Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Erdgasförderanlage im Landkreis Uelzen außer Betrieb – Betreiber widerspricht Vermutungen der BI Uelzen

lz Uelzen. Die Erdgasförderanlage im Landkreis Uelzen wird außer Betrieb genommen, das sagt die Bürgerinitiative Umweltschutz Uelzen (BI Uelzen) in einer Pressemitteilung.

Am Freitag, 11. September, stellte die BI Uelzen eine untypische Rauchentwicklung auf der Erdgasförderstation Schmarbeck Z4  fest. Diese liegt unweit der Ellerndorfer Heide im Landkreis Uelzen. Das Rohgas wird in der Station gereinigt und getrocknet. Dazu ist u. a. ein Glykol-Regenerator im Einsatz. Aus diesem stiegen bläuliche Gase auf. Das entspreche nicht einem ordentlichen Betrieb, da giftige Gase entwichen, sagt die BI.

Der Pressesprecher des Unternehmens, Klaus Torp, sieht das anders: „ExxonMobil hat am 11. September um 18.45 Uhr die Erdgasbohrung Schmarbeck Z4 außer Betrieb genommen, um den Brenner auf einen eventuellen technischen Defekt zu untersuchen. Ein Untersuchungsergebnis liegt noch nicht vor. Schädliche Gase können nicht ausgetreten sein. Die zuständige Bergbehörde (LBEG) ist zu jedem Zeitpunkt über den Sachverhalt informiert gewesen. Eine Anweisung zur Außerbetriebnahme durch das LBEG erfolgte nicht. Die Erdgasbohrung Schmarbeck Z4 ist mit einer Glykoltrocknungsanlage ausgerüstet, die einen mit Gas gefeuerten Heater beinhaltet, der das Glykol erwärmt. Die am 11 September von der BI Uelzen gemeldete Auffälligkeit wird aufgrund der derzeitigen Witterung möglicherweise Wasserdampf gewesen sein, da der Heater nur zeitweise brennt und sich dann wieder selbst abschaltet. ExxonMobil ist den telefonisch an unsere Leitzentrale in Großenkneten gegebenen Hinweisen der BI Vertreter Herrn Baum und Herrn Ebeling sofort nachgegangen.“ Mitarbeiter hätten die Bohrung kurz nach der Meldung überprüft. Das Ergebnis: „Keine Unregelmäßigkeit an dem Regenerationsbrenner feststellbar.“ Darüber sei die zuständige Bergbehörde (LBEG) unverzüglich informiert worden. Der Mitarbeiter habe die Leitzentrale informiert, und dort sei folgendes dokumentiert: „Die Rauchentwicklung des Brenners ist gering und absolut unauffällig.…Anschließend habe ich H. Baum angerufen und Ihn informiert, dass der Brenner absolut i.O. ist. Daraufhin entschuldigte sich H. Baum und gab an, dass Ihnen der Rauch etwas viel vor kam…“.

 

Die BI dagegen schrieb in einer Pressemitteilung: Die Rauchentwicklung hatte von Dienstag bis Freitag deutlich zugenommen, sodass die BI davon ausgegangen ist, dass ExxonMobil die Betriebsstörung nicht behoben hat. Nach dem wiederholten Hinweis der BI Uelzen wurde die Erdgasförderstation auf Anweisung der Bergaufsicht des LBEG außer Betrieb genommen.

„ExxonMobil hat unsere Hinweise nicht ernst genommen und scheint an einem sicheren und umweltgerechten Betrieb kein Interesse zu haben“, resümiert Bernd Ebeling, Sprecher der BI Umweltschutz Uelzen weiter in der Pressemitteilung. Ebeling fordert auch auf anderen Erdgasförderstationen, z. B. im Heidekreis und Landkreis Rotenburg, mehr Kontrollen.  Gegebenenfalls müsse das zuständige niedersächsische Wirtschaftsministerium das LBEG anweisen, einen umweltgerechten Betrieb der Erdgasförderanlagen zu gewährleisten.