Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Tauben in der Innenstadt nerven manchen. Denn die Vögel versuchen, an Café-Tischen und Mülltonnen in Hinterhöfen Futter zu finden. Die Politik sucht nach Lösungen für das Problem. Foto: t&w
Tauben in der Innenstadt nerven manchen. Denn die Vögel versuchen, an Café-Tischen und Mülltonnen in Hinterhöfen Futter zu finden. Die Politik sucht nach Lösungen für das Problem. Foto: t&w

Ein Schlag für die Tauben

us Lüneburg. Auf zwölf bis vierzehn Nachkommen brächten es Tauben pro Jahr, ein deutliches Zeichen, dass ein Fütterungsverbot wie das von der Stadt verhängte nicht greife, erklärte Inge Prestele vom Verein Hamburger Stadttauben im jüngsten Umweltausschuss der Stadt. Dort hatte man sich mit einer Anfrage der Grünen beschäftigt, die von der Stadt wissen wollten, ob sie sich für Lüneburg ein Taubenkonzept vorstellen könnte, das die Errichtung von Taubenschlägen in der Stadt vorsieht.

„Nach unserer Einschätzung ist das Taubenfütterungsverbot ein probates und wirksames Mittel“, erklärte Markus Moßmann, Umweltdezernent der Stadt Lüneburg. Seit 1994 besteht das Verbot, „gefühlt“ gebe es etwa 600 bis 700 Tauben in der Stadt. Ob das Verbot eine präventive Wirkung habe, sei schwer zu sagen, gemäß Beobachtungen sei der Bestand aber eher rückläufig. „Aus Sicht der Stadt gibt es keinen Bedarf, dieses Verbot zurückzuschrauben“, sagte Moßmann.

Wie berichtet, hatten die Grünen angeregt, dem Beispiel der Stadt Augsburg zu folgen und auch in Lüneburg Taubenschläge einzurichten. Dort sollten die Tiere artgerecht gefüttert und deren Eier im Gelege gegen Gipseier ausgetauscht werden, um den Bestand zu regulieren. „In Augsburg wurden bislang 90000 Eier ausgetauscht. Dort sind heute keine bettelnden und verletzten Tauben mehr zu sehen“, versuchte Inge Prestele die Ausschussmitglieder zu überzeugen.

„Ich möchte gesunde Tauben haben“, sagte Claudia Schmidt (Grüne). Die Tiere gehörten ebenso zum Stadtbild wie Kinder, die ihre Kekse an die Tauben verfüttern. Das Fütterungsverbot sei phantasielos, deshalb sollte man andere Maßnahmen entwickeln.

Die Stadt sehe für ein solches Projekt keinen Handlungsbedarf, Geld habe sie dafür auch nicht, erklärte Moßmann, das sei eine Aufgabe für eine private Initiative. Die könnte laut Rainer Petroll (Linke) beispielsweise der Bürgerverein Lüneburg sein, die Futterkosten könnte der Tierschutzverein übernehmen. Von Letzterem kam auch spontane Zustimmung.

Andreas Meihsies (Grüne) empfahl die Sparkassenstiftung als Unterstützer. Ob auch der Ort für den ersten Lüneburger Taubenschlag geeignet ist — vorgeschlagen wurde das Glockenhaus –, blieb am Ende offen. „Wir müssen schauen, was machbar ist“, sagte Moßmann.