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Auf dieser Wiese an der Reppenstedter Gerhart-Hauptmann-Straße sollen künftig Obstbäume stehen. Foto: ina
Auf dieser Wiese an der Reppenstedter Gerhart-Hauptmann-Straße sollen künftig Obstbäume stehen. Foto: ina

Reppenstedt: Ausschuss beschließt Ortsentwicklungsplan und Streuobstwiese

ina Reppenstedt. Mehr als ein Jahr lang hatte eine Arbeitsgruppe am Ortsentwicklungsplan gefeilt — jetzt wurde die Vorlage im Planungsausschuss der Gemeinde Reppenstedt verabschiedet. In dem Papier wird skizziert, wie sich die Gemeinde in den kommenden 10 bis 15 Jahren entwickeln soll, wo bei Bedarf neue Baugebiete ausgewiesen werden könnten.

Diskussionen gab es trotz der langen Vorlaufzeit dennoch. Kurzfristig hatte Bürgermeister Jürgen Backhaus die Aufnahme von zwei Formulierungen in den bereits fertigen Entwurf beantragt. Zum einen wollte der Grünen-Politiker festgeschrieben wissen, dass die Einwohnerzahl der Gemeinde 8000 bis 8500 Bürger in den kommenden 15 Jahren nicht übersteigen darf. Zum Stichtag 31. Dezember 2014 lebten 7229 Menschen in Reppenstedt.

Zum zweiten wollte Backhaus einen Grüngürtel in dem Plan verankert wissen, so wie ihn die Stadt Lüneburg derzeit plant. Der Grüngürtel soll nicht nur zur Harmonisierung, sondern auch als „Abstandshalter“ zu Lüneburg wirken.

Grünen-Ratsmitglied Holger Dirks versuchte die Intention des bei der Sitzung abwesenden Gemeindeoberhaupts zu verteidigen, stieß aber auf Unverständnis bei den anderen Ausschussmitgliedern. Peter Bergen (CDU) nannte den Antrag schlichtweg „nicht nachvollziehbar“, der stellvertretende Bürgermeister Dieter Bönsch (SPD) sagte: „Alle Fraktionen haben bis jetzt an einem Strang gezogen — wieso sollten wir das Papier in letzter Minute ändern?“ Am Ende verabschiedeten die Anwesenden den Plan ohne Ergänzungen. Das letzte Wort hat jetzt der Gemeinderat.

Mit dem Bebauungsplan Nummer 39 „Ortsmitte V“ wird sich das Ortsbild ändern, ist sich Landschaftsarchitektin Ute Mehring vom beauftragten Planungsbüro sicher. Der geplante Bau eines Gebäudes für Sparkasse und Apotheke nördlich der Landesstraße 216 steht bereits fest (LZ berichtete), nun sollen auch die Weichen für mögliche Entwicklungen im südlichen Bereich von der Eulenburg bis zum Porthhof gestellt werden. In der Diskussion ist unter anderem eine zweigeschossige Bebauung entlang der Lüneburger Landstraße. „Möglich wäre damit eine Ladenzeile mit Wohnraum im Obergeschoss“, sagte Ute Mehring.

Für die Flächen dahinter gibt es bereits konkrete Pläne für ein Haus mit sechs kleinen Wohneinheiten. „Da muss aber eine alte Buche weichen“, gab Frauke Czerwenka (Grünen) zu bedenken. Tatsächlich blieben nur 13 Bäume auf dem Gelände erhalten. Nach Einschätzung der Ratsfrau ist auch die Gebäudehöhe der Ladenzeile zu hoch angesetzt, da sich im Umfeld eher niedrigere Häuser befänden. Auch beklagte sie, dass es möglicherweise zu den „klassisch zubetonierten Grundstücken Grau in Grau“ käme. Die Stadtplanerin erklärte dazu: Im Falle einer Fläche von 1000 Quadratmetern dürften 500 Quadratmeter bebaut und 250 Quadratmeter für Stellplätze zur Verfügung gestellt werden. Am Ende einigte man sich auf eine Überarbeitung der Vorlage und verschob Entscheidungen auf die nächste Sitzung.

Deutlich schneller und einstimmig passierten zwei weitere Beschlüsse, moderiert von Gemeindedirektorin Susanne Stille, den Ausschuss: Die Aldi-Filiale darf ihre Verkaufsfläche vergrößern und anbauen. Voraussetzung ist, dass der Bebauungsplan geändert wird. Zudem soll auf der großen Freifläche an der Gerhart-Hauptmann-Straße eine Streuobstwiese entstehen. Dazu müsste sich ein Verein freiwilliger Obstanbauer gründen oder ein bestehender wie der Verein Lüneburger Streuobstwiesen sich um die Bäume kümmern.