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Leuphana-Startwoche 2015: Erstsemester beschäftigen sich mit sozialem Unternehmertum

lz Lüneburg. Am 1. Oktober nehmen rund 1500 junge Menschen an der Leuphana Universität Lüneburg ihr Studium auf. Thema der diesjährigen Startwoche: Gesellschaftliches Engagement. Die Studierenden werden sich in kleinen, interdisziplinär zusammengesetzten Teams mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen beschäftigen. Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank wird am 1. Oktober in der Lüneburger St. Johanniskirche den Eröffnungsvortrag halten.

Lüneburg. Gesellschaftliches Engagement ist das zentrale Thema der diesjährigen Startwoche für die Erstsemester an der Leuphana Universität Lüneburg. Die Aufgabe der Studierenden besteht darin, soziale, kulturelle, ökonomische oder nachhaltige Projekte zu entwickeln, die auf aktuelle gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen reagieren. Gefragt sind dafür sowohl Kreativität als auch die Fähigkeit, Probleme zu lösen und Unterstützer für die eigenen Ideen zu gewinnen. Neben gut 50 Experten werden den Studierenden während der Startwoche 110 Tutoren und 30 Mentoren zur Seite stehen. Gearbeitet wird ausschließlich in englischer Sprache.

Die Startwoche der Leuphana Universität Lüneburg gehört zu den herausragenden Ereignissen in und um die Hochschule der alten Hansestadt. In den Vorjahren hatten die Erstsemester unter anderem einen großen StartUp-Wettbewerb erlebt oder Leitideen eines neuen Gesundheitssystems entwickelt. Während einer anderen Startwoche hatten Künstler aus verschiedenen Ländern bei der Artotale die Stadt Lüneburg in eine Streetart-Ausstellung verwandelt.

Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es unter der Adresse: www.leuphana.de/startwoche

16 Kommentare

  1. Klasse – erst den Sozialarbeiterstudiengang eindampfen und damit für eine eklatante Verknappung an Berufsnachwuchs sorgen (und der ist bis Schleswig-Holstein und Hamburg spürbar und dann reine Marketing-Veranstaltungen organisieren.
    Das ist nicht nachhaltig sondern peinlich

  2. „Die Startwoche der Leuphana Universität Lüneburg gehört zu den herausragenden Ereignissen in und um die Hochschule der alten Hansestadt“?

    Die Frage ist nur: Für wen?

    An die niederschmetternde Resonanz der Erstsemester im Vorjahr können wir alle uns noch sehr gut erinnern. Mit einer Reihe von äußerst saftigen Kommentaren unter dem Artikel nachzulesen hier:

    https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/luneburg/198860-enttaeuschte-erwartungen

  3. Hallo Jochen,
    da hast du recht. ist wohl mehr ein pr-gag….

  4. Man spürt doch alle Jahre wieder die Regie eines Dramaturgen. Aber ist die Leuphana nun eine Uni oder ein Theater?

  5. sozialem Unternehmertum? mit einer luftnummer wird sich beschäftigt? ist die studienzeit nicht zu wertvoll für sowas? wie war der spruch nochmal? sozial ist, was arbeit schafft? vom verdienst ist nie die rede dabei.

  6. Luftnummern nicht unterschätzen!

    Wer nämlich gelegentlich zwischen dem Leuphana- und dem Stadttheater wechseln möchte, geht, bevor er seine erste öffentliche Ratssitzung im Huldigungssaal verfolgt, zuerst dorthin, wo man nicht zu verschleiern sucht, dass man schauspielert: ins „Theater Lüneburg“ An den Reeperbahnen 3 zwischen Wall- und Lindenstraße.

    Dort gibt es heuer etwas zu sehen, was nicht nur jedem Erstsemester ganz locker den Lebenserfahrungsertrag einer kompletten Leuphana-Startwoche aufwiegt, sondern alle Studierenden wie auch alle Senatsangehörigen und Angestellten der Hochschule (und ich vermute sogar auch alle Verwaltungsmitglieder, gewählten Persönlichkeiten und Wahlbeamten in Stadt- und Kreisgremien) für den Umgang mit Universitätspräsidenten, hauptberuflichen Vizepräsidenten, Stiftungsratsvorsitzenden und mit anderen Eminenzen voranschreitender lokaler Gottwerdung — wie Oberbürgermeistern und Reppenstedter Meisterdenkern — präpariert.

