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Anwohner wie Madleen Michels, Thomas Ziegler und Christopher Pfohe (v.l.) hatten Erfolg: Die Schützenstraße wird Tempo-30-Zone. Foto: t&w
Anwohner wie Madleen Michels, Thomas Ziegler und Christopher Pfohe (v.l.) hatten Erfolg: Die Schützenstraße wird Tempo-30-Zone. Foto: t&w

Ende der Dunkelheit nicht umsonst zu haben

ina Salzhausen. Mehr Sicherheit war das vorherrschende Thema der aktuellen Sitzung des Gemeinderats Salzhausen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit, denn kein einziger Bürger fand sich als Zuhörer ein, verabschiedeten die zehn stimmberechtigten Mitglieder grundsätzliche Beschlüsse.

So wurde nach Diskussionen im Vorfeld einstimmig beschlossen, wegen des erhöhten Gefahrenpotenzials vor allem in Sportplatznähe, die „Schützenstraße“ als Tempo-30-Zone zu deklarieren. Dieselbe Maßnahme betrifft künftig auch die Straßen „Eichenkamp“ und „Bei den Eichen“. Eine Geschwindigkeitsreduzierung für den aus Richtung Luhmühlen in die Ortschaft einfließenden Verkehr wird auf der Straße „Am Waldbad“ eingeführt — hier müssen die Fahrzeuge ihre Geschwindigkeit bereits 150 Meter vor dem Ortseingang auf 50 km/h drosseln.

Beschlossen wurden auch sieben neue Straßennamen für das Wohngebiet „Witthöftsfelde“. Sich gegenüber liegende, seitlich abgehende Straßen erhielten die Bezeichnungen „Falkenweg“ und „Adlerhorst“, „Milanweg“ und „Bussardweg“, „Sperberweg“ und „Habichtweg“. Die in Richtung Ortsmitte führende größere Straße heißt nun „Zum Dorfe“. Ratsherr Hermann Bockelmann schlug vor der Abstimmung zwar noch als Alternative „Feldblumenweg“ vor, konnte dafür aber nur vier Ratskollegen erwärmen.

Wegen der Häufung nächtlicher Einbrüche im Gemeindegebiet sind etliche Bürger mit der Bitte um mehr Straßenlicht an die Politiker herangetreten. Bisher lag die Gemeinde inklusive Ortsteile ab Mitternacht komplett im Dunkeln, jetzt wurde über eine Variante beraten, in der gut die Hälfte der 609 Lampen mit einer Gesamtleistung von 29943 Watt weiter in Betrieb bleibt. Bei der aktuellen Schaltung von 4.30 Uhr bis Sonnenaufgang und Sonnenuntergang bis 24 Uhr fallen jährlich Energiekosten von rund 18000 Euro an. Die Mehrkosten zur aktuellen Schaltung betragen rund 5000 Euro pro Jahr. „Die Umstellung wird uns tausend Euro kosten“, sagt Bauamtsleiter Andreas Ristau. „Die zuständige Firma wird in den Straßen in ungefähr 70 Stromkästen die Kabel neu verbinden müssen.“

Einstimmig bis auf eine Enthaltung beschloss der Rat für die von den Landwirten bewirtschafteten, wie auch für die von der Gemeinde zu verpachtenden Flächen die Gewährleistung einer soweit wie möglich gentechnikfreien Zone. „Die manipulierten Pflanzen sind nicht nur gegen Pilze resistent, sie produzieren auch Giftstoffe, um Schädlinge abzuwehren“, erklärte Bürgermeister Hans-Joachim Abegg (Grüne). „Ihr Konsum fördert nicht nur Antibiotikum-Resistenzen, sondern führt uns auch noch Unmengen aufgespritzter Pestizide zu.“

In der Flüchtlingsfrage zog Samtgemeindebürgermeister und Gemeindedirektor Wolfgang Krause eine vorläufige Bilanz: Aktuell verfügt die Gemeinde über 380 Flüchtlingsplätze, das wäre zurzeit noch verkraftbar. „Doch wenn die Flüchtlinge hier bleiben dürfen, brauchen sie bezahlbaren Wohnraum und werden auch ihre Familien nach Deutschland holen. Dann kommt eine wesentlich größere Herausforderung auf uns zu.“ Da Besitzer von freistehendem Wohnraum nur zögerlich bereit sind, ihre Flächen an ihnen gänzlich unbekannte Personen zu vermieten, müsste die Samtgemeinde „zahlreiche leere Gebäude aufkaufen“. Die in den kommenden Tagen anreisenden Flüchtlinge werden vorerst in Containerwohnungen in Eyendorf und Gödenstorf untergebracht.