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Die diskutierten Standorte für eine große Sporthalle: Sechs sind noch im Rennen (graue Punkte), vier wohl schon raus (rote Kreuze). Montage: hm
Die diskutierten Standorte für eine große Sporthalle: Sechs sind noch im Rennen (graue Punkte), vier wohl schon raus (rote Kreuze). Montage: hm

Lüneburg Favorit für Hallenstandort

dth Lüneburg. Bei der Standortsuche für eine neue Sport- und Veranstaltungshalle für den Landkreis Lüneburg schlägt das Pendel wieder stärker in Richtung der Hansestadt Lüneburg aus. Das ist ein Ergebnis der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung der Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Kreis, Kommunen, Sport und Wirtschaft in der Lüneburger Kreisverwaltung. Die potenziellen Standorte in den Nachbarkommunen werden schrittweise ausgesiebt. Hingegen ist die Zahl der diskutierten Standorte in der Hansestadt mittlerweile weiter gestiegen. Während sich die Gellerser offenbar eher mit einer städtischen Lösung abfinden können, behält Bardowick weiterhin einen Fuß in der Tür.

Maßgeblich angestoßen wurde die Debatte durch den Erfolg des Volleyball-Erstligisten SVG Lüneburg. Dessen angestammte Spielstätte, die Gellersenhalle in Reppenstedt, wird bekanntlich den Liga-Anforderungen dauerhaft nicht gerecht. Doch längst ist nicht mehr nur von einer wettkampfgerechten Sporthalle die Rede, sondern von einer Veranstaltungshalle, in der auch Konzerte stattfinden könnten. Damit ist offenbar auch das Interesse der Hansestadt gewachsen, den Hallenbau doch nicht den Nachbarkommunen zu überlassen. Auch Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) sieht für eine große Lösung die Hansestadt als geeigneteren Standort.

In der Stadt wurde eingangs über den Sportpark Kreideberg gesprochen, der ist aber als Option spätestens seit der vergangenen Sportausschusssitzung des Landkreises raus, ähnlich wie die Theodor-Körner-Kaserne. Weiterhin im Blick sind zwei Areale im Industriegebiet Hafen und eins an der Stadtgrenze zu Bardowick bei der Bernsteinstraße. Bei der Sitzung der Arbeitsgruppe wurde laut Teilnehmern auch über Standorte im Gewerbegebiet Bilmer Berg philosophiert und über den Bereich des alten Schlachthofs an der Lüner Rennbahn.

Die Botschaft war bei Gellersens Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers (parteilos) angekommen, er sagte wehmütig bei einer Gremiensitzung der Samtgemeinde: „Die Stadt Lüneburg hat plötzlich doch großes Interesse, da können wir nicht mehr gegenhalten, auch wenn die Volleyballer der SVG hier groß geworden sind.“

Auf LZ-Nachfrage sagte zudem Bardowicks Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann (CDU): „Es ist von verschiedenen Vertretern relativ deutlich gemacht worden, dass die Halle auf Lüneburger Stadtgebiet gehört.“ Die Samtgemeinde Bardowick hatte im Mai ein Konzept vorgestellt, wonach im Nordwesten Bardowicks ein Sport- und Freizeitpark entstehen könnte mit einer Halle, Stadion und Hotelbetrieb. Zu dem Ringen um den Hallenstandort sagt Luhmann: „Wenn es eine Veranstaltungshalle werden soll, die beim Sportbetrieb vor allem für die Volleyballer prädestiniert ist, dann ist das für uns weniger von Interesse. Unser Konzept ist breiter ausgerichtet.“ Allerdings würde da auch eine „von einem Betreiber dominierte Halle nicht hineinpassen“, so Luhmann. Aber darauf soll es laut Nahrstedt hinauslaufen.

Als mögliches Vorbild gilt die Sport- und Veranstaltungshalle in Vechta. Die Rede ist von rund 3000 Zuschauerplätzen und laut Nahrstedt geht es um Kosten von mindestens sieben Millionen Euro. Nahrstedt: „Es geht jetzt darum, eine Finanzierungs- und Betreibergesellschaft zu finden. Dafür muss auch ein Sponsor seinen Namen geben, der für viele sichtbar über der Halle steht. Das spricht für die Hansestadt als Standort.“ Zum Thema Spielstätte für die vom Südergellerser Andreas Bahlburg gemanagte Volleyballmannschaft SVG sagt Nahrstedt: „Das wird nicht nur eine Halle für Bahlburg und seine Truppe, sondern auch für andere Sportarten, die hochklassig spielen, ich denke da zum Beispiel an die Faustballer aus Bardowick.“

