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Im Omnibus von Werner Küppers (2.v.r.) werben Kolja Klar (r.), Valentin Keil und Gabriele Wagener für Unterschriften zur Einführung von Volksabstimmungen. Foto: be
Im Omnibus von Werner Küppers (2.v.r.) werben Kolja Klar (r.), Valentin Keil und Gabriele Wagener für Unterschriften zur Einführung von Volksabstimmungen. Foto: be

Küppers Mission – Mit Omnibus auf Tour für Volksabstimmungen

mm Lüneburg. Seit 15 Jahren ist Werner Küppers mit seinem Omnibus unterwegs. Seine Ziele sind deutsche Städte, über 100 besucht er pro Jahr, stets mit dem gleichen Anliegen: Der 65-Jährige wirbt für Volksabstimmungen — zum Beispiel, um ein einheitliches Fracking-Verbot durchzusetzen.

Lüneburger Marktplatz am Montag zur Regenzeit: Werner Küppers wartet in seinem Omnibus auf Besucher. Bis jetzt sind erst wenige vorbeigekommen, schuld ist das Wetter. Eigentlich begrüßen Küppers und seine Mitarbeiter immer viele interessierte Bürger an weißen Stehtischen vor dem Bus, jetzt halten die dicken Regentropfen davon ab, wenn jemand kommt, wird er gleich hinein gelotst.

Drinnen ist das Zuhause von Werner Küppers. Oben gibt es fünf Schlafplätze und eine kleine Dusche, unten Küche und Sitzgelegenheiten, Küppers tauschte vor 15 Jahren sein festes Zuhause gegen ein rollendes, um sich vollends einer Mission zu widmen: „Auf Bundesebene soll es die Möglichkeit für Volksabstimmungen geben“, sagt er.

Bei Besuchen in verschiedenen Städten mit dem ausrangierten Linienbus, der schon 36 Jahre alt ist, sammelt Küppers fleißig Unterschriften, er spricht von „einer Volksabstimmung über die Volksabstimmung“, die auf Bundesebene noch nicht möglich ist, obwohl das Grundgesetz ein Abstimmungsrecht vorsieht, daran scheiden sich jedoch die Geister.

Alle im Bundestag vertretenen Parteien trügen zwar die Möglichkeit für Volksabstimmungen in ihren Parteiprogramm — bis auf die CDU, und ohne deren Zustimmung ist die notwendige Zweidrittelmehrheit nicht zu schaffen. Dahinter könnten sich andere Parteien verstecken, „sie scheuen eigentlich Volksabstimmungen wie der Teufel das Weihwasser“, sagt Küppers. Sein Kampf für eine Einführung ist permanent, auch wenn finanzielle Engpässe das Projekt schon oft zu stoppen drohten.

Während seiner Fahrten erweitert Küppers kontinuierlich den Kreis von Förderern und Unterstützern, seinen Bus sieht er auch als „Ermutigungs- und Vernetzungsorgan“. Wie beim Thema Fracking, also dem Aufbrechen von Gestein, um an Gas zu gelangen. Umweltverbänden und Bürgerinitiativen gehen die Einschränkungen dieser umstrittenen Fördermethode nicht weit genug, sie befürchten Schäden für die Umwelt. Fracking könnte durch eine Volksabstimmung gestoppt werden. Doch um Änderungen am Bergrecht zu erwirken, müsste ein Referendum auf Bundesebene erfolgen — genau das geht nicht, die Möglichkeit für eine bundesweite Volksabstimmung fehlt. Und deshalb ist auch Küppers Mission nach 15 Jahren noch nicht beendet.