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An der Palmschleuse laufen die Bauarbeiten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes, unter anderem werden Spundwände eingebaut. Foto: tja
An der Palmschleuse laufen die Bauarbeiten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes, unter anderem werden Spundwände eingebaut. Foto: tja

Besserer Schutz für Palmschleuse

tja Lauenburg. Während in der Lauenburger Altstadt die Häuser und Menschen weiterhin schutzlos kommenden Hochwassern der Elbe ausgesetzt sind, befinden sich die Arbeiten zum Schutz der Palmschleuse und des Industriegebiets in vollem Gange. „Beim Industriegebiet sind wir bald auf dem Stand der Technik“, berichtet Lauenburgs Bauamtsleiter Reinhard Nieberg. Bis zum 23. Oktober sollen die letzten Arbeiten am Bahndamm und an der Palmschleuse abgeschlossen sein.

An der Palmschleuse wurden 4,5 Meter lange Stahlbleche in den Boden gedrückt. Wolfgang Genczik, Vorsteher des Gewässer- und Bodenverbandes: „Wir schließen an den vorhandenen Hochwasserschutz an und können diesen künftig auch auf elf statt bisher auf zehn Meter aufrüsten.“ Sobald alle Elemente für die mobile Schutzwand vorhanden sind, sollen Feuerwehr und Technisches Hilfswerk einen Probeaufbau starten. Dann ist der Schutzring um das Industriegebiet an den Söllerwiesen, zu dem auch der Stecknitzdeich und der Bahndamm sowie der eigentliche Elbdeich gehören, geschlossen.

Eine Überraschung gab es für den Gewässer- und Bodenverband bei der Ausschreibung der Modernisierung des Schöpfwerks an der Palmschleuse. „Wir haben vier Baulose ausgeschrieben, beim ersten Los gab es zwar sieben Interessenten, aber keinen Bieter“, erklärt Genczik. Über eine beschränkte Ausschreibung soll jetzt ein Auftragnehmer gesucht werden — der die baulichen Voraussetzungen für die folgenden Arbeiten herrichten soll.

Weitere Bauabschnitte, die 2016 angegangen werden sollen, reichen von der Marina bis zur Schleuse an der Hafenstraße und vom Rufer-Platz bis zur Werft. Der Bauauftrag für den ersten Abschnitt soll zeitnah vergeben werden, für den zweiten Abschnitt wird ein Planungsbüro gesucht. „Wir sind da auch mit den Anliegern in guten Gesprächen“, so Nieberg.

Abwarten heißt es unterdessen für den Kernbereich der Altstadt, die mit ihren Gebäuden direkt an die Elbe grenzt. Nieberg: „Die Bohrungen zur Bodenerkundung und zur Ermittlung von Wasserverhältnissen sind gerade abgeschlossen worden.“ Die dabei gewonnenen Daten sollen die Basis für die Entscheidung bilden, welche Art des Hochwasserschutzes realisiert wird. Die Stadt favorisiert einen Schutzwall mit in den Boden gerammten Spundwänden, das Land würde auf diese aufwendige Maßnahme gerne verzichten. „Ende des Jahres soll die Entscheidung fallen“, berichtet der Bauamtsleiter. Die Detailplanung dürfte so aufwendig sein, dass frühestens 2017 erste Arbeiten starten könnten, und wohl erst 2018 oder 2019 ein Ende absehbar wäre — und der Schutz gegen Fluten der Elbe wirksam wäre.