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Tespe, Lüneburger Straße: Elbkom-Geschäftsführer Uwe Luhmann (v. l.), Ulf Münchhoff von Fritsche Netzwerktechnik und Martin Dick vom Ingenieurbüro LAN Consult überzeugen sich vom Fortschritt der Arbeiten. Foto: t&w
Tespe, Lüneburger Straße: Elbkom-Geschäftsführer Uwe Luhmann (v. l.), Ulf Münchhoff von Fritsche Netzwerktechnik und Martin Dick vom Ingenieurbüro LAN Consult überzeugen sich vom Fortschritt der Arbeiten. Foto: t&w

Tiefbauarbeiten für den Glasfaserausbau in Tespe gehen zügig voran

pet Tespe. Die Blumenstraße ist abgearbeitet, weiter gehen die Arbeiten die Lüneburger Straße entlang und dann in die südwestlich abzweigenden Nebenstraßen. Die Tiefbauarbeiten für den Glasfaserkabel­ausbau in der Samtgemeinde Elbmarsch, die in Tespe begonnen haben, liegen gut in der Zeit. Ende Juli war der erste Spatenstich gemacht worden, jetzt, sechs Wochen später, ist mit 350 Haushalten, die einen Vertrag abgeschlossen haben, die Hälfte geschafft.

Knapp 60 Prozent der in Frage kommenden Haushalte in der Samtgemeinde hatten sich bis zum 30. April dieses Jahres entschlossen, einen Vertrag über die Installation eines Glasfaseranschlusses mit dem Münchner Kabelnetzbetreiber „pepcom“ zu unterzeichnen. Für die Verlegung der notwendigen Glasfaserkabel ist die samtgemeindeeigene „Elbkom“ (Elbmarsch Kommunal Service) zuständig.

Die hatte ein dänisches Tief- und Leitungsbauunternehmen mit den Arbeiten beauftragt — das ist seit Ende Juli unterwegs. „Und das rasend schnell, ich bin sehr zufrieden“, berichtet Marco Behr, Anwohner und Geschäftsmann an der Lüneburger Straße. Nur wenige Stunden seien die Tiefbauer im Bereich seines Hauses bei der Arbeit gewesen, dann waren die bestellten Leerrohre verlegt. Jetzt freut sich Behr noch mehr auf schnelles Internet. 1600 kbit/s hatte er bisher, „an guten Tagen“, lächelt er. Er habe einen Vertrag über 50 Mbit/s abgeschlossen.

60 Prozent war die zu erreichende Mindestquote an Verträgen mit „pepcom“ gewesen. „Mittlerweile sind noch Nachzügler dazu gekommen, wir liegen schon bei 67 Prozent“, erklärt Elbkom-Geschäftsführer Uwe Luhmann. Auch wer jetzt noch auf den Breitbandzug aufspringen möchte, ist relativ kostengünstig dabei: „149 Euro pauschal, wenn der Bagger noch nicht bei dem Betreffenden vor der Tür gestanden hat.“

An Haupt-, Nebenstraßen und Wegen entlang arbeiten sich die Dänen an fünf oder sogar sechs Tagen in der Woche, aber auch zahlreiche Wasserhindernisse stellen sich den Arbeitern entgegen. Dann müssen neben den Genehmigungen der Straßenbaulastträger wie Kreis oder Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auch noch weitere Genehmigungen eingeholt werden.

Sind Ilmenau, Neetze oder Gräben betroffen, sind wasserrechtliche Genehmigungen nötig, werden Deiche berührt, sind auch deichbehördliche Genehmigungen einzuholen. In Fahrenholz etwa muss die Ilmenau gequert werden. „Ursprünglich war eine Überquerung an der Brücke im Bereich des Rottorfer Wegs geplant, aber das wurde letztlich teurer als die Unterquerung, die jetzt geplant ist“, erklärt Uwe Luhmann. „Zwei, drei Meter unterhalb der Sohle wird gebohrt.“ In Oldershausen muss auch die Neetze „unterdükert“ werden, wie es in der Fachsprache heißt.

Bis zum Sommer 2016 sollen die Tiefbauarbeiten in der gesamten Samtgemeinde Elbmarsch beendet sein. 100 Kilometer Glasfaser sind entlang der Straßen zu verlegen, weitere 300 Kilometer zum überörtlichen Netz („Backboneleitungen“) sowie weitere 1300 Kilometer Leitungen zu jedem einzelnen Haus.

Die Tiefbauarbeiten sollen bis zum kommenden Sommer erledigt sein, sagt Ulf Münchhoff von der Norderstedter Firma Fritsche Netzwerktechnik, die die Tiefbauarbeiten überwacht und später die Glasfaserarbeiten erledigt. Bis zum Jahresende 2016 sollen dann alle angeschlossenen Haushalte in der Samtgemeinde Elbmarsch von schnellem Internet profitieren.

Nach wie vor blicken benachbarte Gemeinden mit großem Interesse auf das, was in der Samtgemeinde Elbmarsch in Sachen Breitband passiert. Barum und Handorf hätten konkretes Interesse geäußert. Inzwischen ist ein Prüfauftrag erteilt worden, um in diesem Zusammenhang rechtliche Fragen zu klären. Eine „Herausforderung in der Interkommunalen Zusammenarbeit“ nennt Uwe Luhmann eine mögliche Erweiterung des Breitbandausbaus über die Grenzen der Samtgemeinde Elbmarsch hinaus.

3 Kommentare

  1. Respekt! In der Samtgemeinde Elbmarsch wird nicht gejammert. Verkürzt gesagt: Die bisherigen Anbieter boten nur Schnecktempo an oder sie winkten ganz ab. Da gründen die Einwohner eine eigene Gesellschaft, werben Freunde und Nachbarn. Sie nehmen ihr Schicksal in die eigene Hand … und es klappt.

  2. Da ist man schon sehr neidisch. Demnächst ziehen wir ins Hanseviertel Lüneburg. Dort wurde das Telekom-Festnetz auf Basis von veraltetem Kupfer und nicht mit moderner Glasfaser aufgebaut. Darüber hinaus wurde der Ausbau anscheinend auch noch staatlich gefördert, so dass aufgrund einer EU-Regelung für die nächsten 7 Jahre (also bis 2022!) keine Geschwindigkeiten höher als 50 Mbit/s (Upload: 10 Mbit/s) möglich sind.

    Technisch wären schon heute bei der Verwendung von Vectoring 100 Mbit/s (Upload: 40 Mbit/s) und zukünftig bei der Verwendung von Super-Vectoring 250 Mbit/s (Upload: 100 Mbit/s) erreichbar. Bei einem Glasfaser-Ausbau wären heute schon Geschwindigkeiten von 1000 Mbit/s (Upload: 1000 Mbit/s) drin.

    Ich verstehe nicht, wie man eine veraltete Technik auch noch fördern kann. Das ist doch eine Verschwendung von Steuergeldern.

    • Marc Sowen
      stimmt. sie vergessen die lobbyisten, die einen direkten draht zur politik haben. lobbyisten fragen nicht nach steuerverschwendung. politiker ,die sich bezahlen lassen, wie auch immer, auch nicht.