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Die Johann Reinke ist einer von vier Eisbrechern, die derzeit in der Lauenburger Hitzler-Werft für die Hamburger Hafenbehörde gebaut werden. Angetrieben werden die Schiffsschrauben von Motoren mit bis zu 2000 PS. Mit dem Fortgang der Arbeiten ist der technische Leiter der Hitzler-Werft, Werner Büker, mehr als zufrieden. Foto: tja
Die Johann Reinke ist einer von vier Eisbrechern, die derzeit in der Lauenburger Hitzler-Werft für die Hamburger Hafenbehörde gebaut werden. Angetrieben werden die Schiffsschrauben von Motoren mit bis zu 2000 PS. Mit dem Fortgang der Arbeiten ist der technische Leiter der Hitzler-Werft, Werner Büker, mehr als zufrieden. Foto: tja

Eisbrecher „Made in Lauenburg“

tja Lauenburg. Premiere nach 130 Jahren Schiffbau: Erstmals in der bis ins Jahr 1885 zurückreichenden Geschichte der Lauenburger Hitzler-Werft liegen in der Neubauhalle zwei Schiffe mit gleichem Ausbaustand nebeneinander: die beiden Eisbrecher Christian Nehls und Johann Reinke für die Hamburger Hafenbehörde HPA. „Wir wollen diese beiden Schiffe Mitte November ausliefern“, berichtet Werner Büker, Technischer Leiter der Werft. Parallel dazu wird bereits an den Bugsegmenten für zwei weitere Eisbrecher gearbeitet. Büker: „Die sollen dann im November 2017 an die HPA übergeben werden.“

Die Werft hatte sich aufgrund ihrer umfangreichen Erfahrungen in der Konstruktion und im Bau von solchen Spezialfahrzeugen den Auftrag der HPA gesichert. Für die Wasser- und Schifffahrtsämter an der Elbe und an der Oder wurden in den vergangenen Jahren mehrere Eisbrecher gebaut. „Das waren zwar meistens Fahrzeuge für den Einsatz in flachen Gewässern, während es sich bei den Eisbrechern für Hamburg schon um richtige Schiffe handelt. Aber wenn man weiß, wie so etwas sein muss, dann kann man das auch. Egal, wo sie eingesetzt werden sollen“, sagt Büker. Etwa 100 Mann sind durch den Bau der Spezialschiffe beschäftigt.

Die beiden ersten Eisbrecher, deren Ausbau bereits läuft, sind 18 und 20 Meter lang, die beiden noch im Rohbau befindlichen Eisbrecher bringen es auf 23 und 30 Meter. Büker: „Die kleineren Eisbrecher sollen im Hafen auch Fleete freihalten, die großen werden in dem von der Nordsee beeinflussten Bereich eingesetzt.“ Die HPA ersetzt mit den vier Neubauten Eisbrecher, die noch aus der Zeit von kurz nach dem Zweiten Weltkrieg stammen. Bis zu 200 Tonnen wiegen die Neubauten „Made in Lauenburg“.

Beim Bau setzt Hitzler auf ein besonderes Verfahren: Die Schiffsrümpfe werden kopfüber gebaut und dann mit Hilfe der großen Kräne der Werft gedreht. „Wir werden auch keinen Stapellauf im klassischen Sinne haben, sondern die Eisbrecher per Kran ins Wasser setzen“, sagt Büker.

Für den nötigen Antrieb sorgen Schiffsdiesel mit einer Leistung zwischen 800 und fast 2000 PS. Büker: „Das sind bewährte Maschinen für den Eisaufbruch.“

Mit dem Bau von Spezialschiffen wie Eisbrechern und Schleppern, der Verlängerung von Binnenschiffen oder dem Bau von modernen Doppelhüllentankern kann sich die Lauenburger Werft trotz eines schwierigen Umfelds am Markt behaupten. Zuletzt waren die Auftragsbücher immer gut gefüllt.