    Was ich meine ist dies: Am vergangenen Freitag hat in der grandiosen Inszenierung von Detlef Altenbeck »ein echter Bühnenklassiker im Lüneburger Theater Premiere gefeiert: „Der Menschenfeind“ (eigentlich vollständig: „Der Menschenfeind oder der verliebte Melancholiker“)«. Der bedeutendste (und im Bloßstellen gnadenloseste) Theaterautor Frankreichs — Molière — hat die Bühne seiner (und damit aller) Zeit zum Diskussionsforum über allgemeine menschliche Verhaltensweisen in der Gesellschaft gemacht: Lüge, Feigheit, Betrug, Geltungssucht, Niedertracht, Dummheit und Hochstapelei. »In dieser Komödie rechnet«, schreibt der bedeutendste Theaterkritiker Lüneburgs, Frank Füllgrabe, »ab mit all den adeligen Heuchlern und Arschkriechern, die sich im näheren oder weiteren Umfeld des Sonnenkönigs einer starren gesellschaftlichen Hackordnung unterwerfen. Sie schreibt genau vor, wer wem welche Komplimente zu machen hat, um dafür angemessen wahrgenommen zu werden — ohne auf der eigenen Schleimspur auszurutschen.«

    Was zu wissen — denkt man an die Leuphana oder an das Lüneburger Rathaus — könnte wichtiger (oder belustigender) sein als dies?

    Mehr hier: http://www.landeszeitung.de/blog/kultur-lokales/266919-zum-teufel-mit-all-den-hofschranzen

    Weitere Vorstellungen am 4.10.2015 um 19:00 Uhr, am 9.10.2015 um 20:00 Uhr, am 18.10.2015 um 19:00 Uhr, am 10.11.2015 um 20:00 Uhr, am 15.11.2015 um 19:00 Uhr, am 5.12.2015 um 20:00 Uhr, am 10.12.2015 um 20:00 Uhr, am 23.12.2015 um 20:00 Uhr und am 20.01.2016 um 20:00 Uhr.

    • Ist ja eine schöne Werbung, hat am nur am Rande mit dem Thema zu tun.

      Ich finde es allerdings beschämend, wie wenig eine „sozial“demokratische Bürgervertretung mit einem Sozialpädagogen als Landrat gegen die Schließung unternommen hat. Die Auswirkungen des entstandenen Fachkräftemangels sind in den Kreisen Lüneburg und Harburg, in Hamburg und in den nahegelegenen Kreisen in Schleswig-Holstein spürbar. Sowohl als ehemaliger Geschäftsführer des Herbergsvereins Winsen, als auch als Einrichtungsleiter eines Hamburger Arbeitgebers mit einer Einrichtung in Schleswig-Holstein habe ich oft genug von anderen Arbeitsgebern gehört, was sie von dieser Entscheidung halten.
      Sicherlich hat es einer Modernisierung bedurft und viele Ansätze der Leuphana sind richtig, aber wie schon mal eine große Tageszeitung schrieb: die Leuphana mit dem Libeskind-Bau reiht sich ein in den BER, Stuttgart 21 und Elbphilharmonie.

      Es geht der Leuphana nicht um Nachhaltigkeit, sondern um Fördermittel. Das ist nicht verwerflich. Die Schließung eines am Arbeitsmarkt benötigten Ausbildungsganges schon.
      Im Übrigen sind ja nicht nur Arbeitgeber betroffen, sondern auch unversorgte Klienten sozialer Arbeit.

