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Ab jetzt haben Fahrradfahrer auch im Böhmsholzer Weg in Reppenstedt Vorfahrt, darüber freut sich Bürgermeister Jürgen Backhaus. Gemeindedirektorin Susanne Stille sagt: Wenn das Angebot Bestand haben soll, muss es von den Radfahrern auch angenommen werden. Foto: t&w
Ab jetzt haben Fahrradfahrer auch im Böhmsholzer Weg in Reppenstedt Vorfahrt, darüber freut sich Bürgermeister Jürgen Backhaus. Gemeindedirektorin Susanne Stille sagt: Wenn das Angebot Bestand haben soll, muss es von den Radfahrern auch angenommen werden. Foto: t&w

Erste Fahrradstraßen freigegeben

dth Reppenstedt. Vorfahrt für Radfahrer bedeutet nicht gleichzeitig ein Fahrverbot für Autos, darauf macht Reppenstedts Gemeindedirektorin Susanne Stille aufmerksam. Anlass sind die ersten Fahrradstraßen im Landkreis Lüneburg, die in Reppenstedt genehmigt wurden. Jetzt sind die notwendigen Symbole auf dem Asphalt aufgebracht und die Schilder aufgestellt worden. Damit sind die Fahrradstraßen offiziell ab sofort in Betrieb. Zuvor war es offenbar zu Missverständnissen gekommen, als anfangs nur die Radsymbole auf dem Asphalt prangten. Ein irritierter Autofahrer hatte sich bei der Verwaltung gemeldet, Passanten hätten sich im Böhmsholzer Weg vor sein Auto gestellt und ihm die Weiterfahrt verwehrt. Gemeindedirektorin erklärt, was es mit der Fahrradstraße auf sich hat.

Stille: „Fahrradstraßen sind für den Radverkehr vorgesehene Straßen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt für alle Fahrzeuge 30 km/h. Das Nebeneinanderfahren von Fahrrädern ist erlaubt. Kraftfahrer müssen gegebenenfalls ihre Geschwindigkeit verringern, um eine Behinderung oder Gefährdung von Radfahrern zu vermeiden.“ Autofahrer dürfen die Strecken also weiter nutzen, sind aber nicht mehr bevorrechtigt.

Als Fahrradstraße ist zum einen jetzt eingerichtet die Strecke Eschen-, Linden- und Weichselweg, um den Radverkehr parallel zur starkbefahrenen Ortsdurchfahrt sicherer zu gestalten. In dem Wohngebiet gilt ohnehin eine Tempo-30-Zone. Zum anderen ist der Böhmsholzer Weg am südlichen Ortsrand zur Fahrradstraße gemacht worden und hat eher den Charakter einer Freizeitroute.

Auf die Frage, welche Trassen als nächstes zur Fahrradstraße umgewidmet werden sollen, sagt Backhaus: „Wir sind zunächst einmal froh, dass es überhaupt möglich war, diese Strecken einzurichten.“ Die Genehmigungen der Trassen als Fahrradstraßen sind zunächst auf zwei Jahre befristet. Stille sagt: „Wir müssen gucken, wie sich die Strecken bewähren.“ Auf den Erfahrungen könnte dann aufgebaut werden. Zumal: „Nur wenn Fahrradfahrer das Angebot auch annehmen, werden die Fahrradstraßen Bestand haben“, fügt Stille hinzu.

Im Raum steht nach wie vor der von der Reppenstedter CDU forcierte Vorschlag, die Reppenstedter Fahrradstraße in der Stadt Lüneburg weiterzuführen. Der asphaltierte Sülzweg, bereits heute vornehmlich von Radlern genutzt, parallel zur Landestraße 216 zwischen Reppenstedt und Lüneburg, wäre die ideale Verbindung. Die gemeinsame Fahrradstraße, so die Vorstellung nicht nur der Reppenstedter Christdemokraten, könnte weiter geführt werden über die William-Watt-Straße, Sülzwiesen und durch die Innenstadt bis zum Bahnhof. Dazu hatte Lüneburgs Stadtsprecher Daniel Gritz vor gut vier Wochen gesagt: Wir sind als Hansestadt grundsätzlich gesprächsbereit und werden auf die Reppenstedter zugehen.“ Reppenstedts Gemeindedirektorin Susanne Stille sagte jetzt: „Die Stadt hat sich noch nicht bei uns gemeldet.“ Dazu Bürgermeister Backhaus: „Wir werden versuchen, den Druck dezent zu erhöhen.“