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So will Lüneburg weitere Flüchtlinge unterbringen

sp Lüneburg. Allein die Zahlen hinterlassen Eindruck: Etwa 1000 Flüchtlinge hat die Hansestadt Lüneburg seit dem Jahr 2013 aufgenommen. Mit annähernd 500 weiteren Zuzügen rechnet Lüneburg allein bis Ende Januar 2016, noch einmal 1000, so die Prognose, bis zum Jahresende 2016. Hinter den Zahlen stehen Menschen, die ein Dach über dem Kopf brauchen, die versorgt und betreut werden müssen und die, vor allem, wenn sie auf Dauer bleiben, sich nach Möglichkeit ins Stadtleben integrieren, Anschluss und Freunde finden sollen. Die Verwaltungsspitze der Hansestadt Lüneburg stellte in der Ratssitzung (25. September 2015) ausführlich dar, wie sie in punkto Unterkünfte und Strukturen die Zukunft gestalten will. Alle im Rat vertretenen Parteien signalisierten ausdrücklich Zustimmung und Unterstützung für diesen Weg.

Vor allem die Planungen für weitere Unterkünfte laufen auf Hochtouren, denn zurzeit hat die Hansestadt noch rund 200 weitere Plätze in ihren Gemeinschaftsunterkünften. Die wichtigsten Themen und Informationen:

Wo sollen die nächsten Unterkünfte entstehen?
Neben größeren Unterkünften gibt es auch eine Reihe von kleineren Unterkünften bzw. Wohnungen und Häuser, die vor allem für Familien angemietet werden.
Zu den größeren Projekten zählen die Erweiterungen der Unterkunft am Ochtmisser Kirchsteig (voraus. ab Januar 2016) sowie der Unterkunft in Rettmer (voraus. ab Mai 2016) um je 60 Plätze.
Auf dem Gelände der Psychiatrischen Klinik will die Hansestadt ein Gebäude für etwa 50 Flüchtlinge anmieten (ab Januar 2016).
In der Nähe des Standortes Papenburg sollen auf einer freien Fläche weitere 82 Personen Platz in Wohncontainern finden (ab April 2016).
In Oedeme soll als nächstes ein Festbau nahe der Schule (alter Tennisplatz) entstehen, in den voraussichtlich ab Mai 2016 bis zu 120 Personen einziehen.
Außerdem prüft die Verwaltung die Nutzung des ehemaligen Kinder- und Jugendheims in Wilschenbruch (ggf. für 30 bis 50 Personen).
Im Stadtteil Ebensberg ist die Hansestadt noch auf der Suche nach einem geeigneten Standort für 120 bis 190 Personen.
Die weiteren Planungen sehen u.a. Festbauten auf dem Gelände der Psychiatrischen Klinik sowie auf einer Fläche hinter der Busgesellschaft KVG vor (voraus. ab Oktober 2016), für jeweils 120 Personen sowie bei Bedarf zwei weitere Standorte in Oedeme, wie kürzlich schon auf dem Ortsrat vorgestellt (100 bzw. 120 Personen).
Auch der Abriss und Neubau der hinfälligen Einrichtung Meisterweg, der ältesten Lüneburger Flüchtlingsunterkunft, soll möglichst bis Oktober 2016 realisiert sein.

Weitere Standorte finden sich bei Bedarf voraussichtlich in Oedeme (zwei Standorte für 100 bzw. 120 Personen, wie im Ortsrat skizziert), im Bereich Flughafen/Hafen/Theodor-Körner-Kaserne (200 Plätze), in Häcklingen (drei Standorte à 100 Personen), in der Goseburg (100 Personen) sowie am Bilmer Berg (190 Personen).

Die Karte zeigt einen Überblick über die Planungen der Stadt: Die hellblau unterlegten Standorte bestehen bereits, die grünen sind konkret in der Planung, die gelben in der erweiterten Planung. Mehrfarbig sind bestehende Standorte, für die eine Erweiterung vorgesehen ist. Karte: Hansestadt Lüneburg (September 2015)
Die Karte zeigt einen Überblick über die Planungen der Stadt: Die hellblau unterlegten Standorte bestehen bereits, die grünen sind konkret in der Planung, die gelben in der erweiterten Planung. Mehrfarbig sind bestehende Standorte, für die eine Erweiterung vorgesehen ist.
Karte: Hansestadt Lüneburg (September 2015)

Wie erfahre ich von den Planungen in meiner Nachbarschaft?
Es ist Bestandteil des Lüneburger Modells, die Nachbarn auf Bürgerversammlungen bzw. in Ortsratssitzungen vorab zu informieren, wenn die Planungen für einen größeren Standort konkret werden. Da aktuell sehr viele Unterkünfte gleichzeitig geplant und realisiert werden müssen, sind die Einladungen ggf. auch mal etwas kurzfristiger, in jedem Fall aber informiert die Verwaltung fortlaufend über Medien und Internet (www.lueneburg.de/asyl) bzw. in Rat und Ausschüssen.

Was ändert sich, was bleibt?
Die Hansestadt hält an ihrem Konzept der dezentralen Unterbringung fest und bemüht sich die Unterkünfte im Stadtgebiet zu verteilen. Kein Standort soll mehr als 180 bis 200 Personen umfassen. Während die Hansestadt bislang verstärkt auf Wohncontainer gesetzt hat, werden künftig vermehrt Festbauten aus Holz und Steinen realisiert. Das ist nicht nur eine Frage des Stadtbildes, sondern auch der Nachhaltigkeit, denn so können die Häuser anschließend auch als ganz normale Wohnbauten oder für öffentliche Zwecke weitergenutzt werden. Außerdem treibt die bundesweite Nachfrage nach Containern die Preise in die Höhe.

Viele weitere Informationen bietet die fortlaufend aktualisierte Themenseite der Hansestadt Lüneburg unter www.lueneburg.de/asyl

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