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Neubaugebiet im Osten kommt – Brücke wird saniert

as Lüneburg. Die ersten Pflöcke für das Neubaugebiet „Am Raderbach“, das angrenzend zum Stadtteil Ebensberg entstehen soll, sind eingeschlagen. Der Bauausschuss stimmte bei einer Enthaltung für die Aufstellung des Bebauungsplanes.

Die Stadt macht damit einen erneuten Anlauf, denn bereits vor 20 Jahren hatte sich der Rat mit dem Baugebiet befasst, machte Stadtbaurätin Heike Gundermann deutlich. Doch damals gab es Probleme mit der Zurverfügungstellung von Grundstücken sowie mit der Bahnquerung. Der Aufstellungsbeschluss für die Bebauungspläne ruhte.

„Inzwischen spielen alle Eigentümer mit, und da es keine reguläre Bahnstrecke mehr gibt, kann diese ebenerdig gequert werden“, erklärte Matthias Eberhard, Bereichsleiter Stadtplanung, im Ausschuss. Der Bebauungsplan umfasst ein Areal von 32 Hektar, doch nur zirka 14 Hektar hinter der Bahnstrecke Richtung Elbe-Seitenkanal sollen für die Bebauung ausgewiesen werden. Im vorderen Bereich hin zur Erbstorfer Landstraße wird es keine Bebauung geben, weil dort ehedem eine Mülldeponie war. Der Eigentümer will dort weiter Ackerbau betreiben.

Der grobe Entwurf sehe vor, dass dort 250 bis 300 Wohneinheiten entstehen könnten, Einzel-, Doppel-, Reihenhäuser sowie Geschossbau. Zur Erschließung des Neubaugebietes ist eine Straße geplant, die von der Erbstorfer Straße abgeht in den nördlichen Teil des Baugebietes. Vom Ebensberg aus solle lediglich ein Fuß- und Radweg in das Areal führen. Zum Raderbach hin sollen ein zirka 100 Meter breiter Grünzug und Ausgleichsfächen entstehen.

Heiko Dörbaum (SPD), Ausschussvorsitzender und Ortsvorsteher vom Ebensberg, sieht die Notwendigkeit für weitere Bauflächen, auch wenn das primäre Ziel von Politik und Verwaltung die Innenverdichtung sei. Sein Fraktionskollege Klaus-Dieter Salewski pflichtete ihm bei: Die Stadt wachse, die Nachfrage nach Wohnraum sei groß. „Das kriegen wir nicht durch Nachverdichtung hin.“ Einig ist er sich auch mit Dörbaum, in dem Neubaugebiet sollte auch bezahlbarer Wohnraum entstehen. Wichtig und richtig sei, dass das Neubaugebiet über eine eigene Straße errschlossen werde. Dr. Gerhard Scharf (CDU) sieht als Folge des Neubaugebietes aber auch noch mehr Verkehr über die Erbstorfer Landstraße fahren. Das belaste besonders die direkten Anwohner, deshalb forderte er: Lärmschutz muss mit eingeplant werden.

Rainer Petroll (Linke) kritisierte, dass durch immer mehr Neubaugiete immer mehr Flächen versiegelt werden. Irgendwann gebe es an der Peripherie der Stadt gar keine grünen Flächen mehr. Stadtbaurätin Heike Gundermann hielt dem entgegen, dass Lüneburg zahlreiche Schutzgebiete habe. Die Stadt sei zurzeit dabei, eine Biotoptypkartierung auf den Weg zu bringen, um bewerten zu können, wo künftig keine Baugebiete entstehen sollen. Sie lenkte den Blick aber auch auf die zunehmenden Flüchtlingsströme, auch für die brauche man künftig Wohnraum. „Unsere Aufgabe wird sein, damit umzugehen. Wir werden unter anderem über sozialen Wohnraum nachhaltig reden müssen.“

Andreas Meihsies (Grüne) machte deutlich, dass das geplante Gebiet in seiner Fraktion nicht unumstritten sei. „Wir sehen den Landschaftsbereich, aber auch den Druck auf Wohnungsraum.“ Aus seiner Sicht könne man sich der Entwicklung nicht verschließen, allerdings sollten weniger Wohneinheiten entstehen und 30 Prozent Mietwohnungsbau. Ein Aspekt für ihn ist aber auch, was die Umweltverbände zu den Planungen sagen.

Sein Fraktionskollege Alfons Bauer-Ohlberg findet: „Ein schlechter Standort für ein Neubaugebiet, weil es dort keine Infrastruktur gibt.“ Außerdem werde der landschaftliche Abstand zu Nachbargemeinden aufgehoben, denn man wisse nicht, ob diese auch Flächen ausweisen.

Brücke wird saniert
Bei der letzten Brückenhauptprüfung der Querung der OHE-Gleise an der Soltauer Straße (Foto: be) wurde festgestellt, dass diese stark sanierungsbedürftig ist. Die Soltauer Straße ist seit Juli in diesem Bereich nur einspurig zu befahren. „Da die Wandrahmbrücke an der Willy-Brandt-Straße Anfang des kommenden Jahres abgerissen wird und dann erneuert werden soll, muss die Sanierung der Brücke an der Soltauer Straße zeitnah erfolgen“, erläuterte Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin Straßen- und Ingenieurbau, im Bauausschuss. Die Ausschreibung läuft. Noch in diesem Jahr soll die Oberfläche abgetragen werden und durch eine Stahlbetonplatte ersetzt werden. Eine zeitweise Vollsperrung ist dazu nötig.

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3 Kommentare

  1. Komisch,

    Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, das alles der Schaffung von Baugrundstücken für mittel bis
    schwer Betuchte Hamburger Spätaussiedler, untergeordnet wird.
    Denn ich glaube kaum das diese Bauflächennachfrage aus Lüneburg kommt, wie einige Politiker gern
    behaupten.
    Wir Lüneburger sollten glaube ich mehr Sorge vor den innerdeutschen, gut situieren, Firmen-SUV-Fahrern
    haben als bspw. vor den paar Flüchtingen die zu uns kommen.
    Denn in den nächsten Jahren werden mit steigenden Durchschnittseinkommen – durch die Baugebiete-Neubürger – die allgemeinen Lebenshaltungskosten steigen.

  2. Vermutlich wird die Vermarktung der Gründstücke wieder monopolistisch in die Hände der Sparkasse gegeben, die die Grundstücke aber nur vermittelt wenn auch die Baufinanzierung über sie abgeschlossen wird. Ach wie schön dass in unserer Stadt das Leben noch in Ordnung ist und jeder Klüngel ungestraft seine Spielchen treiben kann.