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Benjamin und Rebekka Wroblewski (beide 39) mit ihren ebenso musikalischen Kindern (v.l.) Lotta (8), Jakob (10), Matthis (13) und Leonie (15). Foto: t&w
Benjamin und Rebekka Wroblewski (beide 39) mit ihren ebenso musikalischen Kindern (v.l.) Lotta (8), Jakob (10), Matthis (13) und Leonie (15). Foto: t&w

Meine Familie – meine Band +++ Mit LZplay-Video

dth Dehnsen. „Wenn man zusammen Musik macht … das ist einfach … einfach schön. Man ist …“, er sucht nach den richtigen Worten, „man ist eins. Man streitet sich nicht, man ist einfach ganz fröhlich zusammen und das ist ganz wertvoll in einer Familie“, sagt der sichtbar stolze Vater und lächelt in diesem Moment mit seiner Frau beim LZ-Gespräch im heimischen Wohnzimmer um die Wette. Rebekka und Benjamin Wroblewski, beide 39, sind selbst musikalisch erzogen worden und haben es in besonderem Maße an ihre vier Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren weitergegeben durch Vorleben. Neuerdings trägt die Familien-Band aus dem Amelinghausener Ortsteil Dehnsen ihre Musikbegeisterung nach draußen, geben neuerdings kleine Konzerte, in Lüneburg, auf der Straße.

Geigen, Schlagzeug, Harfe, Saxophon, Posaune, Klarinette oder Klavier und Cajon. Die sechsköpfige Familie ist aus ausgestattet wie ein kleines Orchester. Wenn Benjamin Wroblewski, Realschullehrer für Musik und Englisch, nach Feierabend im Wohnzimmer in die Tasten seines Grotriabn Steinweg haut, „kommen sie alle aus ihren Löchern“. Dann schnappt sich Sohn Matthis (13) die Posaune und jazzt mit ihm los, Jakob (10) gibt mit dem Schlagzeug den Takt vor und Leonie (15) steigt gekonnt mit der Klarinette ein. Sonst spielt Leonie auch in einer Schul-Bigband Saxophon und seit dem sechsten Lebensjahr Harfe und dann weniger mittleralterliche Minnelieder, sondern eher „Coldplay“.

Lotta (8) ist die jüngste in der Truppe, lernt ebenfalls beim Papa Klavier und hadert noch etwas mit ihrer Achtel-Geige. „Die ist so mini!“, beschwert sie sich mit einem schelmischen Lächeln. Bei ihrem nächsten Wunschinstrument sind die Größenverhältnisse umgekehrt. Sie sagt: „Ich würde gerne Kontrabass spielen. Aber der Kontrabass ist zu groß. Und ich bin zu klein!“ Doch auch ihre musikalische Begeisterung ist ungebrochen.
Mutter Rebekka Wroblewski, die selbst Geige gelernt und Trompete im Posaunenchor gespielt hat, übernimmt die Rolle des Band- und Tourmanagers, fährt unter anderem die Kinder regelmäßig zur Musikschule oder die ganze Familie zum Straßen-Gig.

Benjamin Wroblewski, der mit acht Jahren begonnen hat, Klavier zu spielen, sagt: „Wir haben selber erfahren, was es bedeutet, Musik machen zu können, das ist ein Schatz, das ist wirklich ein Schatz!“ Denn egal welcher Stimmung man sei, „man kann sich freispielen“. Die Bandmanagerin ergänzt, angesprochen auf die musikalische Familienplanung: „Eigentlich war für uns gleich klar, dass es dazu gehört, dass jedes unserer Kinder nicht nur Sport macht, sondern auch ein Instrument spielt.“ Aber: „Es wäre auch in Ordnung gewesen, wenn einer keine Lust darauf gehabt hätte.“ Das Gegenteil ist der Fall: Die Kinder müssen ihre Eltern regelmäßig überreden, neue Instrumente erlernen zu dürfen. Dabei kommt ihnen zugute, dass demnächst drei der vier Geschwister in der Bläsergruppe der Lüneburger Wilhelm-Raabe-Schule aktiv sind. Und alle vier singen sie seit Jahren zudem in der Kantorei der Lüneburger St. Johanniskirche mit. Für den 13-jährigen Matthis steht der Berufswunsch schon fest: „Ich möchte Musik studieren und ein berühmter Jazz-Posaunist werden.“

Das Instrumenten-Sortiment ist zwar nicht billig, aber nicht der Grund, weshalb die Familie nun auch Straßenkonzerte gibt. Benjamin Wroblewski sagt: „Straßenmusik macht einfach Spaß und Freude, und die Freude wollen wir anderen vermitteln.“ Die Idee zum Auftritt auf der Straße kam beim Musizieren im Wohnzimmer: „Die Türen waren auf und als wir hinaus in den Garten guckten, standen da auf einmal lauter Nachbarn und die freuten sich. Und wenn die das gut finden, finden andere Leute das auch gut.“ Kürzlich spielten sie ein Straßen-Ständchen in Hildesheim. Sie besuchten dort ohnehin eine Tante und schoben das Klavier gleich mit in den Familien-Kleinbus.

Wer die musikalische Familie live erleben möchte, hat am Sonntag, 27. September, die Gelegenheit. Beim „LobpreisGottesdienst mal anders“ in der Pella Kirche (Oldendorfer Straße) in Amelinghausen ab 17 Uhr. Dort spielt der Familienvater auch regelmäßig Orgel. Oder demnächst wieder in der Lüneburger Fußgängerzone mit Klavier und Kindern.

Ein Video über Familie Wroblewski sehen Sie auf www.lzplay.de

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