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Wunderschön ist die Linde auf dem Embsener Friedhof, deren Foto uns LZ-Leserin Edit Thielen sendete. Aber nicht, wie angenommen, 1000 Jahre alt. Foto: nh
Wunderschön ist die Linde auf dem Embsener Friedhof, deren Foto uns LZ-Leserin Edit Thielen sendete. Aber nicht, wie angenommen, 1000 Jahre alt. Foto: nh

Zwei Bäume in einem

Rekorde in Stadt und Landkreis Lüneburg stellt die LZ in einer Serie vor. Wir haben mit dem ältesten Menschen gesprochen, den höchsten Berg bestiegen und sind die längste Straße abgefahren. Heute werfen wir einen Blick auf eine betagte Linde.

mas/cec Embsen. Im Rahmen der LZ-Rekordserie meldete sich Edit Thielen, um von einer Kostbarkeit aus ihrer Kindheit zu berichten: Die angeblich mehr als tausend Jahre alte Linde auf dem Kirchfriedhof in Embsen. Ist das der älteste Baum im Landkreis?

Schon in jungen Jahren wurde der heute 76-Jährigen in der Schule erzählt, dass der Baum ein so hohes Alter habe. Durch ihren Großvater, einst Küster in Embsen, der gelegentlich Gräber aushob und die Glocken läutete, habe sie Gelegenheit gehabt, unter der Linde zu spielen. Sie und ihre Mitschüler verehrten den Baum. Und noch immer ist er bei ihr nicht in Vergessenheit geraten. „Mir geht noch heute das Herz auf, wenn ich ihn sehe“, meint Thielen.

Wie das aber so ist mit Legenden: Sie treffen oft nicht zu. Elena Bartels, Pressesprecherin der Kreisverwaltung, hat bei ihren Kollegen nachgeforscht. Zwar habe die Linde früher den Naturdenkmal-Status gehalten, laut der offiziellen Dokumentation, die dem Kreis vorliegt, ist sie aber nur circa 250 Jahre alt. Auch ist sie mittlerweile kein Naturdenkmal mehr. Vor zehn Jahren, als die Verkehrssicherungspflicht noch beim Landkreis lag, hat er alle Naturdenkmäler nach strengerem Maßstab neu beurteilt, um Haftungsrisiko und Kosten zu reduzieren. Danach sei der Standort der Linde auf dem Friedhof sicher. Diese Einschätzung wurde auch bis heute nicht revidiert. Allerdings habe sich die Rechtslage seitdem geändert, verdeutlicht Elena Bartels: „Es besteht immer noch ein Schädigungs- und Beseitigungsverbot, aber der Eigentümer darf nach vorheriger Anzeige bei uns Unterhaltungsmaßnahmen ausführen. Damit haben wir nicht mehr die Verkehrssicherungspflicht.“

Eine Notwendigkeit, die entlassenen Naturdenkmäler wieder aufzunehmen, habe sich daraus aber nicht ergeben.

Höher, länger, älter

Nicht jeder Rekord steht im Guinnessbuch, ist aber für die Region trotzdem ungewöhnlich und lesenswert. Sind auch Sie Halter eines Rekords? Teilen Sie ihn mit uns und den Lesern und senden Sie ihn ein unter dem Stichwort „Rekorde“ an jj@landeszeitung.de oder per Post an die LZ, Am Sande 18 in 21335 Lüneburg.