Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Yanfeng in Lüneburg beliefert VW. Ob die Krise des Autobauers Auswirkungen auf das Werk in Lüneburg hat, sei noch nicht absehbar. Foto: A/t&w
Yanfeng in Lüneburg beliefert VW. Ob die Krise des Autobauers Auswirkungen auf das Werk in Lüneburg hat, sei noch nicht absehbar. Foto: A/t&w

Einbußen durch VW-Affäre

cec Lüneburg. Die Abgas-Affäre bei VW führt weltweit zu Unsicherheit. Der Aktienkurs ist eingebrochen, weil die Anleger nicht einschätzen können, wie teuer der Skandal das Unternehmen letztlich zu stehen kommen wird. Auch die Region Lüneburg fürchtet deutliche Auswirkungen.

Auf geringere Beiträge macht sich Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, gefasst: „Volkswagen ist größter Arbeitgeber in Niedersachsen und einer der wichtigsten Auftraggeber für die Unternehmen in unserem Bezirk. Von den guten Geschäften des Konzerns in den letzten Jahren hat die gesamte Region profitiert, und deshalb ist jetzt natürlich die Sorge groß, von weniger gut laufenden Geschäften betroffen zu sein.“ Auch die IHK-Beiträge hingen vom Erfolg der Mitgliedsunternehmen ab. „Wenn Volkswagen seine Gewinnprognosen zurücknimmt, müssen alle, die Steuern und Beiträge von Volkswagen erhalten, die Wirtschaftspläne auf diese neue Situation einstellen“, sagt Zeinert. Die IHK gehe vorsorglich davon aus, für 2015 und 2016 von VW lediglich den Grundbeitrag zu erhalten.

Über die Folgen wolle man sich in den kommenden Wochen in Präsidium und Vollversammlung austauschen. Grundsätzlich habe die IHK aber für den Fall von Beitragsschwankungen vorgesorgt, so dass keine Erhöhungen der Mitgliedsbeiträge zu befürchten seien.

Zu spüren bekämen die Folgen auch die niedersächsischen Universitäten, glaubt Zeinert: „Da die Volkswagen Stiftung mit der Dividende aus dem Aktienanteil des Landes Niedersachsen, im Jahr 2014 waren das 137 Millionen Euro, zahlreiche Projekte der Wissenschaft in Forschung und Lehre gefördert hat. Ein Rückgang der Dividende wird auch diesen Bereich treffen.“

Bei den Zulieferern macht man sich ebenfalls Gedanken, zum Beispiel Andreas Witte, Technischer Leiter bei Horst Witte Gerätebau in Barskamp: „Alles ist ja noch sehr frisch. Aber wir befürchten geringere Aufträge für eine gewisse Zeit.“ Der Zeitpunkt sei derzeit noch nicht abzusehen. „Das hängt sicher davon ab, ob und wann die Strafe verhängt wird“, schätzt der Gesellschafter. Allerdings rechnet er nur mit sanften Einbrüchen, da das Unternehmen nicht direkt von den Absatzzahlen abhängen würde, da es nicht Bauteile für Autos, sondern Anlagen für die Qualitätssicherung liefere. „Und ich bin guter Dinge, dass VW auch in Zukunft neue Autos entwickeln wird.“

Noch keine Prognose abgeben mag man bei Yanfeng Automotive Interiors, ehemals Johnson Controls. Das Unternehmen liefert Instrumententafeln, Mittelkonsolen und Türverkleidungen an VW. „Es ist viel zu früh, irgendwas dazu zu sagen“, winkt Sprecherin Astrid Schafmeister ab, „zum jetzigen Zeitpunkt rechnen wir mit keinen Auswirkungen.“