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Mit einem Rollator demonstriert Heinz Kruse vor Eckhard Pols (hinten links) und Kronenwirt Lutz Stoffregen die Schwierigkeiten beim Passieren der Tischreihen in der Heiligengeiststraße. Foto: t&w
Mit einem Rollator demonstriert Heinz Kruse vor Eckhard Pols (hinten links) und Kronenwirt Lutz Stoffregen die Schwierigkeiten beim Passieren der Tischreihen in der Heiligengeiststraße. Foto: t&w

Holperpflaster soll glatter werden

us Lüneburg. Die Bereitschaft zum Austausch war da, das Problem der Passierbarkeit der Heiligengeiststraße für Menschen mit Rollator oder Rollstuhl ist aber nicht vom Tisch. „Wir kommen hier nicht weiter, ich werde dazu das Gespräch mit der Stadt suchen“, sagte Eckhard Pols. Der Lüneburger CDU-Bundestagsabgeordnete hatte zu einem Ortstermin in die Heiligengeiststraße eingeladen, gemeinsam mit Gastwirten sollte geklärt werden, wie eine Lösung für den schwelenden Konflikt aussehen könnte. Unterdessen hat die Stadt bereits Maßnahmen angekündigt.

Mit beim Ortstermin war Heinz Kruse. Der frühere Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft verstand sich dabei als Interessenvertreter der Senioren, die über zugestellte Fußgängerwege klagen und deshalb mit ihren Mobilitätshilfen über das holprige Kopfsteinpflaster der Straße ausweichen müssen — ein Sicherheitsrisiko, wie Heinz Kruse meint. Seine Forderung: Keine Tische und Stühle mehr auf einer Breite von einem Meter entlang der Kante zum Kopfsteinpflaster. „Wegen ein paar Tischen weniger werden die Betriebe schon nicht eingehen“, sagte der Senior, der zu Demonstrationszwecken einen Rollator mitgebracht hatte.

Das sehen die Gastronomen anders: „Ein Meter Breite entspricht bei der in Frage kommenden Strecke einer Verkaufsfläche von 200 Quadratmetern“, sagte Oliver Klump, Geschäftsführer vom Café Zeitgeist. Eine Stuhlreihe mache rund 50 Sitzplätze aus. Wenn die wegfielen, sei auch der Arbeitsplatz von drei Servicekräften gefährdet. Überhaupt stehe die Straße unter Denkmalschutz und sei bei Touristen sehr beliebt.

Zu dem Ortstermin hatte Eckhard Pols auch einen Vertreter der Stadt und den Vorsitzenden des Bauausschusses, Heiko Dörbaum, eingeladen. Die aber konnten den Termin nicht wahrnehmen, da parallel der Bauausschuss im Rathaus tagte. Dort hatte Uta Hesebeck, Bereichsleiterin Straßenplanung der Stadt, zum Thema vorgetragen. Gemeinsam wolle man mit der AGL über Fugenmaterialien und Reinigungsmethoden in der Straße sprechen, erklärte Hesebeck. „Die Idee: Wenn die Steine etwas fester gefügt sind und das auch nach vielen Reinigungsfahrten bleiben, dann ist die gepflasterte Fläche in sich fester und auch für Menschen mit Rollator oder Kinderwagen leichter zu befahren.“

Auch zu den Gastronomen werde man Kontakt aufnehmen, hieß es seitens der Stadt. Einmal jährlich erteilt sie auf Antrag die Sondernutzungserlaubnis für die Außenflächen, in der Regel würden dabei aber keine Vorgaben gemacht, wie und wo die Tische aufgestellt werden. „Die aktuelle Diskussion um die Heiligengeiststraße führt dazu, dass hierzu künftig genauere Angaben in der Sondernutzungserlaubnis berücksichtigt werden, zumindest an Punkten, über die — wie jetzt die Heiligengeiststraße — bereits diskutiert wurde“, erklärte Pressesprecherin Suzanne Moenck.