf Knopfdruck an.

Ebenfalls im 2. Ausbildungsjahr ist Lukas Fabisch, der bei der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg den Beruf des Kaufmanns für Büromanagement lernt. Gute Kenntnisse in Deutsch, Mathematik und in der EDV, dazu Teamfähigkeit und die Fähigkeit kunden- und serviceorientiert zu arbeiten, würden für die Einstellung vorausgesetzt, erklärte er. „Es wird nie langweilig“, brach er eine Lanze für seinen Beruf. Regelmäßige Wechsel der Abteilungen, Ausbildungsabschnitte in den Außenstellen Wolfsburg und Celle gehören ebenso zur Ausbildung wie die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts. Allerdings: In Schmuddeljeans und Schlabber-T-Shirt dürfe man nicht im Büro erscheinen. „Angemessene Kleidung muss sein“, erklärt Lukas Fabisch ernst.

Neben der Avacon und der IHK waren in Adendorf noch die LAP Laser Applikationen, der MTV Treubund, Medimax Electronic und DBL Marwitz Textilpflege mit Ausbildungsbotschaftern vertreten.

Die Industrie- und Handelskammer hat das Projekt „Ausbildungspaten“ initiiert, um junge Menschen bei der Berufswahl zu unterstützen — denn die Auswahl an Lehrberufen ist groß. „Wir haben rund 180 IHK-Ausbildungsberufe sowie diverse Aufstiegs- und Weiterbildungschancen, die für Schüler attraktiv und spannend sind. Da kann den jungen Menschen die Orientierung schon mal schwerfallen“, sagt IHK-Ausbildungskoordinatorin Kirsten Deising. Die Ausbildungsbotschafter, so Deising, „unterstützen auf Augenhöhe“.

Im gesamten IHK-Bezirk sind in diesen Monaten mehr als 130 Auszubildende aus rund 75 Unternehmen in 30 Schulen in den Landkreisen Lüneburg, Harburg, Celle, Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Heidekreis als Ausbildungsbotschafter unterwegs. Zur Vorbereitung werden die Ausbildungsbotschafter in Präsentations- und Moderationstechniken geschult. Die Unternehmen stellen ihre Auszubildenden für die Botschafter-Einsätze zweimal pro Halbjahr frei.