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Das Schiffshebewerk in Scharnebeck ist eines der Denkmale, die am Wochenende ausgiebig besichtigt werden können. Foto: A/t&w
Das Schiffshebewerk in Scharnebeck ist eines der Denkmale, die am Wochenende ausgiebig besichtigt werden können. Foto: A/t&w

Industriekultur am Wasser

red Lüneburg. Mit 350 Veranstaltungen in 124 Denkmalen an 60 Orten geht das Kulturprojekt „Tag der Industriekultur am Wasser“ der Metropolregion Hamburg in die dritte Runde. Hafenanlagen, Schleusen, Schiffe, Leuchttürme, Brücken, Mühlen, Fabriken und Kraftwerke geben am Sonnabend und Sonntag, 3. und 4. Oktober, Einblicke in die Welt der Industriekultur am Wasser. Zu den Industriedenkmalen in Stadt und Landkreis Lüneburg zählen der Wasserturm, der Alte Hafen und der Außenhafen in Lüneburg, das Schiffshebewerk in Scharnebeck sowie die Eisenbahnbrücke in Preten.

Historische Industrieanlagen und -museen öffnen in und um Hamburg mit besonderen Programmen: Führungen und Vorführungen, Besichtigungen und Mitmachaktionen erklären die alte Technik.

In Lüneburg können Interessierte den Alten Kran am 3. Oktober um 11, 13 und 15 Uhr in Aktion erleben. Dabei werden Fässer und Pakete auf den Salzewer und zurück an Land auf einen Leiterwagen verladen. Der Kranbetrieb wird von der Stadtwache in historischen Kostümen abgesichert. Die Lasten werden von Vertretern der Kaufleute, ebenfalls in Kostümen, übernommen. Unter Anleitung der Stadtführer kann der Kran an beiden Tagen ab 11 Uhr (Sonnabend bis 17 Uhr, Sonntag bis 15 Uhr) auch besichtigt werden. Führungen begeben sich auf die Spuren der Jahrhunderte alten maritimen Industriekultur der Stadt.

Das Salzmuseum ist neben seiner Ewer-Crew an beiden Tagen mit einem Infostand vertreten, Wissenswertes gibt es am Sonnabend zwischen 11 und 17 Uhr sowie am Sonntag zwischen 11 und 15 Uhr auch über den Arbeitskreis Lüneburger Altstadt, den Förderverein Historische Ilmenau und den Förderverein Industriedenkmal Saline zu erfahren.

Im Wasserturm erfahren Besucher bei den stündlichen Führungen an beiden Tagen zwischen 10 und 18 Uhr alles zum Thema Stadtbild, Wassertechnik und -versorgung. Die interaktive Dauerausstellung beschäftigt sich mit dem „blauen Gold“. Und natürlich bietet sich von der Aussichtsplattform stets ein toller Blick von oben auf Lüneburg. Eintritt: 4 Euro.

Ein Ausflug lohnt immer zum Schiffshebewerk in Scharnebeck, das 1976 als das größte der Welt in Betrieb genommen wurde. In diesem riesigen Aufzug überwinden die Binnenschiffe in zwei mit Wasser gefüllten Trögen einen Höhenunterschied von 38 Metern. Unter fachkundiger Führung wird ein Bogen gespannt zwischen Inbetriebnahme und Zukunft mit einer möglichen neuen Schleuse. Das Info-Zentrum ist an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet (Eintritt: 3 Euro). Für einen Rundgang durch das Pumpwerk und Trogfahrten sind Anmeldungen unter %(0581)90790 erforderlich.

Neu mit dabei ist die Eisenbahnbrücke in Preten. Vom Bahnhof Brahlstorf an der Strecke Berlin-Hamburg führt ein Radwanderweg direkt in die Elbniederung bei Neuhaus. Er verläuft weitgehend auf der Trasse einer 1912 in Betrieb genommenen Kleinbahn. Der Bahnbau in der nassen Niederung war aufwändig, doch lohnte: Vor allem Getreide, Vieh, Holz, Brenn- und Baustoffe wurden auf den Gleisen transportiert. 1968 wurde der Personenverkehr eingestellt, 1972 der Güterverkehr. Viele Bauten blieben entlang der 10,67 Kilometer langen Strecke erhalten. Das größte Bauwerk der Bahn war die Brücke in Preten: Mit drei großen Stahlfachwerkträgern quert sie die Sude. Doch die 1911 errichtete Brücke muss saniert werden. Neben Informationen zur Brücke, direkt im nebenanliegenden Café „Schwarzes Schaf“, werden geführte Wanderungen zur Eisenbahnbrücke sowie Radtouren angeboten.

In der Umgebung von Lüneburg befindet sich der Naturraum Winsener Elbmarsch. Entlang der niedersächsischen Mühlenstraße warten hier vielfältige Mühlen und ihre Geschichten auf einen Besuch. So auch die Wassermühle in Ka­roxbostel im Seevetal. Sie wurde erst vor einiger Zeit aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt. Mit ihrem bestehenden Inventar ist sie ein Kleinod der ländlichen Kulturgeschichte, das es zu entdecken gilt.

Ebenfalls in der Winsener Elbmarsch gelegen und neu dabei sind die Schleuse und das Nadelwehr Fahrenholz bei Drage. Etwa 500 m östlich von Fahrenholz befinden sich im Ilmen­au-Kanal die Schleuse und das Wehr. Ein Nadelwehr verläuft diagonal und/oder quer zur Flussachse und muss den Flusslauf, im Gegensatz zum festen, gemauerten Wehr, nicht vollständig absperren. Ein Nadelwehr staut Wasser an, um eine bestimmte Wassertiefe für die Schifffahrt zu erhalten. Bei dem Nadelwehr Fahrenholz handelt es sich um eines der letzten Nadelwehre im norddeutschen Raum. An beiden Tagen führt von Winsen bis nach Lüneburg eine geleitete Radtour entlang der Ilmenau, vorbei an Nadelwehren, Schleusen, Brücken und Schöpfwerken. Mit von der Partie sind unter anderem zudem die Eisbrecherflotte Geesthacht, der Raddampfer Kaiser Wilhelm in Lauenburg, die dortige Hitzlerwerft und das Elbschifffahrtsmuseum.

Das komplette Programm gibt es auf der Seite www.tagederindustriekultur-hamburg.de im Internet.