Zur Zeitschiene sagt der Landrat: „Unser Ziel ist es, das so schnell wie möglich hinzubekommen. Aber derzeit haben wir alle einen ganz anderen Arbeitsschwerpunkt. Trotzdem werden wir zügig an einer Umsetzung arbeiten.“ Aber: „Wir werden das in 2016 und 2017 wahrscheinlich nicht hinbekommen.“ Bardowicks Verwaltungschef Luhmann sagt: „Wir stehen in Bardowick weiterhin bereit, bevor nachher gar keine Halle gebaut wird.“ Eine ist aber schon so gut wie in Sack und Tüten: Wie berichtet soll wesentlich zügiger der Bau einer Zweifeldhalle für den Bereich der Berufsbildenden Schulen in Lüneburg umgesetzt werden, der erste Spatenstich ist im Sommer 2016 geplant.

6 Kommentare

  1. Zitat :
    Zur Zeitschiene sagt der Landrat: „Unser Ziel ist es, das so schnell wie möglich hinzubekommen. Aber derzeit haben wir alle einen ganz anderen Arbeitsschwerpunkt. Trotzdem werden wir zügig an einer Umsetzung arbeiten.“ Aber: „Wir werden das in 2016 und 2017 wahrscheinlich nicht hinbekommen.“ – Zitat Ende

    „einen ganz anderen Arbeitsschwerpunkt“ – Welchen denn? Was kann denn wichtiger sein, als eine vernünftige Halle für eine Stadt wie Lüneburg?

    • Bundeskasper,ihre Frage:Was kann denn wichtiger sein, als eine vernünftige Halle für eine Stadt wie Lüneburg? Meine Antwort: bezahlbarer Wohnraum.

      • Sie wollten sagen ausreichend bezahlbarer Wohnraum – aber das wird für lange Jahre ein Traum bleiben.

      • Heinz-Rüdiger Schmielke

        Sehr richtig, Klaus Bruns ! Sie bekommen drei Pluspunkte.

        Vor allem hat man doch in Lüneburg bereits in eine riesige neue Veranstaltungshalle investiert, die in den nächsten Jahren fertig werden soll. Und wieviel Milli-Euronen es am Ende sein werden, weiß man auch noch nicht so ganz genau. Aber bei einer Deckenhöhe von 38 Metern und 4700 Luxushirschlederfauteuils von Manufactum zum tiefenentspannten Reinlümmeln sollten sich auch ein Helene-Fischer-Konzert und eine Volleyball-EM am Bockelsberg austragen lassen. Es muss ja nicht gleichzeitig sein.

  2. Jetzt fängt die kleinkarierte Kirchturmpolitik wieder an. Anstatt erstmal an einem umfassenden Konzept zu arbeiten, wie die Bardowicker es versucht haben und dann nach der geeigneten Fläche zu schauen, soll sich das Konzept nach Nahrstedtscher und Mädgescher Arbeitsweise der Fläche anpassen. Das da wieder nur etwas halbgahres herauskommt ist klar. Dann steht da irgendwo eine Halle und dann wird überlegt wo könnte für die Vereine noch ein Kunstrasenplatz hin und dann fällt irgendwann wieder der Stadionmangel auf und dann wird irgendwie was hingewürfelt, dann steigen die Erstellungs- und Betreibungskosten und dann fehlt im Nachgang doch wieder die Nutzbarkeit für gewisse Veranstaltungen, weil nicht alles an einem Platz ist, für Investoren ist wird das dann natürlich auch unattraktiver. Hauptsache Nahrstedt, Mädge und im Hintergrund der Einflüsterer Klaus Hoppe, der sich klammheimlich die Betreibung unter den Nagel reißen will verhindern, dass sie jemand im Hinterzimmer stört. Das sind wieder prächtige Aussichten. Ich hoffe die Lüneburger gehen bald mal wieder wählen anstatt resigniert zu Hause zu bleiben und wählen den Klüngel ab.

  3. Herr Luhmann bringt es auf den Punkt und deutet das Problem zwischen den Zeilen deutlich an. Es liegt ein sehr umfassendes Konzept vor, selbst Investoren haben ihr Interesse signalisiert, aber die Stadt mauert und möchte mit einem (lokalen) Betreiber mauscheln. (Wer das wohl ist?!) Für eine umfassende Lösung hat sie keinen Platz (und Nahrstedt kein Potential), aber lieber das ganze Stückeln als etwas nach Bardowick geben und die eigene Unfähigkeit eingestehen. Dafür nimmt man auch gerne noch ein paar Jährchen Verzögerung in Kauf. Leute werdet mal erwachsen, wir sind immer noch ein Landkreis und wenn man in Bardowick weiter ist und ab 2016 starten könnte, dann fangt an und Herr Nahrstedt unterstützen sie das endlich, werden sie zum Macher, auch sie dürfen mal Herrn Mädge überzeugen.