      • Kerstin Dörbächler

        „Es geht der Leuphana nicht um Nachhaltigkeit, sondern um Fördermittel.“

        Das weiß jeder, Herr Krull. Die aus der „Fokussierung“ auf Geldbeschaffung durch „storytellende“ Reputationfingierung erwachsenen Mißstände sind allgemein bekannt und finden in dem überkandidelten Spektakel des unterfinanzierten Bauwahns auf dem „Campus“ nur ihren sichtbaren Ausdruck. Sie beklagen den Wegfall des Sozialarbeiterstudiengangs. Dafür gibt es jetzt doch das berufsbegleitende Bachelor-Studium für Unausgelastete („Entdecken Sie im Studium Soziale Arbeit für sich!“). Es richtet sich an staatliche anerkannte Erzieherinnen und Erzieher, die über eine mindestens dreijährige Berufserfahrung verfügen. Der nächste Ausbildungsbereich, der fallen wird, weil kostenintensiv, bald ohne Räumlichkeit und wenig reklamewirksam, ist der technische. Die Lehrerausbildung wird solange weiterverfolgt, wie man auf dieses antiquierte Gleis der Landesmittelbeschaffung noch nicht verzichten kann. Doch rollt der Zug eindeutig in Richtung Beratung, Auftragsproduktion („Studien“, „Gutachten“, etc.) und „Kaderschmiede“ für die private Wirtschaft. Im Grunde will man ein mitverdienendes überbetriebliches Ausbildungsinstitut für Unternehmen (der geheimnisvollen „New Economy“) mit (vor allem pekuniären) Wachstumserwartungen sein. Darüber öffentlich zu reden, dass so eine Einrichtung dann natürlich keine „Universität“ mehr sein kann (mit für die Stadt relevanten hohen Studierendenzahlen), sondern allenfalls eine spezialisierte private „Elite“-Fachhochschule mit „marktabhängigen“ Zulassungsquoten („Business School“), ist aber nicht opportun, solange die Einfahrt in den Bahnhof noch aussteht. Bis dahin dient man sich den öffentlichen Geldquellen beispielsweise als „Projektträger“ an, der einfach von sich behauptet, etwa für das Forschungs- oder Wirtschaftsministerium Cluster-Vorhaben mit Dutzenden von Universitäten zu administrieren in der Lage zu sein, weil das die eigene Drittmittelquote ganz ohne eigenen Forschungsaufwand massiv erhöht.

      • Hallo jochen, auch wenn du recht hast in Bezug auf Leuphana und Studiengang, du weißt aber auch dass Neue Arbeit und Herbergverein gute Selbstversorger sind und andere vom Markt verdrängen, den kleinen Handwerksmeister und jetzt sogar insolvent sind trotz aller, oder beser gesagt: endlich keiner Fördermittel, die den fehlenden Sachverstand verschleiern, Förderung.

        • Und dir das absurde Leuphana-Theater mal von einem Franzosen erklären lassen, was sagst du zu dem Vorschlag, Mone?

          • Hallo Jochen, mir gings nicht um die Uni, die ist sowieo nur noch makulatur, mir gings ums richtige leben, und leider macht die neue arbeit mit ihrem billiglohndumping anderen firmen das leben schwer, denn förderung von sozialem ist leider da nur noch selbstzweck….

    • Toller Hinweis. Danke!

      Auch lohnend für Erstis sind unbedingt die mehr als 30 sogenannten „Selfie Foto Points“, welche die Tourismus-Agentur „Lüneburger Heide GmbH“ (LGH) gerade in der Heide eingerichtet hat. Das sind laut LZ (http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/255922-bitte-laecheln) »Punkte, an denen sich die Aussicht für Selbstporträts mit der Handykamera besonders lohnen sollen. Das ist einerseits ein schöner Urlaubsspaß und gleichzeitig ein gutes Marketing-Instrument. Zudem bieten die Gäste auch den Touristikern eine Möglichkeit, online nachzuvollziehen, welche Orte besonders beliebt sind und von wem sie frequentiert werden. „Gute Ideen können so einfach sein“, freut sich LGH-Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch.«

      Woher Ulrich von dem Bruch diese seine erheiternde Weisheit hat, erfährt man übrigens in dem „Geständnis eines Werbemannes“ HIER:

      http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/265973-marketing-konferenz-warum-das-mammut-und-helden-fuer-eine-gute-werbestrategie-wichtig-sind#comment-57768

      • Weißt du das noch? In welchen Modulen an der Leuphana lassen sich die Selfie-Foto-Points in Credit-Points übertragen? War das Bachelor Kulturwissenschaften? Major oder Minor? Schwerpunkt? Kunst, Musik, Literatur, Baukultur, Tanz, Theater, traditionelle oder neue Medien, Hoch- oder Populär, Alltagsleben, Arbeitsorganisation früher, heute und morgen, Nasenhaartrimmen, historisches Werkzeugdesign, Rasenpflege als Ersatzbefriedigung oder Stimulans, das Leben der Landräte, der Hipster als Saunagänger, Tourismus, Partnerschaft, Wohnen?

    • Friedel Dankwardt

      Was zu wissen — denkt man an die Leuphana oder an das Lüneburger Rathaus — könnte wichtiger (oder belustigender) sein als dies?

      Scheint mir auch so.

      Ich geh im Oktober mal wieder ins Theater.

  7. Leuphana- und Ratstheater ?

    „Abrechnung mit Heuchlern und Arschkriechern“? Die „Kunst, nicht auf der eigenen Schleimspur auszurutschen“?

    Das schau ich mir an.

    Danke für den Tipp

    Robert